Solidarität

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Stellungnahme zum Besuch des israelischen Verteidigungsministers Ehud Barak in Österreich

Sehr geehrte Damen und Herren,

Unten die Stellungnahme zum Besuch des israelischen Verteidigungsministers Ehud Barak zu Ihrer Information. Gegen den Gaza Krieg haben sich damals  90 Organisationen zur "Plattform gegen den Gaza-Krieg" zusammengefunden, um ihre Soldarität mit dem palästinensichen Volk auszudrücken. Unten finden Sie zur Erinnerung die Erklärung vom Jänner 2009 mit den unterzeichnenden Organisationen. Aus Zeitgründen war es uns nicht möglich, dass hier alle damaligen UnterzeichnerInnen offiziell unterzeichnen. Aus den zahlreichen Reaktionen während der letzten Tage sind wir überzeugt, dass diesmal alle und noch mehr noch einmal unterstützen würden.

Stellungnahme zum Besuch des israelischen Verteidigungsministers Ehud Barak in Österreich

Wir haben vom Besuch des israelischen Verteidigungsministers Ehud Barak in Österreich erfahren.

Als Repräsentanten von für Frieden und Völkerverständigung tätiger Nicht-Regierungs-Organisationen möchten wir unsere Besorgnis hiermit zum Ausdruck bringen.

Wir erwarten von Minister Darabos,  aber auch allen anderen österreichischen Politikern, dass sie dem israelischen Minister unmissverständlich die Haltung Österreichs in Bezug auf Nahost zum Ausdruck bringen.

Insbesondere ist die Verurteilung der israelischen Besatzungs- und Vertreibungspolitik durch Österreich zu vermitteln. Jene Politik, die erst vor wenigen Tagen ziemlich unmissverständlich auch durch die EU-Außenminister verurteilt worden ist.

Jedenfalls verletzt diese Politik (völkerrechtswidrige Siedlungspolitik, völkerrechtswidrige Annektierung besetzter arabischer Gebiete wie Ost-Jerusalem und der syrischen Golanhöhen, fortgesetzter Bau des sog. Sicherheitszaunes gegen ein klares Gutachten des Internationalen Gerichtshofes etc.) seit Jahrzehnten fundamentale Bestimmungen des Völkerrechtes. Auch in der erwähnten Erklärung der EU-Außenminister wird eindeutig betont, dass diese Verletzungen internationalen Rechts durch Israel die primäre Ursache für das Scheitern des Nah-Ost-Friedensprozesses darstellt. Ehud Barak ist also Repräsentant einer Regierung, welche konsequent und aggressiv internationales Recht verletzt. Wir erwarten als besorgte österreichische Staatsbürger von unsere Regierung, dass sie die Gelegenheit dieses Besuches auf jeden Fall nützt, um Minister Barak auf diese Umstände hinzuweisen.

Nicht unerwähnt möchten wir lassen, dass Ehud Barak darüber hinaus als Verteidigungsminister in ganz besonderer Weise verantwortlich für die völkerrechtswidrigen Handlungen Israels ist. Er ist als einer der verantwortlichen Befehlshaber der israelischen Armee unmittelbar, direkt und unserer Ansicht auch persönlich für die zahlreichen Kriegsverbrechen der israelischen Armee im Zuge der israelischen Angriffe auf den Gazastreifen zwischen 27.12.2008 und 18.1.2009 verantwortlich.  Die vom prominenten südafrikanischen Richter und Rechtsprofessor Richard Goldstone im Auftrag des UN-Menschenrechtsbeirates durchgeführte Untersuchung erhebt eine Vielzahl konkreter Vorwürfe gegen die israelische Armee aber auch gegen die gesamte Kriegsführung. Damit steht die unmittelbare und persönliche Verantwortung der verantwortlichen israelischen Politiker, somit in besonderer Weise auch des Verteidigungsministers, zur Debatte. Die Aussagekraft des Goldstone-Berichtes wird unserer Meinung nach auch nicht dadurch geschmälert, dass Israel die Zusammenarbeit mit dieser Kommission kategorisch abgelehnt und dann auch deren Ergebnisse zurückgewiesen hat. Im Gegenteil, der Verdacht liegt doch nahe, dass Israel eine neutrale und objektive Untersuchung durch internationale Experten aus Angst, konkreter Kriegsverbrechen überführt zu werden, verhindert hat. Wir erwarten daher auch in diesem Zusammenhang von unserer Regierung, dass Sie diese Verbrechen auf das Schärfste verurteilen und Minister Barak eindringlich auffordern, sich einer internationalen Untersuchung der Vorkommnisse während des Gaza-Überfalles zu stellen.

In diesem Zusammenhang sei noch darauf verwiesen, dass es bereits seit einiger Zeit eine internationale Kampagne gegen führende israelische Offiziere gibt, welche in einigen Fällen sogar dazu geführt hat, dass manche Besuche in europäischen Staaten abgesagt worden sind. Auch die Tatsache, dass die israelische Armee allen aktiven und ehemaligen Angehörigen automatischen Rechtsschutz für den Fall von Anklagen wegen Kriegsverbrechen garantiert und dies erst jüngst wieder bekräftigt hat, gibt doch auch einen Hinweis darauf, dass selbst die israelische Armee nicht mehr an die „Reinheit ihrer Waffen“ glaubt. Dazu liegen inzwischen auch schon zu viele konkrete Aussagen von Soldaten vor, die ihre eigene Armee beschuldigen, systematische Kriegsverbrechen zu begehen.


 GAZA: Erklärung der unterzeichnenden Organisationen, 08.01.2009

Die unterzeichnenden Organisationen und Vereine verurteilen auf das schärfste das mörderische Vorgehen der israelischen Armee gegen die wehrlose Bevölkerung von Gaza. Vor den Augen der Welt werden Zivilisten kaltblütig bombardiert – Zivilisten, die seit über 18 Monaten durch die Abriegelung von Gaza förmlich ausgehungert worden waren und deren katastrophale humanitäre Situation eigentlich eines Aufschreis der Weltöffentlichkeit bedurft hätte. Bereits nach den ersten Stunden der Angriffe ist eine Opferbilanz von mehr als 195 Toten zu beklagen. Hinter jedem dieser Toten steht ein menschliches Schicksal und trauernde verzweifelte Hinterbliebene. Zahlreiche Frauen und Kinder sind unter den Getöteten.

Ungezählt sind die Verletzten, die in den besonders von der israelischen Blockade betroffenen Spitälern kaum die erforderliche medizinische Hilfe finden können. Auch das Töten von Beamten und Polizisten ist ein Kriegsverbrechen, auch wenn sie Uniformierte sind. Diese sind keine bewaffneten Kämpfer, sondern Angehörige des Verwaltungsapparats.

Wir fordern die Weltgemeinschaft auf, allen voran die arabischen Staaten, die EU, die UNO sowie den neuen US Präsidenten Barak Obama, alles in ihrer Macht stehende zu unternehmen, um dieses Blutbad umgehend zu beenden. Das Gedenkjahr 2008 ist noch nicht zu Ende, und solche Kriegsverbrechen dürfen nicht schweigend zur Kenntnis genommen werden. Der sich ankündigende israelische Wahlkampf darf nicht über die Leichen der Palästinenser geführt werden. Der Krieg gegen den Libanon 2006 hat gezeigt, dass militärische Großoffensiven in keiner Weise einem Friedensprozess förderlich sind. Österreich als Mitglied des Weltsicherheitsrates kommt hier eine besondere Rolle zu. Wir fordern die österreichische Regierung auf diese Verantwortung zu übernehmen. Die bisherige „nicht bindende Erklärung“ ist in keiner Weise ausreichend. Das Töten von hunderten Menschen ist ein Massaker gegen die Bevölkerung in Gaza und muss daher eindeutig verurteilt werden.

Wir rufen gleichfalls die europäische und die österreichische Zivilgesellschaft und die Politik auf, ihre Solidarität mit der leidenden palästinensischen Bevölkerung deutlich auszudrücken. Wir appellieren an die Medien eine sachliche Berichterstattung zu führen. Die schrecklichen Bilder, die in diversen internationalen Sendern ausgestrahlt werden, sind aus journalistischer Informationspflicht zu zeigen. Die vorbildliche Initiative „Licht ins Dunkel“ bitten wir mit einem Teil der gesamelten Spenden den Spitälern in Gaza zu helfen.

Schließlich appellieren wir an die palästinensischen Organisationen, den Versöhnungsprozess voranzutreiben und zu vertiefen, um die Einheit des palästinensischen Volkes zu bestärken.

Wien, 27.12.2008, aktualisiert am 29.12.2008

Unterzeichnerliste:

Wien, Stand 08.01.2009, 15:00 Uhr
1.      Islamische Religionsgemeinde Wien für Wien, Niederösterreich und Burgenland
2.      Islamischer Koordinationsrat der muslimischen Vereine in Österreich (ISKORAT, ca. 45 Organisationen)
3.      Islamische Föderation Wien IFW
4.      ATIB Türkisch islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich
5.      Palästinensische Vereinigung Österreich P.V.Ö.
6.      Dachverband der Bosniaken in Österreich
7.      Islamische Vereinigung Ahlul-Bayt – Österreich, Verband für die schiitischen Vereine
8.      UETD Union of European Turkish Democrats
9.      Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost (EJJP-Österreich) 
10.    Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen“ (GÖAB)
11.    Frauen in Schwarz (Wien)
12.    Muslimische Jugend Österreich MJÖ
13.    Österreichisch-Arabische Union
14.    Islamische Religionsgemeinde Bregenz für Vorarlberg und Tirol
15.    Islamische Religionsgemeinde Graz für Steiermark und Kärnten
16.    Islamische Religionsgemeinde Linz f. OÖ, RPR und Salzburg
17.    Islamisches Bildungs- und Kulturzentrum - Österreich
18.    Liga Kultur
19.    Gesellschaft für Zusammenkunft der Kulturen (Schura Moschee)
20.    ABIZ (Anatolisches Bildungszentrum)
21.    Ägyptische Gemeinde in Österreich
22.    Ägyptischer Klub
23.    Ahwazische Kommunikation
24.    Al’Ahli Fanklub
25.    Arabische Organisation für Menschenrechte
26.    Arabischer Kulturverein
27.    Balkanclub
28.    Bangladesch islamischer kulturverein Baitul Mukarram
29.    Bildungs- Beratungs- und Kulturzentrum für Migranten
30.    Bildungs Förderung (MEKTEB)
31.    Bündnis Mosaik
32.    CARIMA Caritative Arbeitsgemeinschaft
33.    Center for Social and Political Studies
34.    CIRDE-AUSTRIA - Zentrum der islamischen Forschung Dokumentation und Bildung
35.    EL-MUHLASUN" - Islamischer Sufiten Verein in Österreich
36.    Eurostudent
37.    Forum Muslimischer Frauen Österreich
38.    Gesellschaft der palästinensischen Frauen in Europa / Austria
39.    Hania Verein für Frauen und Kinder
40.    Im Glashaus - Kunst&Kulturpräsentation
41.    Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen IMÖ
42.    Irakhilfswerk
43.    Irakische Gemeinde in Österreich
44.    Islamic Supreme Council of Iraq, Vienna Office
45.    Islamische Institut Österreich
46.    Islamische Vereinigung Österreich „Al-Hidaya Moschee“
47.    Islamischer Kulturverein der Türkischen Arbeiter in Österreich
48.    Islamisches Zentrum Imam Ali Wien
49.    ISV Interkulturelle Studenten Vereinigung
50.    JUWA Jugend Föderation Österreich
51.    JUWEL - Jugendwerk zum Licht
52.    KUGEL Kultur-Geschichte-Literaturverein  
53.    Kulturverein Al-Andalus
54.    Kuturverein Kanafani
55.    Liga Kulturverein für Multi-Kulturellen Brückenbau – Graz
56.    Linkswende
57.    Menschenfreunde International
58.    Moschee Ahl ul beit Salzburg
59.    Moschee Ahl ul beit Wien (Irakische Schiiten)
60.    Moschee Al Asr Wien (pakistanische Moschee)
61.    Moschee Al-Mahdi (Türkische Schiiten)
62.    Muslimischer Akademikerbund
63.    Muslimischer Lehrerverein
64.    ÖAIKD Verein für Kulturdialog - Alfath Moschee
65.    Österreichische Gesellschaft für medizinische Öffentlichkeitsarbeit
66.    Österreichische Islamische Föderation
67.    Österreichisch-Türkischer Kulturverein für Freundschaft und Solidarität von Sizir u. Umgebung
68.    Österreich-Syrisches Ärztekomitee
69.    Österreisch-Arabische Ärzte Und Apothekervereinigung
70.    Palästina Forum
71.    Palästinensische Gemeinde in Österreich
72.    Plattform Islam
73.    RAMADAN Internetmedium, Wien
74.    SIGN KULTUR und JUGEND Verein
75.    SOLMIT Solidarisches Miteinender
76.    Sudanesischer Kulturverein
77.    The colourful world of children
78.    TULPE Verein für interkulturelle Orientierung
79.    Union albanischer Muslime in Österreich
80.    Verband der Ägypter in Österreich
81.    Verband der Österreicher Arabischer Abstammung
82.    Verein für antirassistische und friedenspolitische Initiative/Dar Al Janub
83.    Verein für Arabische Frauen
84.    Verein für Executives Training von WirtschaftsstudentInnen Aktivitäten-FETA
85.    Verein Palästinensische Frauen in Europa
86.    Verein von Immigranten Tunesiens in Österreich (VIT)
87.    Vereinigung der syrischen Gemeinden in Österreich
88.    Voneinander Lernen
89.    WAKT Wien Ausbildung, Kultur, Toleranz
90.    Wiener Friedensbewegung
91.    Mevlana Platform in Österreich
92.    Fünfhaus Jugend Kultur ve Sport Verein

Nahost: "Lasst Gaza leben" - Solidaritätsdemo vor Wiener UNO-City

Hunderte Demonstranten forderten Ende der israelischen Angriffe

Wien (APA) - Auch am Dienstag ist es in Wien wieder zu lautstarken Protestkundgebungen gegen die israelische Offensive im Gazastreifen gekommen. Bei klirrender Kälte fanden sich mehrere hundert Männer, Frauen und Kinder vor der Wiener UNO-City ein, um unter dem Motto "Lasst Gaza leben" mit Transparenten und in Sprechchören Israel anzuklagen und Hilfe durch die internationale Staatengemeinschaft einzufordern.

Die Kundgebung mit rund 700 Teilnehmern verlief ruhig, die Polizei hatte aber mit einem massiven Aufgebot an Einsatzkräften auch für eine wesentlich größere Demo vorgesorgt. Die Demonstranten wollten auch eine Petition der eigenen Angaben zufolge insgesamt bereits 85 an der Initiative "Stoppt das Massaker in Gaza" beteiligten Organisationen an UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon übergeben.

Begleitet von Sprechchören wie "Kindermörder Israel" oder "Menschenrechte für Alle", schwenkten Erwachsene wie Kinder vor dem Eingang zum Wiener UNO-Hauptquartier großformatige Bilder von verstümmelten Leichen, verletzten, blutenden und weinenden Kindern im Gazastreifen.

"Die israelische Regierung wird, wie zuvor im Libanon-Krieg 2006, ihre Ziele nicht erreichen", erklärte Tarafa Baghajati, Sprecher der Initiative "Stoppt das Massaker in Gaza" dazu in einer Aussendung. "Die Chance auf Frieden in der Region wird durch die Militäroperation in weite Ferne gerückt." Die EU-Staaten forderte er auf, "sich auf die Seite des Völkerrechtes zu stellen und diese Verletzung des Völkerrechtes eindeutig zu verurteilen."

Österreich komme als nunmehriges Mitglied des UNO-Sicherheitsrates für die Initiative eine besondere Rolle zu. "Wir fordern die österreichische Regierung auf, diese Verantwortung zu übernehmen", forderte Baghajati. "Das Töten von Hunderten Menschen ist ein Massaker gegen die Bevölkerung in Gaza und muss daher eindeutig verurteilt werden."  "Keinesfalls", betonte er aber, "darf dieser Konflikt zu Konfrontationen zwischen Muslimen und Juden in Europa führen. Man muss, wie bisher in Österreich, weiterhin gemeinsam gegen Rassismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit kämpfen."

(Schluss) an/mri

Österreichische Muslime verurteilen "mörderische" Gaza-Angriffe

Gemeinsame Erklärung veröffentlicht - Aufruf zu Großdemonstration

Wien (APA) - Österreichische Muslime haben am Sonntag in einer von mehreren Organisation unterzeichneten gemeinsamen Erklärung "das mörderische Vorgehen der israelischen Armee gegen die wehrlose Bevölkerung von Gaza auf das schärfste verurteilt".

Die Erklärung wurde der APA von Tarafa Baghajati von der "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" übermittelt.

Vor den Augen der Welt würden "Zivilisten kaltblütig bombardiert", heißt es in dem Schreiben. Es handle sich um Zivilisten, "die seit über 18 Monaten durch die Abriegelung von Gaza förmlich ausgehungert" worden seien und deren "katastrophale humanitäre Situation eigentlich eines Aufschreis der Weltöffentlichkeit bedurft hätte".

Hinter jedem der Hunderten Toten stünden "ein menschliches Schicksal und trauernde verzweifelte Hinterbliebene", heißt es in der Erklärung weiter. Zahlreiche Frauen und Kinder seien unter den Getöteten. Den ungezählten Verletzten könne in den besonders von der israelischen Blockade betroffenen Spitälern kaum die erforderliche medizinische Hilfe geleistet werden.

Auch das Töten von Beamten und Polizisten sei ein "Kriegsverbrechen", auch wenn sie Uniformierte seien. "Diese sind keine bewaffneten Kämpfer, sondern Angehörige des Verwaltungsapparats" wird in der Erklärung betont.

Die Unterzeichner fordern die Weltgemeinschaft auf, "allen voran die arabischen Staaten, die EU, die UNO sowie den neuen US Präsidenten Barak Obama, alles in ihrer Macht stehende zu unternehmen, um dieses Blutbad schleunigst zu beenden." Auch die europäische und die österreichische Zivilgesellschaft und die Politik müssten ihre Solidarität mit der leidenden palästinensischen Bevölkerung deutlich auszudrücken.

An die Medien wird appelliert, "eine sachliche Berichterstattung zu führen". Die "schrecklichen Bilder", die in diversen internationalen Sendern ausgestrahlt würden, müssten "aus journalistischer Informationspflicht" gezeigt werden. Die "vorbildliche Initiative" "Licht ins Dunkel" wird gebeten, mit einem Teil der gesammelten Spenden den Spitälern in Gaza zu helfen.

Schließlich appellieren die Unterzeichner der Erklärung "an die palästinensische Organisationen, den Versöhnungsprozess voranzutreiben und zu vertiefen, um die Einheit des palästinensischen Volkes zu bestärken".

Auf die Beendigung der Waffenruhe durch die Hamas und die auf Israel gefeuerten Kassam-Raketen wird in der Erklärung kein Bezug genommen.

Für kommenden Freitag wird "zu einer großen Demonstration" aufgerufen. Details dazu sollen noch bekanntgegeben werden.

(Schluss) zaa

 

 

 

GAZA: Erklärung der unterzeichnenden Organisationen

Die unterzeichnenden Organisationen und Vereine verurteilen auf das schärfste das mörderische Vorgehen der israelischen Armee gegen die wehrlose Bevölkerung von Gaza. Vor den Augen der Welt werden Zivilisten kaltblütig bombardiert – Zivilisten, die seit über 18 Monaten durch die Abriegelung von Gaza förmlich ausgehungert worden waren und deren katastrophale humanitäre Situation eigentlich eines Aufschreis der Weltöffentlichkeit bedurft hätte. Bereits nach den ersten Stunden der Angriffe ist eine Opferbilanz von mehr als 195 Toten zu beklagen. Hinter jedem dieser Toten steht ein menschliches Schicksal und trauernde verzweifelte Hinterbliebene. Zahlreiche Frauen und Kinder sind unter den Getöteten.

Ungezählt sind die Verletzten, die in den besonders von der israelischen Blockade betroffenen Spitälern kaum die erforderliche medizinische Hilfe finden können. Auch das Töten von Beamten und Polizisten ist ein Kriegsverbrechen, auch wenn sie Uniformierte sind. Diese sind keine bewaffneten Kämpfer, sondern Angehörige des Verwaltungsapparats.

Wir fordern die Weltgemeinschaft auf, allen voran die arabischen Staaten, die EU, die UNO sowie den neuen US Präsidenten Barak Obama, alles in ihrer Macht stehende zu unternehmen, um dieses Blutbad umgehend zu beenden. Das Gedenkjahr 2008 ist noch nicht zu Ende, und solche Kriegsverbrechen dürfen nicht schweigend zur Kenntnis genommen werden. Der sich ankündigende israelische Wahlkampf darf nicht über die Leichen der Palästinenser geführt werden. Der Krieg gegen den Libanon 2006 hat gezeigt, dass militärische Großoffensiven in keiner Weise einem Friedensprozess förderlich sind. Österreich als Mitglied des Weltsicherheitsrates kommt hier eine besondere Rolle zu. Wir fordern die österreichische Regierung auf diese Verantwortung zu übernehmen. Die bisherige „nicht bindende Erklärung“ ist in keiner Weise ausreichend. Das Töten von hunderten Menschen ist ein Massaker gegen die Bevölkerung in Gaza und muss daher eindeutig verurteilt werden.

Wir rufen gleichfalls die europäische und die österreichische Zivilgesellschaft und die Politik auf, ihre Solidarität mit der leidenden palästinensischen Bevölkerung deutlich auszudrücken. Wir appellieren an die Medien eine sachliche Berichterstattung zu führen. Die schrecklichen Bilder, die in diversen internationalen Sendern ausgestrahlt werden, sind aus journalistischer Informationspflicht zu zeigen. Die vorbildliche Initiative „Licht ins Dunkel“ bitten wir mit einem Teil der gesamelten Spenden den Spitälern in Gaza zu helfen.

Schließlich appellieren wir an die palästinensischen Organisationen, den Versöhnungsprozess voranzutreiben und zu vertiefen, um die Einheit des palästinensischen Volkes zu bestärken.

Wien, 27.12.2008, aktualisiert am 29.12.2008

Unterzeichnerliste:

Wien, Stand 08.01.2009, 15:00 Uhr

1. Islamische Religionsgemeinde Wien für Wien, Niederösterreich und Burgenland
2. Islamischer Koordinationsrat der muslimischen Vereine in Österreich (ISKORAT, ca. 45 Organisationen)
3. Islamische Föderation Wien IFW
4. ATIB Türkisch islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich
5. Palästinensische Vereinigung Österreich P.V.Ö.
6. Dachverband der Bosniaken in Österreich
7. Islamische Vereinigung Ahlul-Bayt – Österreich, Verband für die schiitischen Vereine
8. UETD Union of European Turkish Democrats
9. Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost (EJJP-Österreich) 
10. Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen“ (GÖAB)
11. Frauen in Schwarz (Wien)
12. Muslimische Jugend Österreich MJÖ
13. Österreichisch-Arabische Union
14. Islamische Religionsgemeinde Bregenz für Vorarlberg und Tirol
15. Islamische Religionsgemeinde Graz für Steiermark und Kärnten
16. Islamische Religionsgemeinde Linz f. OÖ, RPR und Salzburg
17. Islamisches Bildungs- und Kulturzentrum - Österreich
18. Liga Kultur
19. Gesellschaft für Zusammenkunft der Kulturen (Schura Moschee)
20. ABIZ (Anatolisches Bildungszentrum)
21. Ägyptische Gemeinde in Österreich
22. Ägyptischer Klub
23. Ahwazische Kommunikation
24. Al’Ahli Fanklub
25. Arabische Organisation für Menschenrechte
26. Arabischer Kulturverein
27. Balkanclub
28. Bangladesch islamischer kulturverein Baitul Mukarram
29. Bildungs- Beratungs- und Kulturzentrum für Migranten
30. Bildungs Förderung (MEKTEB)
31. Bündnis Mosaik
32. CARIMA Caritative Arbeitsgemeinschaft
33. Center for Social and Political Studies
34. CIRDE-AUSTRIA - Zentrum der islamischen Forschung Dokumentation und Bildung
35. EL-MUHLASUN" - Islamischer Sufiten Verein in Österreich
36. Eurostudent
37. Forum Muslimischer Frauen Österreich
38. Gesellschaft der palästinensischen Frauen in Europa / Austria
39. Hania Verein für Frauen und Kinder
40. Im Glashaus - Kunst&Kulturpräsentation
41. Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen IMÖ
42. Irakhilfswerk
43. Irakische Gemeinde in Österreich
44. Islamic Supreme Council of Iraq, Vienna Office
45. Islamische Institut Österreich
46. Islamische Vereinigung Österreich „Al-Hidaya Moschee“
47. Islamischer Kulturverein der Türkischen Arbeiter in Österreich
48. Islamisches Zentrum Imam Ali Wien
49. ISV Interkulturelle Studenten Vereinigung
50. JUWA Jugend Föderation Österreich
51. JUWEL - Jugendwerk zum Licht
52. KUGEL Kultur-Geschichte-Literaturverein  
53. Kulturverein Al-Andalus
54. Kuturverein Kanafani
55. Liga Kulturverein für Multi-Kulturellen Brückenbau – Graz
56. Linkswende
57. Menschenfreunde International
58. Moschee Ahl ul beit Salzburg
59. Moschee Ahl ul beit Wien (Irakische Schiiten)
60. Moschee Al Asr Wien (pakistanische Moschee)
61. Moschee Al-Mahdi (Türkische Schiiten)
62. Muslimischer Akademikerbund
63.    Muslimischer Lehrerverein
64. ÖAIKD Verein für Kulturdialog - Alfath Moschee
65. Österreichische Gesellschaft für medizinische Öffentlichkeitsarbeit
66. Österreichische Islamische Föderation
67. Österreichisch-Türkischer Kulturverein für Freundschaft und Solidarität von Sizir u. Umgebung
68. Österreich-Syrisches Ärztekomitee
69. Österreisch-Arabische Ärzte Und Apothekervereinigung
70. Palästina Forum
71. Palästinensische Gemeinde in Österreich
72. Plattform Islam
73. RAMADAN Internetmedium, Wien
74. SIGN KULTUR und JUGEND Verein
75. SOLMIT Solidarisches Miteinender
76. Sudanesischer Kulturverein
77. The colourful world of children
78. TULPE Verein für interkulturelle Orientierung
79. Union albanischer Muslime in Österreich
80. Verband der Ägypter in Österreich
81. Verband der Österreicher Arabischer Abstammung
82. Verein für antirassistische und friedenspolitische Initiative/Dar Al Janub
83. Verein für Arabische Frauen
84. Verein für Executives Training von WirtschaftsstudentInnen Aktivitäten-FETA
85. Verein Palästinensische Frauen in Europa
86. Verein von Immigranten Tunesiens in Österreich (VIT)
87. Vereinigung der syrischen Gemeinden in Österreich
88. Voneinander Lernen
89. WAKT Wien Ausbildung, Kultur, Toleranz
90. Wiener Friedensbewegung

"Forum abrahamitischer Religionen" verurteilt Terror in Bombay

Terroristische Überfälle wie die Aktionen in der indischen Wirtschaftsmetropole können "religiös und politisch in keiner Weise gerechtfertigt werden."

Wien, 29.11.08 (KAP) Das "Forum abrahamitischer Religionen in Österreich" - in dem Christen, Juden und Muslime vertreten sind - hat den Terror in Bombay einmütig verurteilt. Terroristische Überfälle wie die Aktionen in der indischen Wirtschaftsmetropole können "religiös und politisch in keiner Weise gerechtfertigt werden", heißt es in einer Erklärung des "Forums abrahamitischer Religionen", das am Freitag seine ordentliche Sitzung in Wien abgehalten hatte. Besonders scharf wurde verurteilt, dass sich die Terrorakte auch gegen religiöse Einrichtungen richteten, etwa das Gemeindezentrum des jüdischen "Chabad Lubavitch Movement".

Ausdrücklich begrüßte das "Forum abrahamitischer Religionen" eine Erklärung der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich zu den Terrorakten in Bombay: "Daher ist einmal mehr festzuhalten, dass der Einsatz von Terror und Gewalt ein Irrweg ist, der außer menschlichem Leid nur neuerliche Aggression und damit einen Teufelskreis der Gewalt mit sich bringt". Berechtigte Anliegen von Benachteiligten und Unterdrückten müssten unter Einsatz von legalen und friedlichen Mitteln erreichbar sein. Wer immer anmaßend glaube, zum Erreichen "höherer Ziele" Opfer in der Zivilbevölkerung, Tod und Zerstörung in Kauf nehmen zu können, agiere menschenverachtend. In der Erklärung der Islamischen Glaubensgemeinschaft wurde ausdrücklich festgehalten: "Keine religiöse Legitimierung findet sich in den Quellen des Islam für das, was sich derzeit in Bombay abspielt".

Zu den Zielen des "Forums abrahamitischer Religionen" gehört es insbesondere, die gegenseitige Wahrnehmung von Gläubigen der drei monotheistischen Religionen auch durch Kontakte zwischen Religionslehrern und Schülern zu fördern. (ende)

Islamische Verbände und Vereine besorgt über Gewalt an Christen im Norden des Irak

Islamische Verbände und Vereine besorgt über Gewalt an Christen im Norden des Irak

Mit großer Sorge und Betroffenheit verfolgen wir die jüngsten Nachrichten über Angriffe auf die christliche Bevölkerung im Norden des Irak und die steigende Gewalt. Die christliche Minderheit war immer schon ein Zeichen der ethnischen und religiösen Vielfalt des Irak. Eine lange Tradition gegenseitiger Toleranz und Respekts und des friedlichen Miteinanders war ein positives Kennzeichen des Irak.

Die Christen genossen hier umfassende Religionsfreiheit. Ihre Kirchen, Schulen und Institutionen waren nicht zuletzt durch ihre deutliche Sichtbarkeit ein äußerer Beweis dafür. Christliche Feiertage waren arbeitsrechtlich garantiert und christliche Kultur wurde so gepflegt, dass bis heute diese Minderheit die aramäische Sprache, die Sprache Jesu’, beherrscht und verwendet. Christen und Muslime lebten seit Jahrhunderten friedlich miteinander, sind und waren nicht nur Nachbarn, sondern auch Freunde. Die hunderttausenden irakischen Flüchtlinge, die vor allem in Syrien Aufnahme gefunden haben, leben nun wieder konfessionell gemischt Tür an Tür nebeneinander, ohne dass es hier Probleme gäbe.

Es war und ist die Pflicht der Muslime nicht nur in Friedenszeiten Toleranz und Respekt  mit den religiösen Minderheiten zu leben, sondern auch für deren Schutz zu sorgen und ihre Religions- und Gewissensfreiheit zu garantieren. Daher hoffen wir, dass die muslimische Mehrheitsbevölkerung in Mosul ihren Beitrag leistet und gegen die Gewalt ein klares Wort spricht, die Übergriffe aufs Schärfste verurteilt und ihre Solidarität mit den christlichen Mitbürgern zum Ausdruck bringt.

Wir sehen es als unsere religiöse Pflicht an, diese Angriffe auf das schärfste zu verurteilen und drücken unser tiefstes Bedauern und Mitgefühl allen Leidtragenden und Hinterbliebenen aus.

Diese Angriffe stellen leider einen vorläufigen traurigen Höhepunkt in der derzeitigen ohnedies durch ethnische und religiöse Konflikte gespannten Lage im Irak dar.

Wir fordern die irakische Regierung auf, endlich für die Sicherheit der Bevölkerung zu sorgen.

Diese ethnischen und religiösen Spannungen sind auch eine direkte Folge der US Invasion im Irak. Daher fühlen wir uns bestärkt in unserer prinzipiellen Haltung, dass Konflikte nicht militärisch zu lösen sind. In diesem Sinne sind wir besorgt über den jüngst erfolgten Angriff auf Syrien, aber auch verunsichern uns Rufe nach einem militärischen Angriff auf den Iran.

Rückfragen:

Dipl.-Ing. Omar Al-Rawi
Integrationsbeauftragter der Islamischen Glaubengemeinschaft in Österreich
0664 383 19 42
omar.al-rawi [at] spw.at

Unterzeichner:

Islamische Religionsgemeinde Wien für Wien, Niederösterreich und Burgenland
Islamische Religionsgemeinde Linz f. OÖ, RPR und Salzburg
Islamische Religionsgemeinde Vorarlberg und Tirol
Islamische Religionsgemeinde Steiermark und Kärnten
Österreichische Islamische Föderation (AIF) verwaltet 50 Gebetsstätten
Initiative muslimische ÖsterreicherInnen IMÖ
Gesellschaft für Zusammenkunft der Kulturen (Schura Moschee)
Islamische Liga der Kulturen
Plattform Islam
Muslimischer Lehrerverein
Kulturverein Al-Andalus
Muslimischer Akademikerbund
Dachverband der Bosniaken in Österreich verwaltet 23 Gebetsstätten
Irakhilfswerk
Palästinensische Vereinigung Österreich P.V.Ö.
Liga Kultur Verein für Muli-Kulturellen Brückenbau – Graz
Forum Muslimischer Frauen Österreich

Sahara-Geiseln: Österreichische Muslime richten Apell an Entführer

Schakfeh-Referent wandte sich über Al Jazeera an die Extremistengruppe - Argumentiert mit Tradition der staatlichen Anerkennung in Österreich

Wien - Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) hat die Extremistengruppe "Al Kaida im Islamischen Maghreb" erneut zur Freilassung der beiden Sahara-Geiseln Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber aufgerufen. "Im Namen Allahs, mögen Sie die beiden unschuldigen Geiseln unversehrt freilassen. Lassen Sie sie frei, damit sie zu ihren Verwandten zurückkehren können", sagte der persönliche Referent von IGGiÖ-Präsident Anas Schakfeh, Mouddar Khouja, am gestrigen Mittwoch in einem Telefoninterview mit dem arabischen Nachrichtensender Al Jazeera.

Argument der staatlichen Anerkennung

Khouja wiederholte in diesem Zusammenhang das Argument, dass es in Österreich eine staatliche Anerkennung der Muslime gebe, "die sonst in der Europäischen Union nirgends existiert". Daher appelliere er im Namen der 415.000 Muslime in Österreich, die beiden nun schon seit über 100 Tagen in Gefangenschaft lebenden Österreicher freizulassen.

Die beiden Salzburger Touristen waren Ende Februar im Süden Tunesiens verschleppt worden. Sie sollen von ihren Entführern in ein Wüstengebiet im Norden Malis gebracht worden sein. Anfang März bekannte sich die Gruppe "Al Kaida im Islamischen Maghreb" zur Entführung und forderte von der österreichischen Regierung, sich für die Freilassung ihrer in tunesischer und algerischer Haft sitzenden Gesinnungsgenossen einzusetzen. Ein zweimal verlängertes Ultimatum an Österreich, diese Forderung zu erfüllen, ist bereits im April ausgelaufen.

Außenministerin Ursula Plassnik (V) hat am Dienstag bestätigt, dass sie in den vergangenen Tagen "persönliche Gespräche auf höchster Ebene" in Algerien und Mali geführt habe, um die Unterstützung der dortigen Partner bei den Bemühungen zur Freilassung der beiden Geiseln sicherzustellen. "Meine Gesprächspartner versicherten mir ihr großes Interesse an einer baldigen und unversehrten Rückkehr von Andrea Kloiber und Wolfgang Ebner nach Österreich." (APA)

Demo gegen Gaza-Blockade: "Geht um Humanität, nicht um Politik"

Wien. Zur Kundgebung "Lasst Gaza leben" kamen am Samstag 700 Demonstranten auf den Stephansplatz. "Es geht um die Menschenrechte der hungernden Bevölkerung", betonte der Wiener LAbg. Kurt Stürzenbecher (SPÖ). Gleichzeitig distanzierte er sich aber von der "Linkswende": "Mit Plakaten, wie 'Israel ist der Terrorstaat', 'Stoppt US-Imperialismus' bin ich nicht einverstanden."

Zur Kundgebung aufgerufen hatte die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ). Die Menschen in Gaza "sind Gefangene in einem Straflager ohne Nahrung, Wasser und Medikamente", sagte Mouddar Khouja von der IGGiÖ.

Dass die IGGiÖ damit den Nahostkonflikt nach Österreich importiere, bestritt ihr Integrationsbeauftragter Omar al Rawi: "Unter den palästinensisch-stämmigen Mitgliedern ist ein beträchtlicher Teil aus Gaza. Sie sind wegen der dort lebenden Verwandten besorgt."

Es gehe um Humanität, nicht um Politik. Auch amnesty international und die von der Stadt Wien unterzeichnete Initiative "Cities are not targets" verlangten eine Verbesserung der Lage.

Die Antiimperialistische Koordination (AIK) war ebenfalls bei der Demo. "Die AIK ging aus der Krise der Linken nach 1989 hervor", so der Politologe Thomas Schmidinger: "Sie betreibt eine neue Form des Faschismus und arbeitet durch eine extreme Fokussierung auf die Feindbilder USA und Israel mit radikalen Islamisten zusammen."

Von islamischer Seite erschienen Vertreter der Muslimischen Jugend in Österreich und die Islamische Föderation. Kritik kam vom Publizisten Karl Pfeifer: "Der IGGiÖ geht es nicht um die Menschen im Gazastreifen, sondern um Schützenhilfe für die terroristische Hamas."

Österreichische Muslime kritisieren "Fehlurteil" in Saudi-Arabien

Österreichische Muslime kritisieren "Fehlurteil" in Saudi-Arabien

19-jähriges Vergewaltigungsopfer zu 90 Peitschenhieben verurteilt

Wien - Die "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" distanziert sich scharf von der Verurteilung eines 19-jährigen Vergewaltigungsopfers zu 90 Peitschenhieben durch ein Gericht in Saudi-Arabien. Wie aus einer am Wochenende veröffentlichten Pressemitteilung von Imam Tarafa Baghajati hervorgeht, hat sich die von ihm mit gegründete "Initiative" inzwischen direkt an saudische Stellen gewandt. Wie bereits berichtet, soll eine Frau, die von einem Mann erpresst und von einer Gruppe von Männern entführt und vergewaltigt worden sei, von einem Gericht in Saudi-Arabien zu 90 Peitschenhieben verurteilt worden sein. Begründet wurde der Urteilsspruch damit, dass die 19-Jährige einen Mann getroffen habe, mit dem sie nicht verwandt sei, wie die Betroffene in einem anonymen Interview selbst berichtet hatte. Sie sei das Opfer einer Erpressung, sagte die junge Frau. Ein Mann habe sie zu einem Treffen gezwungen, indem er ihr drohte, ihrer Familie über ein angebliches außereheliches Verhältnis zu berichten. Solche Beziehungen sind in Saudi-Arabien verboten.

"Fehlurteil" In einem Schreiben an die saudische Botschaft in Österreich und an den saudischen König Abdullah stellte die "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" fest, "dass uns für ein solches Fehlurteil jedes Verständnis fehlt". Die Richter in Katif wurden ersucht, ihr Urteil zu überdenken und im Sinne des Islam zu revidieren.

"Wir können es als Muslime nicht nachvollziehen, dass die Richter der Stadt Katif ein 19-jähriges Vergewaltigungsopfer zu 90 Peitschenhieben verurteilten ... Diese Frau braucht nach der schrecklichen Vergewaltigungserfahrung dringend therapeutischen Beistand von einem kompetenten Expertenteam, zu welchem unbedingt einfühlsame Frauen gehören müssten. Mit einem solchen Fehlurteil wird zusätzlich zur psychischen und physischen Quälerei der Frau ihr und der Gesellschaft der Eindruck vermittelt, selbst an der Vergewaltigung schuld zu sein. Dagegen ist Vergewaltigung ein Verbrechen seitens des Täters und nie des Opfers (...) wir bitten Sie auch zu bedenken, wie das Image unserer Religion unter Meldungen leidet, wenn Frauen in ihren elementaren Rechten und in ihrer Würde scheinbar religiös legitimiert verletzt werden", heißt es in dem Schreiben.

(APA/red).

Muslimische Solidaritätserklärung

Die unterzeichnenden Organisationen zeigen sich besorgt über die zum Teil tendenziöse mediale Berichterstattung und Angriffe der FPÖ gegen namhafte integre muslimische Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Wir solidarisieren uns mit den Betroffenen.

Wir möchten betonen, dass diese Personen uns seit Jahren als offen und gemäßigt bekannt sind. Sie handeln auf der Basis von Demokratie und Pluralismus und im Bekenntnis zu Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten. Unqualifizierte Angriffe werden von uns aufs schärfste zurückgewiesen. Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich ist als Körperschaft öffentlichen Rechts die offizielle Vertretung der Muslime im Lande. Ihre Linie, Stellungnahmen und öffentliche Verlautbarungen werden von uns voll und ganz unterstützt und mitgetragen.

Das Vorbildmodell Österreichs im Umgang mit dem Islam und den Muslimen auf der Grundlage staatlicher Anerkennung darf in keiner Weise in Frage gestellt werden, sondern bedarf des gesellschaftspolitischen Ausbaus und der Weiterentwicklung.

Wien, am 30. Jänner 2006

Die Unterzeichnenden in alphabetischer Reihenfolge:

Al Falah Moschee
Ägyptischer Club in Wien
Ägyptischer Kultur- und Informationsverein
Arabischer Kulturverein
Ar-Rasheed - Nigerianisches Islamischer Forum
ATIB Türkisch-Islamische Union für kulturelle u. soziale Zusammenarbeit – 57 Standorte in Österreich
Bait al Mukarram, Bangladesch, islamischer Kulturverein
Bangladesh Islamic Cultural Centre
Bündnis Mosaik
Dachverband der Bosniaken in Österreich – 23 Standorte in Österreich
Forum Muslimische Frauen
Gesellschaft für Zusammenkunft der Kulturen – Schura Moschee
Hidaya Moschee
Ibn Taimia - Islamisches Zentrum
Irakhilfswerk
Islamisches Zentrum in Wien
IMÖ Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen
Islamische Religionspädagogische Akademie
Islamische Föderation – 46 Standorte in Österreich
Kulturverein Kanafani
Liga Kultur
Mesdzid El-Iman
MLV, Muslimischer Lehrerverein
Moschee Dar as-Salam
Muslimische Jugend Österreich
Muslimischer Akademikerbund
Nigerianisch Islamischer Verein
Union Islamischer Kulturzentren - 22 Standorte in Österreich
Verein El-Nur – 3 Standorte in Österreich
Verein Solmit-IRGW
Österreichisch-Arabische Ärzte und Apothekervereinigung
Österreichisch-Arabische Union
Österreichisch-Syrisches Ärztekomitee
Palästinensische Vereinigung in Österreich
Plattform Islam
Türkische Föderation – 17 Standorte in Österreich
Verband der syrischen Gemeinden in Österreich
Verein Albanische Muslime
Völkerverständigungsverein Al Andalus

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