Sahara-Geiseln: Österreichische Muslime richten Apell an Entführer

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Sahara-Geiseln: Österreichische Muslime richten Apell an Entführer

Schakfeh-Referent wandte sich über Al Jazeera an die Extremistengruppe - Argumentiert mit Tradition der staatlichen Anerkennung in Österreich

Wien - Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) hat die Extremistengruppe "Al Kaida im Islamischen Maghreb" erneut zur Freilassung der beiden Sahara-Geiseln Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber aufgerufen. "Im Namen Allahs, mögen Sie die beiden unschuldigen Geiseln unversehrt freilassen. Lassen Sie sie frei, damit sie zu ihren Verwandten zurückkehren können", sagte der persönliche Referent von IGGiÖ-Präsident Anas Schakfeh, Mouddar Khouja, am gestrigen Mittwoch in einem Telefoninterview mit dem arabischen Nachrichtensender Al Jazeera.

Argument der staatlichen Anerkennung

Khouja wiederholte in diesem Zusammenhang das Argument, dass es in Österreich eine staatliche Anerkennung der Muslime gebe, "die sonst in der Europäischen Union nirgends existiert". Daher appelliere er im Namen der 415.000 Muslime in Österreich, die beiden nun schon seit über 100 Tagen in Gefangenschaft lebenden Österreicher freizulassen.

Die beiden Salzburger Touristen waren Ende Februar im Süden Tunesiens verschleppt worden. Sie sollen von ihren Entführern in ein Wüstengebiet im Norden Malis gebracht worden sein. Anfang März bekannte sich die Gruppe "Al Kaida im Islamischen Maghreb" zur Entführung und forderte von der österreichischen Regierung, sich für die Freilassung ihrer in tunesischer und algerischer Haft sitzenden Gesinnungsgenossen einzusetzen. Ein zweimal verlängertes Ultimatum an Österreich, diese Forderung zu erfüllen, ist bereits im April ausgelaufen.

Außenministerin Ursula Plassnik (V) hat am Dienstag bestätigt, dass sie in den vergangenen Tagen "persönliche Gespräche auf höchster Ebene" in Algerien und Mali geführt habe, um die Unterstützung der dortigen Partner bei den Bemühungen zur Freilassung der beiden Geiseln sicherzustellen. "Meine Gesprächspartner versicherten mir ihr großes Interesse an einer baldigen und unversehrten Rückkehr von Andrea Kloiber und Wolfgang Ebner nach Österreich." (APA)

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