Potz Richard

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Wahlumfrage Nationalratswahlen 2017: Einladung zur Pressekonferenz der IMÖ

Pressekonferenz der IMÖ

den 2. Oktober, 10:00 Uhr im Presseklub Concordia,

Bankgasse 8, 1010 Wien

Muslime fordern von Parteien klare Statements zum Thema Islam

Präsentation und Analyse der Antworten auf den Fragenkatalog der IMÖ

 

Am Podium:

Dipl. Ing. Tarafa Baghajati,

Obmann der IMÖ, Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen, 2008 Trägerin des Demokratiepreises der Margarete Lupac Stiftung des österreichischen Parlaments

Univ. Prof. Richard Potz,

Rechtswissenschaftler mit Schwerpunkt auf Rechtsphilosophie, Religions- und Kulturrecht, Experte zum Islamgesetz

Dr. Astrid Mattes,

Plattform „Religion and Transformation in Contemporary Society”, Trägerin des Dissertationspreises für Migrationsforschung 2016 der Österreichischen Akademie der Wissenschaften - ÖAW

Zehn Fragen rund um das Thema Islam und Muslime in Österreich versandte die Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen an die Spitzenkandidatin und -kandidaten der Parteien im Parlament. In dieser Pressekonferenz werden die Antworten präsentiert und durch Univ. Prof. Richard Potz und Dr. Mattes analysiert. Auf die Fragen der  Journalisten gehen wir gerne ein.

Von den rund 700.000 Musliminnen und Muslimen in Österreich sind sehr viele österreichische Staatsbürger /innen. Sie bilden damit eine bedeutende Wählergruppe und verfolgen den Wahlkampf mit großem Interesse. Denn ähnlich wie bei der Wahl zum Bundespräsidenten 2016 geht es um eine Richtungsentscheidung, von der sich Musliminnen und Muslime besonders betroffen fühlen.

Im Wahlkampf ist das Thema Islam sehr präsent. Viele Musliminnen und Muslime haben aber bisher den Eindruck, dass in den Debatten über die Terrorgefahr, Islamismus und Flüchtlinge komplexe Thematiken zu wenig differenziert behandelt werden. Pauschalierende  Zuschreibungen über „den Islam“ und „die Muslime“ sind die Folge.  Populistisch zu Feindbildern überzeichnet verstärken sie Ängste und Ressentiments und gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen hat in diesem Kontext zentrale Fragen gesammelt, um sie den Spitzenkandidatinnen und – kandidaten der verschiedenen Parteien vorzulegen und die Antworten zu veröffentlichen. Auf diese Weise wollen wir einen Beitrag zu einer fundierten Wahlentscheidung und zu einer Verbesserung der politischen Auseinandersetzung leisten.

Rückfragehinweis:

Tarafa Baghajati,
Obmann der IMÖ, Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen

Islam "keine Religion der Gewalt"

Wien - Ist der Islam eine Religion, die "Gewalt zur Pflicht" macht? Bei einer Diskussion vor dem Hintergrund des Streits um die Mohammed-Karikaturen wiesen Moslem-Vertreter in der ORF-Sendung "offen gesagt" Sonntag Abend diese vom Islam-kritischen deutschen Orientalisten Hans-Peter Raddatz vertretene These zurück. Carla Amina Baghajati, Medienreferentin der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, erklärte, sie wehre sich gegen derartige "Vereinfachungen". 

Raddatz kritisierte, dass im Westen "ideologieähnliche Tendenzen" bestünden, die Moslems gewissermaßen unter eine "Schutzhülle" zu stellen und Zweifel an negativen Aspekten des Islam zu vermeiden. Der Islam sei keine Religion an sich, sondern ein rigides Rechts- und Politsystem. Dessen Endpunkt mache die Gewalt zur Pflicht: Die Rechtsordnung, die Scharia, müsse demnach mit dem Herzen, der Propaganda und letztlich auch "mit der Hand" durchgesetzt werden.

Zivilcourage

Baghajati wies die Darstellung von Raddatz zurück und betonte, die von diesem zitierte Hadith (Überlieferung der Aussprüche des Propheten Mohammed) sei vielmehr eine Aufforderung zur Zivilcourage. In Zusammenhang mit dem Karikaturen-Streit meinte sie, die Macher dieser "bewussten Provokation" wollten einen Kulturkampf provozieren. Baghajati lobte zudem die Dialogkultur zwischen Moslems und Regierung in Österreich und fügte hinzu, die moslemische Glaubensgemeinschaft sei nicht homogen.

"Doppelte Standards"

Der deutsch-iranische Autor Navid Kermani bezeichnete die Thesen von Raddatz eine "Unterstellung" und verwahrte sich dagegen, dass man sich im Westen als Moslem immer rechtfertigen und als Gegner von Gewalt bezeichnen müsse. Dem Westen warf er "doppelte Standards" im Umgang mit der islamischen Welt vor.

Der Religionsexperte Richard Potz meinte, Christen würden sich schwerer als Moslems tun, Aufrufe zur Gewalt unter Berufung auf die Offenbarung zu befolgen. Die Struktur des Dialogs mit den Moslems in Österreich nannte Potz vorbildlich.

Der Journalist und "Falter"-Chefredakteur Armin Thurnherr wies auf die "kolonialistische Beziehung" des Westens zum Islam hin, warnte zugleich aber unter Hinweis auf den Mord an dem Filmemacher Theo van Gogh vor einer von Islamisten ausgehenden Atmosphäre der Bedrohung.

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