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Kindergärten: Muslime orten Rufschädigung PDF Print E-mail
Written by religion.ORF.at   
Friday, 11 December 2015

Kindergärten: Muslime orten Rufschädigung

Islamische Kindergärten sollen genauer überprüft werden. Darauf haben sich die zuständigen Politiker geeinigt. Laut Carla Amina Baghajati, Sprecherin der IGGiÖ, ist gerade die muslimische Community an einer Aufklärung interessiert.

Mit seiner Studie über islamische Kindergärten in Wien trat der Leiter des Instituts für Islamische Studien an der Universität Wien, Ednan Aslan, vergangene Woche eine lebhafte Politdebatte rund um konfessionelle Kinderbetreuungseinrichtungen los - mehr dazu in Religionsleitfaden für Kindergärten geplant. Islamische Kindergärten sollen in Zukunft genauer überprüft werden.

Baghajati bezeichnete Aslans Studie im Ö1-Morgenjournal am Freitag jedoch als unwissenschaftlich. Was durch die „Vorstudie“ vom Institut für Islamische Studien an Rufschädigung entstanden sei, müsse erst einmal wieder aufgefangen werden, so Baghajati. Gerade die muslimische Community sei aber sehr an einer seriösen Studie und an einer Aufklärung interessiert, so die Sprecherin der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ).

Carla Amina Baghajati

kathbild/Franz Josef Rupprecht

IGGiÖ-Sprecherin Carla Amina Baghajati

„Religiöse Erziehung für Identität“

Baghajati zufolge ist religiöse Erziehung im Kindergarten sehr wichtig. Sie sieht diese als Stärkung des Selbstbewusstseins und als Teil der Identitätsbildung - aber nicht in einem abgrenzenden Sinn, wie sie betont.

„Gerade wenn man ein Konzept hat, das Kinder für die Pluralität unserer Gesellschaft aufs Beste vorbereitet, indem man ihr Selbstvertrauen, ihr Selbstbewusstsein stärkt, Identität vermittelt, aber nicht eine der Abgrenzung, sondern eine Identität der Offenheit der Welt, den Menschen gegenüber, dann macht das Kinder dialogfähig.“ Es gebe viele Beispiele dafür, dass besonders die frühkindliche religiöse Erziehung greife und für ein gutes soziales Zusammenleben fit mache, so Baghajati.

Baghajati begrüßt einen neuen Religionsleitfaden für Kindergärten, denn so könnten gemeinsame interreligiöse Standards festgelegt werden. Schwarze Pädagogik und Indoktrinierung etwa dürften nirgends vorkommen. Religiöse Erziehung im Kindergarten sei vor allem auch deshalb wichtig, weil diese eine Stärkung der im Elternhaus erfahrenen Erziehung darstelle - vor allem im Fall von Minderheiten.

Islamische Kindergärten wollen konstruktive Kritik

Eine gemeinsame Aussendung am Freitag von vier islamischen Kindergärten und Trägervereinen verwehrt sich gegen Pauschalaussagen über „islamische“ Kindergärten. „Wir wünschen uns, dass die Diskussion über Qualität konstruktiv und breit geführt wird und nicht auf Kosten einer Gruppe geht, denn es geht um die Zukunft unserer Kinder und die Zukunft Österreichs“, heißt es in dem Text. Die „sog. Studie“ beinhalte mehrere strafrechtlich relevante Unterstellungen, wobei die geschädigten Vereine und Personen bereits rechtliche Schritte dagegen eingeleitet hätten.

Die Unterzeichner bemängen an der von Aslan durchgeführten „Vorstudie“ die fehlende Konstruktivität. Man sei durchaus offen für Kritik, die dann zu Verbesserungen führe. Für die vorliegende „Vorstudie“ seien lediglich neun Eltern von den geschätzten 10.000 Kindern in islamischen Kindergärten befragt worden. „Alle in unseren Einrichtungen beschäftigten Pädagoginnen und Pädagogen sind qualifiziert. Sie gehören unterschiedlichen Religionen und Kulturen an und haben vielfältige sprachliche Kompetenzen. Ihre Qualifikationen werden regelmäßig von der Stadt Wien überprüft“, so die Trägervereine.

Die Kommunikationssprache in den Einrichtungen sei Deutsch. Einige Kindergärten und -gruppen würden auch muttersprachliche Förderung anbieten, da diese „nachweislich dem Erwerb der deutschen Sprache dient“. Zudem würden Kinder in diesen Kindergärten den selbstverständlichen Umgang mit kultureller und sprachlicher, oftmals auch religiöser Vielfalt kennenlernen. „Sie werden befähigt zu einem Leben in einer pluralistischen Gesellschaft“, hieß es in der Aussendung weiter.

religion.ORF.at

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