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Bahn und Nationalsozialismus in Österreich 1938 – 1945 PDF Print E-mail
Written by Tarafa Baghajati   
Wednesday, 31 October 2012

Bahn und Nationalsozialismus in Österreich 1938 – 1945

 

Liebe FreundInnen und Geschwister,

Wer hätte Lust diese Ausstellung am 31.10.2012 ab 19:00 Uhr im Rahmen der Initiative “Go for Culture” gemeinsam in 1020 Wien, Praterstern 3 zu...

besuchen? Es wird auch eine fachkundige Führung geben. Unser Freund Omar Al-Rawi wird ebenfalls anwesend sein. Es ist wichtig, dass sich junge Leute mit der Geschichte Österreichs auseinandersetzen, auch mit den dunkelsten Kapiteln der Vergangenheit. Ihr seid herzlich willkommen und ich bin dankbar für eine kurze Rückmeldung. Auch als Kulturreferent der IRG Wien freue ich mich sehr auf ein zahlreiches Erscheinen und eine anregende Veranstaltung.


Tarafa Baghajati

 

 

Info zur Ausstellung


http://konzern.oebb.at/de/verdraengtejahre/

 

Verdrängte Jahre

Bahn und Nationalsozialismus in Österreich 1938 - 1945

Obwohl die Bahn in der Zeit des Nationalsozialismus eine zentrale Rolle spielte, blieb sie in der Geschichtsschreibung der Österreichischen Bundesbahnen bisher so gut wie unerforscht und ausgeblendet. Die Österreichischen Bundesbahnen (BBÖ) wurden 1938 nach dem "Anschluss" Österreichs an Hitler-Deutschland sofort in die Deutsche Reichsbahn integriert. Ohne Bahn als Transportmittel wären die Kriegslogistik der deutschen Wehrmacht und die Massentransporte in die Vernichtungslager nicht machbar gewesen.

Züge in den Tod

Ohne der logistischen Kapazität der Bahn wäre der systematische Mord an den europäischen Jüdinnen und Juden, an Roma und Sinti, die Deportation von Sloweninnen und Slowenen, von Homosexuellen, Zeuginnen und Zeugen Jehovas und politisch Andersdenkenden nicht möglich gewesen. Drei Millionen Menschen aus fast ganz Europa wurden im Zweiten Weltkrieg mit Zügen in die Vernichtungslager des NS-Regimes transportiert. Die Deutsche Reichsbahn war durch die Deportation zahlloser Menschen unmittelbar am Holocaust beteiligt und mit ihr auch die ehemals österreichischen Bahnbediensteten, die während der Zeit - nach dem "Anschluss" Österreichs an Hitler-Deutschland und dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Mai 1945 - Bedienstete der Deutschen Reichsbahn waren.

Hunderttausende Österreicherinnen und Österreicher, darunter die gesamte jüdische Bevölkerung, wurden gezwungen, ihre Heimat zu verlassen oder in Konzentrations- und Vernichtungslager geschickt. Die Transporte erfolgten mit der Bahn.

Eisenbahner im Widerstand

Die nationalsozialistischen Machthaber versuchten von März 1938 an die Bahnbediensteten an ihr Regime zu binden. Eisenbahnerinnen und Eisenbahner hatten strengere Regeln als Berufsbeamte zu befolgen, mussten "jederzeit rückhaltlos für den nationalsozialistischen Staat eintreten" und sie wurden flächendeckend einer politischen Untersuchung und Überwachung unterzogen. Dennoch waren sie maßgeblich am Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt. So berichtet das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) 1941 über den Widerstand bei der Bahn, dass im Vergleich zum "Altreich ...... die Ostmark seit Ausbruch des Krieges 1939 in sabotagepolizeilicher Hinsicht eine größere Rolle spielte, da hier die fremdländischen Nachrichtendienste und die inländischen Gegnergruppen es bereits früher verstanden hatten, Sabotageorganisationen aufzubauen, ...." 154 Bahnbedienstete wurden wegen Ihres Widerstandes zum Tode verurteilt und hingerichtet, 135 starben in Konzentrationslagen oder Zuchthäusern, 1.438 wurden zu KZ- oder Zuchthausstrafen verurteilt.

Die Ausstellung

Die Ausstellung Verdrängte Jahre. Bahn und Nationalsozialismus in Österreich kann bis 31. Oktober 2012 in Wien besucht werden.

Im Blickpunkt der Themenausstellung stehen

o Der "Anschluss": Die Österreichischen Bundesbahnen bis 1938 und ihre Eingliederung in die Deutsche Reichsbahn

o Die Bahnbediensteten: Das Beamtenrecht und der Berufsalltag im Nationalsozialismus

o Emigration und Kindertransporte: Transporte im Auftrag des NS-Regimes

o Die Sondertransporte: Die Sonderzüge in die Vernichtungslager

o Der Widerstand: Österreichs Eisenbahnerinnen und Eisenbahner im Widerstand

o Die Zwangsarbeit: Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter bei der Deutschen Reichsbahn

o Das "arisierte" Vermögen: Beteiligung der Deutschen Reichsbahn an der "Arisierung jüdischen Vermögens"

o Die Restitution: Nach dem Krieg und der Umgang mit der Vergangenheit

Die Dokumentation zur Themenausstellung kostet 19 Euro und kann unter angefordert werden.

Die Einnahmen werden dem vida-Archiv (Archiv der EisenbahnerInnengewerkschaft) gespendet.

Die Themenausstellung in digitaler Form

Seit Anfang September ist die Themenausstellung in Kooperation mit dem Institut für Creative\Media/Technologies der FH St. Pölten digitalisiert und steht der interessierten Bevölkerung auf dieser Seite zur Verfügung gestellt. Die Dokumentation zur Themenausstellung ist ebenfalls als App abrufbar gemacht.

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