Assad Muhammad

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Koran-Übersetzer bekommt Platz vor der UNO-City

Benennung - Der Schriftzug 22., Muhammad-Asad-Platz wird ab kommenden Montag das Straßenstück vor dem Haupteingang der Wiener UNO-City zieren.

Damit wird erstmals eine Straße in Österreich ganz bewusst nach einem Muslim benannt. Erstmals wird auch der Name des Propheten Mohammed in einem heimischen Straßennamen zu finden sein.

Während die FPÖ erwartungsgemäß von "Schande und Provokation" spricht, hat der SPÖ-Gemeinderat Omar Al-Rawi in dreijähriger Kleinarbeit die anderen Parteien, den Bezirk und die Kulturkommission überzeugt. Denn Mohammad Asad war ein Brückenbauer zwischen dem Westen und dem Islam.

Geboren wurde Asad als Leopold Weiss im Jahre 1900 in Lemberg (Österreich-Ungarn), wuchs aber großteils auch in Wien auf. 1926 konvertierte Weiss vom Judentum zum Islam, weil er von dessen Einfachheit überzeugt war. Er wurde zunächst Berater des Königshauses Ibn-Saud in Arabien. Nachdem seine gesamte Familie in Konzentrationslagern umgebracht worden war, erhielt Asad die Einladung, am ersten islamischen Staat mitzuarbeiten - Pakistan. 1949 trat Asad in den diplomatischen Dienst von Pakistan ein und wurde in der Folge Botschafter bei der UNO in New York.

Später arbeitete er 17 Jahre lang an seinem größten Werk, einer Übersetzung des Koran ins Englische. Gegen Ende seines Lebens war Asad immer mehr enttäuscht vom Zustand der islamischen Welt und und der Intoleranz der Extremisten. Er starb 1992 in Andalusien.

 

Ehrung für jüdischen Muslimen aus Wien

Internationales Flair fürs neue Straßenschild: Ideengeber Al-Rawi am Platz vor der UNO.

Platz vor der UNO trägt ab Montag den Namen des Islamreformers Muhammad Asad

Wien – Der Platz vor dem Tor zum Sitz der Vereinten Nationen in Wien wird ab kommenden Montag den Namen eines Muslimen tragen: "Dass ein Wiener Straßenschild erstmals an einen Muhammad erinnert, stimmt mich stolz", sagt Omar Al-Rawi, SP-Gemeinderat und Integrationsbeaufragter der Islamischen Glaubensgemeinschaft.

Die Benennung des vorher namenlosen Ortes als "Muhammad-Asad-Platz" – "keine Umbenennung, denn eine solche hätte hohe Folgekosten mit sich gebracht" – gehe auf seine Initiative zurück, erzählt Al-Rawi. Die Stadt Wien honorierte dies: Zur Eröffnung wird u.a. Kulturstadtrat Andreas Mailtah-Pokorny erwartet, beim Empfang im Rathaus wird Bürgermeister Michael Häupl reden.

Mit dem Muhammad-Asad-Platz ehre Wien einen "Mann, der einen wichtigen Teil seines Lebens in dieser Stadt verbracht hat", sagt Al-Rawi. Nämlich Kindheit und Jugend, die der spätere Berater des Gründers des Königsreichs Saudi-Arabien, Ibn Saud, und Mitgründer der Republik Pakistan als Leopold Weiss in der damaligen Hauptstadt des k.u.k-Reichs verbrachte. 1900 in einer jüdischen Familie im galizischen Lemberg geboren, übersiedelten Weiss mit Eltern nach Wien, wo er in die Schule ging und Philosophie studierte.

Die neue Religion

Zum Islam kam der Bürgersohn bei einem Besuch eines Onkels in Jerusalem. Die neue Religion, zu der er 1926 konvertierte, änderte sein Leben von Grund auf. "Asad war ein Vertreter des reformorientierten Denken im Islam", schildert Al-Rawi. Das sei er bis zu seinem Tod 1992 im spanischen Granada geblieben, doch da galt er in vielen islamischen Staaten schon als Ketzer.

(Irene Brickner/DER STANDARD-Printausgabe, 12.4.2008)

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