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Ednan Aslan meint: „Theologisch betrachtet ist es zu 100 Prozent legitim. PDF Print E-mail
Written by Tarafa Baghajati   
Monday, 06 October 2014

Leserbrief bzw. Kommentar: Die Presse

Ednan Aslan meint: „Theologisch betrachtet ist es zu 100 Prozent legitim

Alles, was der IS macht und fordert, ist theologisch richtig und kommt in allen Grundwerken des Islam vor." Eine Aussage, der kein einziger Gelehrter in der islamischen Welt von Indonesien bis Mauretanien zustimmt. Umgekehrt wurde IS von allen einhellig verurteilt und zwar nicht nur wegen ihrer Taten, sondern auch wegen ihrer Ideologie, die als Missbrauch der Religion zu werten ist.
Ich möchte ausdrücklich nicht missverstanden werden. Natürlich brauchen wir innermuslimisch dringend Mut und Klarheit im Umgang mit Unrecht, Anfeindungen und Diskriminierungen und Selbstkritik was den extremistischen Auswüchsen und ihre Wirkung anbelangt sowie den wachsenden konfessionellen Spannungen. Und ja; selbstverständlich brauchen Muslime Friedenskonzepte. Kurzum ist Selbstzerfleischung, wie sie Aslan betreibt, gerade in dieser Zeit nicht die Lösung. Wir brauchen ein gesundes muslimisches Selbstbewusstsein, das die friedlichen Grundwerte des Islams auf verschiedensten Ebenen lebt und so nach außen trägt. Denn wenn muslimische Jugendliche nur die Wahl zwischen einer radikalen aber "islamisch" selbstbewussten IS und verschämten Muslimen mit Minderwertigkeitskomplex haben, darf man sich dann nicht über einen Zulauf für die IS Propaganda wundern. Weder dürfen uns Extremisten verunsichern, noch Hetzer einschüchtern.
Die sonstigen Rundumschläge Aslans gegen die islamischen Vereine werden von diesen gewiss selbst entkräftet werden, insbesondere sind die Betreiber von Kindergärten aufgerufen sich zu melden, da sie von ihm mehrheitlich als „Salafisten“ klassifiziert werden. Vielleicht hat einer der Betreiber einen etwas längeren Bart oder zieht traditionelle Kleidung an. Den Unterschied zwischen Sufi und Salafi zu kennen sollte einem Universitätsprofessor durchaus zumutbar sein. Nicht von ungefähr gibt es anders als in Deutschland hierzulande keine starke Salafistenszene. Wir sollten sie auch nicht herbei reden.

Tarafa Baghajati, Obmann der IMÖ Initiative muslimischer Österreicher-innen und Kulturreferent der IRG Islamische Religionsgemeinde Wien

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