FGM: Weibliche Genitalverstümmelung steht im Widerspruch zum Islam

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Vernetztes Vorgehen in der Bekämpfung soll verstärkt werden

Der heutige 6. Februar steht international im Zeichen der Bewusstseinsbildung gegen die grausame Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung – FGM. Als Islamische Glaubensgemeinschaft unterstützen wir alle Bemühungen, FGM zu unterbinden. Dabei sehen wir unsere wesentliche Aufgabe darin, auf Basis einer theologischen Argumentation aufzuzeigen, dass FGM im Widerspruch zum Islam steht.

Religionsgemeinschaften tragen einen hohen Anteil daran, für Aufklärung zu sorgen. Wie sinnvoll sich dieser Weg der Einbindung von meinungsbildenden Stimmen aus den Religionen erwiesen hat, zeigen auch die Erfolge in der Überwindung von FGM. Die Islamische Glaubensgemeinschaft ist hier intensiv eingebunden, zuletzt bei einer richtungweisenden Konferenz in Kairo. Dort verabschiedeten einflussreiche islamische Gelehrte eine Schlusserklärung, die FGM als „strafbare Aggression“ brandmarkt und einen eindringlichen Appell an Muslime richtet, diese „Unsitte gemäß den Lehren des Islam zu unterbinden, da jene verbieten, dem Menschen in irgendeiner Form Schaden zuzufügen…“

FGM ist gegen den Islam. Es steht im Widerspruch zum Gebot von der Unverletzlichkeit des menschlichen Körpers und der Verantwortung für die Bewahrung der Gesundheit. Das Recht der Frau auf ein erfülltes Geschlechtsleben würde ihr durch Genitalverstümmelung genommen.

Die Strategie, in der Überwindung von FGM durch eine klare religiöse Positionierung ein Umdenken zu erreichen, soll auch auf andere Bereiche übertragen werden, wo so genannte „schädliche Traditionen“  Frauen- und Menschenrechte bedrohen. So wie es sich in der Bekämpfung von FGM durchgesetzt hat, den Feind nicht in „dem Islam“ auszumachen und die Religion an sich anzugreifen, soll dies zum Vorbild auch in der Behandlung von Themen wie Ehrenmorden oder Zwangsverheiratung werden, die in krassem Gegensatz zum Islam stehen. Islamfeindliche Töne sind für den konstruktiven Umgang kontraproduktiv, da sie Gegensätze und Unvereinbarkeiten zwischen Religionen und Kulturen konstruieren, wo im Gegenteil ein gemeinsames Menschenrechtsverständnis, das sich durchaus aus verschiedenen Quellen speisen kann, die Basis für ein zielstrebiges vernetztes Vorgehen liefert. In Österreich begrüßen wir, wie in den vergangenen Jahren gerade die Zusammenarbeit im Bereich des Eintretens für Frauenrechte gewachsen ist.

Rückfragehinweis:

Carla Amina Baghajati
Medienreferentin der Islamischen Glaubensgemeinschaft
Tel.: 06991 2381075 oder 01 2595449
e-mail: baghajati [at] aon.at

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