Leserbrief Tarafa Baghajati z. Artikel: "Islamphobie ist kein Verbrechen"

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In seinem Kommentar „Islamophobie ist kein Verbrechen“ unterlaufen Thomas Kramer gleich zwei Irrtümer. Islamfeindlichkeit (aus meiner Sicht die passendere Bezeichnung) bzw. „Islamophobie“, die bekämpft gehört, stellt nicht ein irrrationales oder angstgesteuertes Verhalten dar, sondern ist ein gesellschaftspolitisches Phänomen, das sich bewusst vorhandener Vorurteile und Verallgemeinerungen bedient, diese rechtfertigt und somit die Diskriminierung von Musliminnen und Muslime zu legitimieren sucht. In diesem Sinne ist es zutreffend, einen Vergleich mit Antisemitismus und Rassismus herzustellen.

Der nächste Irrtum ist die Behauptung, dass die Heilige Schrift des Islam die Aggression gegen Anders- und Ungläubige propagiert. „Kein Zwang in der Religion“ und Akzeptanz der religiösen Vielfalt sind Bestandteile des Islam und vielfach im Koran belegt. Bei Versen im Koran, die einen Kriegszustand beschreiben, handelt es sich ausschließlich um eine Art „Kriegsrecht“, also einen möglichst rasch zu überwindenden Ausnahmezustand. Diese Verse sind selbstverständlich nicht wörtlich, sondern nur in der Gesamtschau mit Vor- und Nachtexten unter Berücksichtigung von „Asbab Annuzul (Begründung der Offenbarung)“ und den Faktoren Mensch, Zeit, Ort und Situation zu verstehen.

Tarafa Baghajati, Wien 03.03.2011
Obmann der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen

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