Christenverfolgung

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Schärfste Verurteilung des Anschlags auf Christen in Nigeria

Als gläubige Muslime sind wir tief erschüttert von dem blutigen Anschlag auf Christen in Nigeria, verübt zu Ostern unmittelbar bei einer Kirche. Diese Tat sollte einen Aufschrei des Entsetzens und eine entschiedene Verurteilung gerade von muslimischer Seite nach sich ziehen. Denn neben Mitgefühl mit den unschuldigen Opfern und der Betonung des Menschenrechtes auf Leben und Religionsfreiheit muss auch eine scharfe Zurückweisung aus islamisch-theologischer Sicht erfolgen.

So gering die Zahl hassgeleiteter Fanatiker auch sein mag, so schrecklich sind die Folgen, wenn deren Gewaltbereitschaft menschliches Leid auslöst. Darum ist deren Ideologie als Pervertierung grundlegender Prinzipien des Islam zurückzuweisen. Argumentativ muss ihnen auch im Bemühen um Prävention jeder Boden einer religiösen Rechtfertigung entzogen werden.  Mord ist eine der größten Sünden – und nie eine Heldentat!

Gerade religiöse Autoritäten seien sich ihrer Verantwortung bewusst, wenn sie zu Fragen des interreligiösen Zusammenlebens und der Religionsfreiheit Stellung nehmen. Denn selbst wenn die extremistische Sekte in Nigeria längst nur mehr ihren eigenen wirren Auslegungen folgt, soll in der breiten muslimischen Öffentlichkeit das Bewusstsein für den hohen Wert friedlichen Zusammenlebens und Kooperation der Religionsgemeinschaften gestärkt werden. Da darf kein Zweifel am Recht auf Religionsfreiheit und dem Erhalt einer religiösen Infrastruktur gestreut werden. Daher sei an dieser Stelle an ein Wort aus dem Koran erinnert, das die Gotteshäuser anderer Religionen ausdrücklich unter Schutz stellt: „Und wenn nicht Gott die einen Leute von den anderen abgehalten hätte, dann wären sicher Klöster, Kirchen, Synagogen und Moscheen, in welchen Gottes Namen reichlich lobgepriesen wird, zerstört worden…“ (Koran 22:40)

Wien, am 8. April 2012

Carla Amina Baghajati

für die Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen

IGGiÖ Verurteilung der Gewalt an Christen in Bagdad

Schärfste Verurteilung des frevelhaften Anschlags auf eine Kirche im Irak

Schockiert zeigte sich Präsident Schakfeh, derzeit auf einer Konferenz in Genf, angesichts des Angriffs auf die christliche Bevölkerung in Bagdad. Für die Geiselnahme von betenden Menschen in einer Kirche, die mit dutzenden Toten endete, könne es keinerlei Rechtfertigung geben.

Für die Islamische Glaubensgemeinschaft hatte  Omar Al Rawi in einer ersten Stellungnahme unmittelbar nach Bekanntwerden der hohen Opferzahl wie folgt Stellung genommen: „Wir sehen es als unsere Pflicht an, diese Angriffe auf das Schärfste zu verurteilen, und drücken unser tiefstes Bedauern und unser Mitgefühl allen Leidtragenden und Hinterbliebenen aus. Gleichzeitig fordern wir die Regierung im Irak auf, endlich ihrer Aufgabe nachzukommen und für den Schutz der Bevölkerung,  insbesondere den Schutz der Minderheiten zu sorgen. Es ist zu hoffen, dass die politischen Parteien und Lager endlich ihre Differenzen überwinden  und  sieben Monate nach den Parlamentswahlen eine amtsfähige neue Regierung bilden.“

Die christliche Minderheit war immer schon ein Zeichen der ethnischen und religiösen Vielfalt des Iraks. Eine lange Tradition gegenseitiger Toleranz und Respekts und des friedlichen Miteinanders war ein positives Kennzeichen des Iraks.

Dieser feige Angriff stellt leider einen traurigen Höhepunkt in der derzeitigen ohnedies durch ethnische und religiöse Konflikte gespannten Lage im Irak dar.

Es war und ist die Pflicht der Muslime nicht nur in Friedenszeiten Toleranz und Respekt mit den religiösen Minderheiten zu leben, sondern auch für deren Schutz zu sorgen und ihre Religions- und Gewissensfreiheit zu garantieren. Dies begründet sich auf zahlreiche eindeutige Aussagen im Koran, wo es etwa heißt:

„… Und wenn Allah nicht die einen Menschen durch die anderen zurückgehalten hätte, so wären gewiss Klausen, Kirchen, Synagogen und Moscheen, in denen des  Namen Allahs häufig gedacht wird, niedergerissen worden….“ (Koran, 22:40)

Auch das Beispiel des Propheten Muhammad legt beredtes Zeugnis dafür ab, dass Gotteshäuser der Religionen zu schützen sind. Er stellte zum Beispiel einen eigenen Schutzbrief für das bis heute bestehende Katharinenkloster in der Nähe des Berges Sinai aus.

Daher hoffen wir, dass die muslimische Mehrheitsbevölkerung in Bagdad ihren Beitrag leistet und gegen die Gewalt ein klares Wort spricht, die Übergriffe aufs Schärfste verurteilt und ihre Solidarität mit den christlichen Mitbürgern zum Ausdruck bringt.

Rückfragehinweis:

Omar Al Rawi, Integrationsbeauftragter der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Oder

Carla Amina Baghajati, Sprecherin der Islamischen Glaubensgemeinschaft.


Gewalt an Christen in Bagdad - Stellungnahme

Mit großer Sorge und Betroffenheit verfolgen wir die jüngsten Nachrichten über den Angriff auf die christliche Bevölkerung in Bagdad und die Geiselnahme von betenden Menschen in eine Kirche.

Die christliche Minderheit war immer schon ein Zeichen der ethnischen und religiösen Vielfalt des Iraks. Eine lange Tradition gegenseitiger Toleranz und Respekt und des friedlichen Miteinanders war ein positives Kennzeichen des Iraks.

Dieser feige Angriff stellt leider einen vorläufigen traurigen Höhepunkt in der derzeitigen ohnedies durch ethnische und religiöse Konflikte gespannten Lage im Irak dar.

Wir sehen es als unsere Pflicht an, diese Angriffe auf das Schärfste zu verurteilen, und drücken unser tiefstes Bedauern und unser Mitgefühl allen Leidtragenden und Hinterbliebenen aus.

Gleichzeitig fordern wir die Regierung im Irak auf endlich ihrer Pflicht nachzukommen um für den Schutz der Bevölkerung insbesondere der der Minderheiten zu sorgen. Es ist zu hoffen, dass die politischen Parteien und Lager endlich ihre Differenzen überwinden, und  7 Monate nach den Parlamentswahlen endlich eine amstfähige neue Regierung bilden.

Es war und ist die Pflicht der Muslime nicht nur in Friedenszeiten Toleranz und Respekt mit den religiösen Minderheiten zu leben, sondern auch für deren Schutz zu sorgen und ihre Religions- und Gewissensfreiheit zu garantieren. Daher hoffen wir, dass die muslimische Mehrheitsbevölkerung in Bagdad ihren Beitrag leistet und gegen die Gewalt ein klares Wort spricht, die Übergriffe aufs Schärfste verurteilt und ihre Solidarität mit den christlichen Mitbürgern zum Ausdruck bringt.

Dipl.-Ing. Omar Al-Rawi,
Integrationsbeauftragter der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich

Islam-Vertreter verurteilt Anschlag auf Kopten in Ägypten (2)

Al-Rawi kondoliert koptischer Gemeinde in Wien =

Wien (APA) - Der Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, der Wiener Landtagsabgeordnete Omar Al-Rawi, hat den blutigen Anschlag auf koptische Christen in Ägypten mit sieben Toten auf das Schärfste verurteilt und der Koptischen Gemeinde in Österreich seine Anteilnahme zum Ausdruck gebracht. "Mit Trauer und Besorgnis haben wir von dem Anschlag auf koptische Christen nach der Weihnachtsmesse in Ägypten erfahren. Diese Tat verurteilen wir. Unsere Gedanken sind bei den Hinterbliebenen und den Verletzten", erklärte Al-Rawi am Donnerstagin einer Presseaussendung.
 
Außenminister Michael Spindelegger (V) hatte erst kürzlich die Notwendigkeit unterstrichen, der Zunahme von Diskriminierung und Verfolgung von Christen und anderen religiösen Minderheiten verstärkt und mit wirksamen Mitteln entgegenzutreten. Kardinal Christoph Schönborn hatte seine tiefe Sorge über die schlechte Lage von Christen vor allem in islamischen Ländern ausgedrückt. In rund 50 Ländern müssten mehr als 250 Millionen Christen täglich mit Verfolgungen leben. Besonders betroffen seien die Christen in den islamisch beherrschten Ländern. Schönborn in einem Artikel: "Ein einfacher Test:  Fragen Sie, wie es einem Christen bei uns ergeht, der Muslim wird. Und stellen Sie die Gegenfrage: Wie geht es in islamischen Ländern einem Muslim, der Christ wird?"
 
Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Margot Käßmann von Hannover, hatte von den Muslimen in Deutschland und Europa auch ein Eintreten für die Rechte unterdrückter Christen in islamischen Staaten gefordert.

(Schluss) er/ar
 
APA264    2010-01-07/12:19

Schärfste Verurteilung des Anschlags auf koptische Gläubige in Ägypten

Aussendung der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich verurteilt das Attentat auf koptische Gläubige in der ägyptischen Kleinstadt Nag' Hammadi aufs schärfste. Sieben Menschen, sechs Kopten und ein muslimischer Wachmann der Kirche, sind  den blindlings in die Menge abgefeuerten Schüssen zum Opfer gefallen.

Gleichzeitig möchten wir insbesondere den Kopten in Österreich unser aufrichtiges Mitgefühl und Beileid aussprechen. Es ist eine schöne Geste, dass nun schon seit etlichen Jahren auch muslimische Vertreter zum orthodoxen Weihnachtsfest der Kopten eingeladen werden. Diesen Geist gegenseitiger Anerkennung und Respekts suchen wir als Gläubige unterschiedlicher Bekenntnisse zu leben.

Umso deutlicher müssen die Worte in Richtung all jener ausfallen, die Hass und Zwietracht zu stiften suchen. Wenn das Schüren negativer Emotionen dann in blanke Gewalt umschlägt, wird sichtbar, wie gefährlich eine solche Saat der Feindschaft und der Intoleranz ist.

Als Muslime empfinden wir es als Frevel an den eigenen Glaubenswahrheiten das friedliche Zusammenleben der Religionen zu verletzen. Es ist zutiefst betrüblich und Besorgnis erregend, wie gerade zu religiösen Feiertagen mörderische Aggression unschuldige Opfer in den Tod reißt. Diese Feiertage sollten vielmehr auch das Verbindende der Religionen zu Bewusstsein bringen, gerade in ihrer sozialen Verantwortung.

Wien, am 7. Jänner 2010

Rückfragehinweis:

Carla Amina Baghajati
Sprecherin der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Mitglied des Obersten Rates
Tel. 06991 2381075 oder 01 2595449
E-mail: baghajati [at] aon.at

Christenverfolgung im Irak: Massenauswanderung ist keine Lösung

Der Asyl-Streit zwischen Kardinal und Innenministerium aus muslimischer Sicht - Ein Kommentar der anderen von TARAFA BAGHAJATI

Die Debatte um die christlichen Flüchtlinge aus dem Irak ließ vor mir die Bilder von bosnischen Flüchtlingen bei der Rückkehr in ihre Heimatstädte wiedererstehen. Es gehört zu meinen schönsten Erinnerungen, durch meine damalige Tätigkeit in einem Evaluierungsteam des Bundeskanzleramtes miterlebt zu haben, wie jene Vertriebenen voll Freude in durch österreichische Hilfe renovierte oder neuerrichtete Häuser einziehen konnten. 

Nun diskutieren wir über die Aufnahme christlicher irakischer Flüchtlinge in Österreich und der EU. Wie problematisch die Selektierung von Flüchtlingen nach Religionszugehörigkeit ist, hat der Standard angesichts der diesbezüglichen Differenzen zwischen Kardinal Schönborn und Innenministerin Fekter in der Weihnachtsausgabe profund analysiert. Keine Frage: Ein Bekenntnis zur Aufnahme von Flüchtlingen bleibt auch in schwierigen Zeiten ein Gebot der Stunde. Ein Aspekt allerdings darf in der aktuellen Debatte nicht vernachlässigt werden: So verständlich die Forderung nach zügiger Asyl-Gewährung für diese Flüchtlinge erscheinen mag, so problematisch kann sich diese Art der Solidarität mit christlichen Glaubensgeschwistern auf deren Präsenz in der Region auswirken.

Erfahrungen der Vergangenheit zeigen: Überall wo eine Bevorzugung der christlichen Migration und Auswanderung stattfand, zum Beispiel aus Syrien, Ägypten oder Palästina, wurde damit ein Stück christliche Identität in dieser Region aufgegeben und zum Teil sogar gelöscht. Gewiss wird hier sogleich der Vorwurf laut werden, dass die Auswanderung aufgrund von Repressalien erfolgte. So richtig dies ist, so wenig darf man gleichzeitig außer Acht lassen, dass auch die Mehrheitsbevölkerung leidet - Intellektuelle und Oppositionelle an erster Stelle. Aktive Unterstützung aus Europa zur Auswanderung hat es für diese große Gruppe aber meines Wissens nie gegeben.

Erfahrungen der Vergangenheit zeigen: Überall wo eine Bevorzugung der christlichen Migration und Auswanderung stattfand, zum Beispiel aus Syrien, Ägypten oder Palästina, wurde damit ein Stück christliche Identität in dieser Region aufgegeben und zum Teil sogar gelöscht. Gewiss wird hier sogleich der Vorwurf laut werden, dass die Auswanderung aufgrund von Repressalien erfolgte. So richtig dies ist, so wenig darf man gleichzeitig außer Acht lassen, dass auch die Mehrheitsbevölkerung leidet - Intellektuelle und Oppositionelle an erster Stelle. Aktive Unterstützung aus Europa zur Auswanderung hat es für diese große Gruppe aber meines Wissens nie gegeben.

Natürlich sei jedem Flüchtling gegönnt, sich ein besseres Leben aufbauen zu können. Gesellschaftspolitisch und demografisch aber sind Massenauswanderungen auch im Hinblick auf andere Aspekte langfristig kein Allheilmittel. Hilfe für die christlichen Iraker sollte in erster Linie humanitär und zwar direkt vor Ort erfolgen. In den Nachbarländern, aber auch im Irak selbst halten sich hunderttausende Flüchtlinge auf. Allein in Syrien sind ca. zwei Millionen Iraker gestrandet. Dass es nicht um einen religiösen Konflikt geht, zeigt nicht zuletzt, wie hier christliche und muslimische Flüchtlinge friedlich, wie einst in der Heimat, Tür an Tür wohnen.

Neben der humanitären wäre aber auch politische Unterstützung nötig, die dafür sorgen sollte, dass die Flüchtlinge umgehend in ihre Städte und Häuser zurückkehren und die zerstörten Kirchen wieder aufgebaut werden können. Nicht nur um deren Funktionstüchtigkeit zu garantieren, sondern auch um ein Zeichen des Selbstbewusstseins und der Selbstverständlichkeit christlicher Präsenz im Irak zu setzen. Die örtlichen christlichen Schulen müssen wieder eröffnet und geschützt werden. Nichts und niemand darf die öffentliche Ausübung von Religion beeinträchtigen.

Neben der humanitären wäre aber auch politische Unterstützung nötig, die dafür sorgen sollte, dass die Flüchtlinge umgehend in ihre Städte und Häuser zurückkehren und die zerstörten Kirchen wieder aufgebaut werden können. Nicht nur um deren Funktionstüchtigkeit zu garantieren, sondern auch um ein Zeichen des Selbstbewusstseins und der Selbstverständlichkeit christlicher Präsenz im Irak zu setzen. Die örtlichen christlichen Schulen müssen wieder eröffnet und geschützt werden. Nichts und niemand darf die öffentliche Ausübung von Religion beeinträchtigen.

Schlussendlich sollte man aber auch mehr Augenmerk auf das zweifelhafte Treiben evangelikaler, vor allem aus den USA stammender Kräfte legen und deren Versuche der Missionierung in Zusammenarbeit mit den "Neocons" nicht auch noch aktiv fördern. Prediger aus dieser Ecke haben es weniger - da kaum aussichtsreich - darauf abgesehen, Muslime zu missionieren, als vielmehr christlichen Orientalen die "Wahrheit" zu verkünden. Und diese Aktivitäten bereiten den eingesessenen Kirchen mehr Kopfzerbrechen als viele andere Schwierigkeiten. Denn die US-Missionare werden von der Bevölkerung als Teil der Besatzung gesehen, aufgrund ihrer aggressiven Selbstpräsentation als die einzig "wahren Christen" im herrschenden Chaos von extremistischen Gruppen mit dem Christentum an sich gleichgesetzt und der Kollaboration bezichtigt. Diese pauschale Simplifizierung wiederum soll Angriffe auf die Christen "rechtfertigen".

Europa ist aufgerufen, sich der Thematik in ihrer ganzen Komplexität anzunehmen. In arabischen Staaten, die gemeinhin als "Entwicklungsländer" gelten, laufen für die dorthin geflüchteten Iraker offizielle Unterstützungsprogramme, während die lokale Bevölkerung zusätzlich, trotz eigener Bedürftigkeit, auf zivilgesellschaftlicher Basis Hilfe leistet. Wer redet in Europa darüber, welche Integrationsleistung das für finanzschwache und vergleichsweise arme Länder bedeutet?

Fazit: Europa wäre gut beraten, sich für die Christen im Irak und für die Iraker überhaupt politisch einzusetzen, es darf sich nicht mit der Aufnahme von ein paar tausend Flüchtlingen aus der Verantwortung stehlen.
 
Weitere Informationen www.islaminitiative.at
Der Autor ist Mitgründer der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen

Muslim-Appell an den Irak

Sorge über Gewalt gegen Christen

Wien. Die islamischen Verbände und Vereine Österreich haben sich besorgt über Gewalt an Christen im Norden des Irak gezeigt.

In einer von Omar Al-Rawi, dem Integrationsbeauftragten der Islamischen Glaubengemeinschaft in Österreich (IGGiÖ), übermittelten Erklärung heißt es unter anderem: "Es war und ist die Pflicht der Muslime nicht nur in Friedenszeiten Toleranz und Respekt mit den religiösen Minderheiten zu leben, sondern auch für deren Schutz zu sorgen und ihre Religions- und Gewissensfreiheit zu garantieren", heißt es weiter in der Stellungnahme, die die Angriffe in Mosul scharf verurteilt. Die irakische Regierung wird aufgefordert, endlich für die Sicherheit der Bevölkerung zu sorgen.

Erfreut zeigte sich die IGGiÖ in einer weiteren Stellungnahme über die Freilassung der beiden Sahara-Geiseln. Gleichzeitig bitte man aber um eine Differenzierung zwischen islamischen Extremisten und Muslimen in Österreich. Die Entführer hätten nicht islamisch gehandelt.

 

Islamische Verbände in Österreich sorgen sich um Christen im Nordirak

Muslimische Gruppen sehen religiöse Vielfalt gefährdet

Wien (APA) - Mehr als ein Dutzend islamischer Verbände in Österreich haben am Montag die jüngsten Verfolgungen und gewalttätigen Übergriffe gegen Christen im Nordirak verurteilt. In letzter Zeit häuften sich Berichte zu Übergriffen gegen die christliche Bevölkerung in der Region rund um die nordirakische Metropole Mossul (Mosul). Die Verbände sehen es laut einer Aussendung der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) als ihre "religiöse Pflicht" an, "diese Entwicklung aufs Schärfste zu verurteilen", und rufen zu Toleranz und Respekt auf. Die irakische Regierung solle zudem "endlich für die Sicherheit der Bevölkerung" sorgen.

"Die christliche Minderheit war immer schon ein Zeichen der ethnischen und religiösen Vielfalt des Irak", heißt es in der Aussendung. Sie habe ihre Kultur so pflegen können, dass sie etwa "bis heute die aramäische Sprache, die Sprache Jesu, beherrscht und verwendet". Es gebe eine lange Tradition gegenseitigen Respekts zwischen Muslimen und Christen in der Region.

Nach Auffassung der unterzeichnenden Verbände "war und ist die Pflicht der Muslime", Toleranz und Respekt gegenüber der religiösen Minderheit zu leben und das Recht auf Religionsausübung zu gewährleisten. Aufgrund der bisherigen friedlichen Koexistenz der verschiedenen Religionen im Norden des Golfstaates hoffen die islamischen Verbände in Österreich, dass "die muslimische Mehrheitsbevölkerung in Mosul ihren Beitrag leistet und gegen die Gewalt ein klares Wort spricht".

Kritik wird in der Aussendung an den USA laut. Die Spannungen seien "eine direkte Folge der US-Invasion im Irak". Der jüngst erfolgte US-Angriff auf Syrien sowie Rufe nach einen militärischen Angriff auf den Iran gäben zusätzlichen Grund zur Sorge.

(Schluss) fpr/rok/mp

Omar Al-Rawi besorgt über Gewalt an Christen im Norden des Irak

„Die gezielte Ermordung eines Geschäftsmannes war ein trauriger Höhepunkt in der derzeitigen ohnedies von ethnischen und religiösen Konflikten gespannten Lage im Irak“, zeigte sich der Integrationssprecher der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Wiener SPÖ-Gemeinderat Omar Al-Rawi am Dienstag besorgt über jüngste Entwicklungen im Irak. „Christen und Muslime leben seit Jahrhunderten friedlich miteinander, sind und waren nicht nur Nachbarn, sondern auch Freunde“, stellte er klar und betonte: „Daher begrüße ich die Entscheidung der irakischen Regierung 900 Polizisten zusätzlich zum Schutz der christlichen Minderheit abzustellen.“****

Zudem sprach Al-Rawi seine Hoffnung aus, dass „die muslimische Mehrheitsbevölkerung in Mosul ihren Beitrag leistet und gegen die Gewalt ein klares Wort ausspricht, die Übergriffe aufs Schärfste verurteilt und ihre Solidarität mit den christlichen Mitbürgern zum Ausdruck bringt“. Denn, so Al-Rawi abschließend: „Das hat immer der islamischen und irakischen Tradition entsprochen.“ (Schluss)

Rückfragehinweis:

Pressedienst der SPÖ-Wien
Tel.: ++43/ 01/ 53 427-222
wien.presse [at] spoe.at (mailto:)
http://www.wien.spoe.at

Muslime melden sich zu Wort

Brief des Tages: Replik auf "Keine Stimme des Bedauerns", Leserbrief, von Pfarrer Wolfgang Pucher, 22. März

Pfarrer Wolfgang Pucher vermisst in einem veröffentlichten Leserbrief eine klare Verurteilung des Mordes an dem irakischen Erzbischof Paulos Faradj seitens der Muslime in Österreich. Nun ist es mir ein Anliegen, dies nicht nur als Muslim, sondern auch als einer, der aus dem Irak stammt, zu tun. Die Behauptung, dass wir uns nie zu Angriffen gegen Kirchen in der islamischen Welt geäußert haben, entspricht nicht der Wahrheit. Es dürften nicht all unsere Stellungnahmen bis zu ihm durchgedrungen sein.

Allerdings sollten wir die Situation im Irak genauer betrachten. Dort herrscht seit dem Einmarsch der US-Truppen vor fünf Jahren ein regelrechter Bürgerkrieg. Opfer sind Muslime und Christen, Araber und Kurden, Sunniten und Schiiten und andere Minderheiten. Jede Gruppe hat einen hohen Blutzoll geliefert und mit vielen Opfern bezahlt. Es vergeht kaum ein Tag, wo nicht im Schnitt 50 Menschen durch Terrorangriffe ihr Leben verlieren. Wollten wir jede dieser Taten verurteilen, müssten wir fast stündlich solche Meldungen veröffentlichen. So zu tun, als wäre die Situation im Irak eine reine Hetzjagd gegen Christen, ist eine Verkennung der Situation und der Sicherheitslage des Iraks.

Es ist auch eine Frage der Zuständigkeit der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ). Als der israelische Minister Liebermann die israelischen Araber "Fünfte Kolonne" nannte und ihren Transfer - ein Euphemismus für ethnische Säuberungen - forderte und die arabischen Knesset-Abgeordneten mit Hamas-Kontakten als Verräter hingerichtet werden sollen; oder als sich in Polen konservative Kräfte Sorgen um die Wertevermittlung des Kinder-TV machten und die Teletubbies verdächtigten, Kindern homosexuelle Verhaltensweisen nahezubringen; oder als der mittlerweile verstorbene US-evangelikaler Hassprediger Pat Robertson zur Liquidation des venezolanischen Staatspräsidenten durch US-Elitesoldaten aufrief, kam niemand auf die glorreiche Idee, die israelitische Kultusgemeinde, die katholische Kirche oder sonst eine andere kirchliche Institution Österreichs aufzufordern, diese Aussagen zu kommentieren oder sich davon zu distanzieren. Und das ist richtig und gut so. Auch als George Bush und seine Evangelikalen mit "christlichem Eifer" sich berufen fühlten, einen "Kreuzzug" zu führen, nahmen wir es nicht als eine christliche Einstellung und forderten niemanden auf, sich mit den Worten "Jetzt reicht's mir" zu distanzieren.

Die IGGiÖ ist eine österreichische Institution, die vor allem die religiösen Belange österreichischer Muslime verwaltet und vertritt. Sie meldet sich selbstverständlich zu FPÖ-Aussagen, wenn diese die Muslime mit Aussagen wie "Daham statt Islam" angreift, oder um Susanne Winters unselige Aussagen zurückzuweisen.

Es dürfte dem Herrn Pfarrer entgangen sein, dass wir nicht zu Demonstrationen gegen die Karikaturen aufgerufen haben und dass wir nach der Regensburger Rede des Papstes zum Tag des Dialogs statt zum Tag des Zornes aufgerufen haben. Die Österreichische Imame-Konferenzen deklarierten sich eindeutig gegen Gewalt und für Religionsfreiheit.

Es ist nicht unsere Aufgabe, wöchentlich Aussagen oder Rülpser Bin Ladens oder von wem auch immer in der Welt zu kommentieren. Unsere Aufgabe ist es, solch extremistisches Gedankengut zu bekämpfen.

Dipl.-Ing. Omar Al-Rawi Integrationsbeauftragter der IGGiÖ

 

 

 

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