Bandion Ortner Claudia

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Islamische Seelsorge im Gefängnis wird vereinheitlicht

Derzeit befinden sich rund 1300 Muslime in Österreichs Gefängnissen. Ihre Seelsorger brauchen Matura, gute Deutsch- und Rechtskenntnisse. Künftig soll in allen Gefängnissen muslimische Seelsorge möglich sein.

Die islamische Seelsorge in Gefängnissen wird österreichweit vereinheitlicht. Diese Woche haben Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (ÖVP) und Anas Schakfeh, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ), eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet, hieß es am Freitag in einer Aussendung. Diese enthält unter anderem Mindeststandards für die islamischen Seelsorger, wie Cornelia Leitner, Referentin im Kabinett der Ministerin, erklärte.

Mit rund 1300 Insassen sind Muslime laut Justizministerium derzeit die zweitgrößte Glaubensgruppe in den Strafvollzugsanstalten. Bisher, so Leitner, habe es in Bezug auf die ehrenamtliche religiöse Betreuung lediglich lokale und regionale Kooperationen gegeben, regelmäßige Besuche von muslimischen Seelsorgern seien nur in zehn Gefängnissen angeboten worden. Mit der neuen Vereinbarung werde die Betreuung nun österreichweit vereinheitlicht. Ziel sei es, in allen Anstalten, wo Bedarf besteht, ein entsprechendes Angebot bereitzustellen.

Festgelegt wurden aber auch Mindeststandards für die Seelsorger und Voraussetzungen für die Gefangenenbetreuung, betonte Leitner. Dazu gehörten beispielsweise Maturareife, gute Deutschkenntnisse, um die Gottesdienste auf Deutsch halten zu können, oder Einschulungen über die Grundsätze des Strafvollzugs. Dies sei notwendig, um Glaubensausübung und Sicherheit optimal verbinden zu können, erklärte Leitner.

Bandion-Ortner hob in der Aussendung die große Bedeutung der seelsorgerischen Betreuung auf dem Weg zur Resozialisierung hervor. Auch Schakfeh zeigte sich erfreut, dass ein wichtiger Schritt zur weiteren Institutionalisierung der muslimischen Seelsorge getan worden sei.

Islamische Gefangenenseelsorge: Vertrag zwischen IGGiÖ und Justizministerium wurde unterzeichnet

Die Bundesministerin für Justiz Dr. Claudia Bandion Ortner und der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich Anas Schakfeh unterzeichneten am 26.01.2010 gemeinsam einen Vertrag über die künftige Zusammenarbeit im Bereich der Gefangenenseelsorge.  Dabei betonte die Justizministerin die große Bedeutung, die einer seelsorgerischen Betreuung auf dem Weg zur Resozialisierung zukomme. Den stellvertretend für das Team anwesenden Gefangenenseelsorgern Mustafa Yasin und DI Tarafa Baghajati und vor allem dem Leiter Dr. Muhammad Hassan sprach sie ihre Anerkennung aus. Präsident Schakfeh zeigte sich erfreut, dass nach vielen Jahren, in denen ehrenamtliche muslimische Seelsorger und Seelsorgerinnen ausgezeichnete Arbeit leisteten, nun ein wichtiger Schritt zur weiteren Institutionalisierung erreicht werden konnte.

Künftige Vorhaben wie der Ausbau der Fortbildung, eine genauere Dokumentation und damit auch Evaluierung und bedarfsgerechte Versorgung wurden skizziert. Zurzeit werden in rund zehn Gefängnissen regelmäßige Besuche der muslimischen Seelsorge angeboten. In den Justizanstalten Stein und Josefstadt gibt es bereits eigene Räumlichkeiten für das gemeinschaftliche Gebet. Viele Insassen nehmen das Angebot zu Orientierung
und innerem Wandel gerne an.

Rückfragehinweis:

Mag. Paul Hefelle, Pressesprecher im Bundesministerium für Justiz, Tel. 01/521 52/2873, paul.hefelle [at] bmj.gv.at

DI Tarafa Baghajati, Islamische Gefangenenseelsorge; Tel. 0664 521 5080

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