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Christen und Muslime haben auch "politischen Auftrag" Dieser Text stammt von der Webseite http://w PDF Print E-mail
Written by www.kathweb.at   
Monday, 11 November 2013
Christen und Muslime haben auch "politischen Auftrag"

Katholischer Akademikerverband veranstaltete Podiumsdiskussion "Religion und Politik - Eine kritische Betrachtung" in Wien - Neue KAÖ-Broschüre "Was Christinnen und Christen über den Islam wissen sollten"

07.11.2013

Insofern Christen und Muslime auf der Basis ihrer religiösen Überzeugungen gesellschaftsgestaltend wirken, haben sie auch einen "politischen Auftrag". Darin waren sich die Teilnehmer an der Podiumsdiskussion "Religion und Politik - Eine kritische Betrachtung" einig, die die Katholische Aktion der Erzdiözese Wien am Mittwochabend gemeinsam mit dem Afro-Asiatischen Institut in Wien veranstaltete.

 

Der Obmann der "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen", Tarafa Baghajati, erklärte, der Islam habe wie alle anderen Religionen einen wichtigen gesellschaftlichen und politischen Auftrag, wenn es um die Durchsetzung von Menschenrechten und gerechter Güterverteilung sowie eine entsprechende Gesetzgebung gehe. Alle religiösen Menschen müssten sich hier klar zu Wort melden - gegebenenfalls auch mit einer Stimme: "Hier sollten wir eine Stufe weiter gehen von einem interreligiösen Dialog zu einer interreligiösen Kooperation", so Baghajati.

 

Als Beispiel nannte er die Absicherung des Religionsunterrichtes und den Umgang mit Flüchtlingen aus Syrien: "Wir haben es als sehr wenig empfunden, dass Österreich nur 500 Flüchtlinge aufnimmt."

 

Von den Sorgen, die sich viele Türken bezüglich der Rolle der Religion machen, berichtete Franz Kangler vom St. Georgs-Kolleg in Istanbul, der als katholischer Priester bereits seit 36 Jahren in der Türkei lebt. Gleichzeitig sei aber deutlich zu sehen, dass die rein laizistische Linie der vergangenen Jahrzehnte für viele Gruppen der türkischen Gesellschaft keine adäquate Antwort sei. Das Verhältnis von Staat und Religion müsse daher immer neu überdacht werden, so Kangler. Der Staat dürfe sich mit religiösen Überzeugungen, auch wenn diese von einer Mehrheit geteilt würden, nicht identifizieren.

 

Mahmdou Elattar von der Islamischen Glaubensgemeinschaft betonte, dass Religion nicht von irgendeinem Bereich des Lebens getrennt werden kann: "Wir leben Tag und Nacht für Allah." Er praktiziere seine Religion, aber kein anderer dürfe dadurch verletzt werden, so Elattar. Um Schaden von anderen oder auch den Betroffenen selbst abzuwenden, dürfe der Staat die Freiheit der Menschen begrenzen. Zum Beispiel jungen Menschen absolute Freiheit hinsichtlich Drogen zugestehen sei abzulehnen.

 

Richtlinien für den heutigen politischen Auftrag des Christentums leitete die Mitarbeiterin der Katholischen Sozialakademie, Paloma Fernandez de la Hoz, vom Gleichnis vom barmherzigen Samariter ab. Es verdeutliche, dass keine Kultur besser sei als die andere und alle auch einander brauchen würden. Vor allem letzteres sei eine politische Einsicht, "die wir in Europa ein bisschen praktizieren sollten". De la Hoz: "Wenn wir uns trauen würden, zusammen zu arbeiten, könnten wir vieles schaffen."

 

Katholische Aktion fördert Dialog

 

Bei der Veranstaltung wurde auch die Broschüre "Was Christinnen und Christen über den Islam wissen sollten" von der Katholischen Aktion Österreich präsentiert. Die ehemalige KAÖ-Präsidentin Luitgard Derschmidt betonte, Glaubende aller Religionsgemeinschaften sollten sich zusammenschließen, Gemeinsamkeiten finden, aber auch Unterschiede klarstellen. Die Katholische Aktion bemühe sich schon sehr lange um den interreligiösen Dialog, schon vor 30 Jahren sei eine ähnliche Broschüre über das Judentum erschienen.

 

"Nicht über, sondern mit Zuwanderern reden"

 

Die KA Wien verstärkt ihre Bemühungen um einen interreligiösen Dialog. Kernstück ist eine neu erschienene Wandzeitung - ein A-3-Plakat mit der Aufschrift "... durchs Reden kommen die Leut' zusammen" vor zwei miteinander sprechenden Frauen, von denen eine verschleiert ist. Das Plakat sei dabei an die breite Öffentlichkeit gerichtet und eigne sich auch für öffentliche Orte wie Bäckereien oder Ärztepraxen, teilte die KA Wien mit.

 

Weiters gab sie ein Flugblatt für Pfarren heraus, das auf eine Reihe von Veranstaltungen im Herbst 2013 hinweist. Die KA will damit eine "Brückenbauerfunktion" wahrnehmen, so Wiens KA-Präsident Walter Rijs. Im KA-Brief an die Pfarren heißt es wörtlich: "Wir wollen dazu anregen, dass Menschen weniger über Zuwanderer reden, sondern mehr mit Zuwanderern reden".

 

Der KAÖ-Folder "Was Christinnen und Christen über den Islam wissen sollten" steht unter www.ka-wien.at zum Gratis-Download bereit.




Dieser Text stammt von der Webseite http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/58507.html des Internetauftritts der Katholischen Presseagentur Österreich.


Last Updated ( Monday, 11 November 2013 )
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