Solidarität

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Verurteilung des verbrecherische Attentat in Ankara

Die Initiative muslimischer Österreicher-innen verurteilt aufs schärfste das verbrecherische Attentat in Ankara. Es fehlen die Worte um das Ausmaß dieses Massakers an fast 100 unschuldige Menschen zu beschreiben. Unser Mitgefühl gilt den Opfern und allen Bürger-innen der Türkei. Die feigen Drahtzieher dieses Verbrechens wollten zwei Ziele erreichen. Das erste ist eine Kluft zwischen den Bevölkerungsgruppen zu schaffen und das zweite eine Destabilisierung der Türkei zu erreichen. Beides würde nicht nur der Türkei schaden, sondern hätte katastrophale Folgen für die gesamte Region und für den Weltfrieden.

Für die IMÖ Initiative muslimischer Österreicher-innen, Tarafa Baghajati, Obmann

إدانة و استنكار مبادرة مسلمي النمسا للجريمة البشعة في أنقرة طرفة بغجاتي

Omar Al-Rawi
Ramazan Demir
Fahad Al Rawi
Büsra Demir
Elif Öztürk
Hussein Al Rawi
Faisal Al Rawi

Islamische Glaubensgemeinschaft: Stopp dem Blutvergießen in Gaza!

Nachdem wiederholte Appelle zu einer sofortigen Einstellung der Kampfhandlungen gegen die Bevölkerung in Gaza kein Gehör fanden, ist es umso wichtiger, dass die Weltöffentlichkeit das Leid der Zivilbevölkerung weiterhin als anklagende Mahnung versteht, alles zu tun, um das Blutvergießen zu stoppen. Von einer Verhältnismäßigkeit der militärischen Operation gegen die Palästinenser kann keine Rede sein. Das Vorgehen Israels ist klar und deutlich zu verurteilen.

Palästinenser leben im Gazastreifen wie in einem riesigen Freiluft-Gefängnis, aus dem es keinen Ausweg gibt. Handel und damit wirtschaftliche Entwicklung ist unter der Militärbesetzung und Blockadepolitik nicht möglich. Dabei geht es hier um eine gesetzlich freie Nation, die von der UNO anerkannt wurde.

In diesem Fastenmonat Ramadan, in dem Menschen muslimischen Glaubens Werte wie Solidarität und Eintreten für Bedürftige noch unmittelbarer als sonst erleben, machen die Ereignisse in Gaza, aber auch die humanitären Katastrophen, die wir in der gesamten Region sehen, besonders betroffen. Die Emotionen sind groß. Dabei sei an ein bekanntes Prophetenwort erinnert: „Stark ist nicht der körperlich starke, sondern der seinen Zorn beherrscht.“ In diesem Monat der Mäßigung sollen wir unsere Anstrengungen darauf richten, mit „Weisheit und schöner Rede“, wie es im Koran heißt, für die gerechte Sache der Unterdrückten einzutreten. Dazu gehört Spendenbereitschaft, um die humanitäre Not zu lindern. Dazu gehört auch argumentativ das Unrecht anzuprangern und für die friedliche Konfliktlösung einzutreten.

Die palästinensische Führung soll darin unterstützt werden, den inneren Versöhnungsprozess voranzutreiben und zu vertiefen, um die Einheit des palästinensischen Volkes zu bestärken. Schließlich soll auch nicht vergessen werden, dass es keinesfalls um einen religiösen, sondern um einen politischen Konflikt geht. Es ist darauf Bedacht zu nehmen zwischen der Politik des Staates Israel und Menschen jüdischen Glaubens zu differenzieren. Eintreten für Gerechtigkeit und Rassismus oder Antisemitismus schließen sich aus.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft appelliert an alle Entscheidungsträger, sich für eine sofortige Beendigung des Militäreinsatzes gegen Gaza einzusetzen. In direkten Gesprächen wie etwa mit Bundesaußenminister Kurz zeigte sich, wie wichtig es ist, gerade bei Krisensituationen im Dialog zu sein. Der Konflikt soll nicht nach Österreich getragen werden. Das friedliche Zusammenleben und der lebendige Austausch der Religionsgemeinschaften darf nicht beeinträchtigt werden.

Wien, am 20. Juli 2014

Dr. Fuat Sanac, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft

Rückfragehinweis:

Carla Amina Baghajati, Medienreferentin der IGGÖ

Grußadresse der IMÖ zum Hiroshima-Tag 2013

Das Ausmaß der verheerenden direkten und indirekten Auswirkungen von Bomben und bewaffneten Auseinandersetzungen bleibt vor den Augen der Öffentlichkeit zum größten Teil verborgen. Aber das Leid findet jeden Tag statt und ist keineswegs geringer geworden, zum Beispiel heute in Syrien, wo wegen Diktatur und Repressalien über 100.000 Tote zu beklagen sind. Nicht nur in Hiroshima war hauptsächlich die Zivilbevölkerung Leid tragend. Auch in den kriegerischen Konflikten der Gegenwart sind vor allem Zivilistinnen und Zivilisten die am meisten Betroffenen. Mit Gewalt können keine Konflikte gelöst werden. Gewalt bringt nur Gegengewalt hervor. Die Kriege gegen die Menschen in Afghanistan und im Irak haben dies wieder einmal deutlich gezeigt.

Gerade im Nahen Osten drängt die Situation auf die Einrichtung einer atomwaffenfreien Zone. Daher verdienen alle Initiativen für die geplante Konferenz über eine massenvernichtungsfreie Zone im Nahen Osten unsere Unterstützung. Kein Staat im Nahen Osten soll Atomwaffen besitzen dürfen. Das soll für alle gelten, für Israel, das seine Atomwaffen verschrotten soll, genauso wie für den Iran und alle anderen Staaten.

Eine angebliche Bedrohung von angeblichen Massenvernichtungswaffen darf nicht zu Militärschlägen, d.h. zu Kriegen führen. Wir haben im Irak-Krieg gesehen, wie die Lüge von Massenvernichtungswaffen als Legitimation zum Kriegführen eingesetzt wird. Verhandlungen und Kontrollen sind der Weg, um Misstrauen abzubauen und weitere Aufrüstung zu verhindern. Für die USA und Europa gilt, dass wir alle Staaten gleich behandeln müssen – mit zweierlei Maß messen bringt uns nicht weiter.

Amina und Tarafa  Baghajati
Initiative Muslimischer ÖsterreicherInnen

Iftar in the Servitenkloster on August 6 th 2013, 29 th of Ramadan 1434

As-salamu alaikum and “Grüß Gott”!

It is a great honor to deliver the best regards and wishes of Dr. Fuat Sanac, president of the Islamic Religious Authority in Austria. He would have liked to share this special evening with us, but is busy with another commitment, arranged long before.

So let me recall the spirit that brought us together by quoting a hadith of Prophet Muhammad (peace be upon him): “ The similitude of believers in regard to mutual love, affection, fellow-feeling is that of one body; when any limb of it aches, the whole body aches, because of sleeplessness and fever.” [Muslim]

Especially during Ramadan we should open our hearts for this message of solidarity and feel our responsibility not to close our eyes towards the needs of others. For Ramadan is like a training for us to practice how Ibadah (service for God the Almighty) means caring for others at the same time. And have not the first Muslims experienced the hardship of exile and found shelter under the reign of a Christian Ethiopian emperor? Hasn’t Prophet Muhammad (peace be upon him) been an example how the hidschrah may open new and better perspectives?

Nevertheless grace of charity und humanity our commonly shared values. The Islamic Religious Authority is greatly concerned how these values are often neglected when it comes to the treatment of refugees. It is not acceptable that refugees who have experienced much of distress and faced great personal troubles should be seen under a cloud of suspicion or been generally criminalized. Especially political propaganda on the back of refugees should be regarded as what it is: A fishy attempt to stir emotions and create a concept of the enemy just to gain votes. But true solidarity means inclusion and not the creation of a feeling of “us” by excluding or even demonizing others.

So we wish to set a visible and sustainable sign for interreligious und humanitarian cooperation. For we are sure that society has the capacity to demonstrate that a human approach in the question of asylum is what is not only morally right but commonly wanted – if populist pseudo arguments are detected.

Our great “thank you” goes to all people who engaged and engage themselves in this question and try to help: The monastery and the Caritas. The churches. NGO activists. It includes the Muslims from the Islamic Youth Council, Humanic Relief and others. Thank you, auxiliary bishop Scharl for your compassionate words and Oberkirchenrätin Reiner for your solidarity!

Dear brothers! – We wish you Allah’s blessings and personal strength in facing your difficult and tiresome situation! In scha’ Allah next Ramadan will see you much better off then today!

Carla Amina Baghajati

Fastenbrechen im Servitenkloster: Solidarität mit Flüchtlingen

Islamische Glaubensgemeinschaft, Weihbischof Scharl und evangelische Oberkirchenrätin Reiner beim gemeinsamen Mahl mit den Flüchtlingen - Sprecher Khan: "Wir sind keine Schlepper, sondern suchen einfach ein normales Leben"

Wien, 07.08.2013 (KAP) Als Zeichen der "Solidarität mit den Schwächsten der Gesellschaft" lud Tarafa Bahajati von der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGIÖ) am Dienstag zum Fastenbrechen (Iftar) mit den Flüchtlingen und Unterstützern in den Theaterkeller des ehemaligen Servitenklosters. "Es ist ein Moment des Zusammenhalts und des gegenseitigen Respekts, dass wir gemeinsam den Fastenmonat Ramadan verabschieden dürfen", so Baghajati, der auch Obmann der Initiative muslimischer Österreicher (IMÖ) ist. Unter den knapp 100 Anwesenden war auch der Wiener Weihbischof Franz Scharl in Vertretung von Kardinal Christoph Schönborn. Nach dem gesungenen Gebetsruf um 20.30 Uhr wurde ein gemeinsames Mahl mit Huhn und Baklava eingenommen.

"Es ist ein Akt der Gastfreundschaft, der uns hierher geführt hat", sagte der Weihbischof beim Fastenbrechen. Unterstützung für die Schwächsten und entsprechende Zeichen zu setzen, sei ein christlicher Grundauftrag, "nicht nur hier, sondern an allen Orten der Welt", sagte Scharl. "Das Ziel muss lauten, langfristige Brücken zu bauen".

Seitens der evangelischen Kirche nahm Oberkirchenrätin Hannelore Reiner am Iftar teil: "Ich wünsche mir, dass die Menschen hier solange ein Zuhause finden, bis die Menschlichkeit vor dem Gesetz verwirklicht wird", so Reiner bei ihrer erstmaligen Teilnahme an einem Fastenbrechen.

Tarafa Baghajati ergänzte: "Gesetze werden von Menschen gemacht und von Menschen ausgelegt. Wir würden uns wünschen, dass Menschen nicht an Orte abgeschoben werden, die als zu gefährlich gelten." Auch Flüchtlinge mit negativem Rechtsstatus müssten Grundversorgung erhalten. "Wahlkampf darf nicht auf dem Rücken der Schwächsten ausgetragen werden", forderte der IMÖ-Obmann.

Flüchtlingssprecher Adalat Khan betonte, dass in der Gruppe keine Schlepper seien: "Wir sind Menschen, die Grausames erlebt haben, Menschen, die Schutz suchen, die sich nach Bildung sehnen und sich ein normales Leben wünschen", so der Sprecher der Flüchtlinge. Er glaube nach wie vor an einen politischen Dialog und eine politische Lösung. Für die Medienreferentin der IGGIÖ, Carla Amina Baghajati, bezeugt die Praxis der Solidarität im ehemaligen Servitenkloster die "Lebendigkeit des interreligiösen Dialogs" und die Möglichkeit eines menschlichen Umgangs miteinander.

Servitenkloster/IGGÖ lädt Flüchtlinge zum gemeinsamen Fastenbrechen ein

Wir Muslime begehen derzeit den Fastenmonat Ramadan, der uns unter anderem daran erinnert, wie dankbar wir sein müssen hier in Sicherheit, Wohlstand und Frieden leben zu können. Der Großteil der Flüchtlinge im Servitenkloster begeht ebenfalls den Fastenmonat Ramadan. Doch im Gegensatz zu den meisten von uns wissen sie aus eigener Erfahrung, was es heißt von Not, Repressalien und Kriegswirren geplagt zu werden.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) hat sich dazu entschlossen alle Flüchtlinge im Servitenkloster am Dienstag den 6. August 2013 (29. Ramadan 1434) zum traditionellen Fastenbrechen nach Sonnenuntergang (Iftar-Essen) einzuladen.  Präsident Dr. Fuat Sanac übermittelt seinen Dank an Kloster und Caritas für die gute Kooperation. Ebenfalls dankt er allen Muslimen, die sich hier engagieren. Gemeinsam setzen wir ein interreligiöses Zeichen. Wir freuen uns sehr darauf gemeinsam mit den Flüchtlingen und einigen ihrer kirchlichen und außerkirchlichen UnterstützerInnen das Brot teilen zu dürfen.

Die politische Situation in vielen Gegenden der Welt ist für uns alle eine Herausforderung. Auch die sich daraus ergebenden Flüchtlingsströme. Wir sollten dabei aber nicht vergessen, dass die allermeisten Flüchtlinge in Ländern der sog. Dritten Welt integriert werden müssen, während uns hier im reichen Norden nur wenige Hilfesuchende erreichen. Viele der Gefährten unseres Propheten Muhammad waren einst Flüchtlinge in Äthiopien und die islamische  Zeitrechnung beginnt mit dem Auszug des Propheten aus Mekka. Das Anrecht auf Asyl und Hilfe ist tief in unserer Religion verankert. Doch wir wissen, dass auch alle anderen großen Religionen, Kulturen und humanistischen Weltanschauungen diese Werte mit uns teilen. Daher appellieren wir als Bürgerinnen und Bürger dieses Landes an dieser Stelle nochmals an die Politik, ein Umdenken in Sachen Asylpolitik einzuleiten. Besinnen wir uns alle gemeinsam auf die Werte der Gastfreundschaft und Nächstenliebe.

Ein Kooperationsprojekt der IGGiÖ mit der Hilfsorganisation Humanic Relief, dem Jugendrat der IGGiÖ und der IMÖ Initiative muslimischer Österreicher-innen

Rückfragen: Tarafa Baghajati, baghajati [at] aon.at
VertreterInnen der Medien sind willkommen. Beginn ab 20.00 Uhr im Servitenkloster, Eingang Müllnergasse 6, 1090 Wien

Solidarität mit den Flüchtlingen im Servitenkloster

Die Nachricht von den Festnahmen und geplanten Abschiebungen hat in uns große Bestürzung ausgelöst. Wir ersuchen das Innenministerium Menschlichkeit walten zu lassen, die bevorstehenden Abschiebungen zu stoppen und die Inhaftierten wieder freizulassen. Sollten die verantwortlichen Stellen bedauerlicherweise ein humanitäres Bleiberecht für ausgeschlossen halten, so ist zumindest eine Duldung rechtlich jederzeit möglich. Wie bereits Kardinal Schönborn richtig bemerkt hat, dürfen Rechtsstaatlichkeit und Menschlichkeit nicht im Widerspruch zueinander stehen!

Nach wie vor stehen wir voll und ganz hinter folgenden Forderungen der Flüchtlinge, die wir hier nochmals bekräftigen wollen:

1) Keine Abschiebung in Länder, in denen den Betroffenen Gefahr droht. Selbst in Fällen, in denen keine explizite politische Verfolgung festgestellt werden kann, dürfen Zivilisten, die sich hierher gerettet haben, nicht in Kriegswirren abgeschoben werden. Es ist nicht nachvollziehbar, dass das Außenministerium Gebiete für gefährlich erklärt und das Innenministerium gerade in diese Gebiete Menschen abschieben möchte.

2) Die Dauer der Asylverfahren muss beschleunigt werden. Es kann nicht sein, dass Menschen jahrelang hingehalten und zur Untätigkeit gezwungen werden. Wer legal hier lebt, soll legal arbeiten dürfen. Die Politik wird aufgefordert sich hier zu bewegen und für eine überfällige Änderung der Gesetzeslage zu sorgen.

3) Nicht abschiebbare Personen, die einen negativen Asylbescheid erhalten haben, sollen weiter in der Grundversorgung bleiben - was derzeit lediglich in Wien so gehandhabt wird. Zudem müssen auch für diese Menschen persönliche Perspektiven eröffnet werden.

4) Humanitäres Bleiberecht aktiv betreiben: Menschen, die bereits lange hier leben; voll integrierte Familien dürfen nicht mehr abgeschoben werden.

5) Formen der Selbstorganisation von Flüchtlingen sollten zugelassen und unterstützt werden. Wie alle anderen Menschen auch sollen AsylwerberInnen die Möglichkeit haben, sich zu organisieren, auszutauschen und ihre Anliegen artikulieren zu können. Denn genau das ist das Rückgrat unserer Demokratie, in die die Flüchtlinge vor politischer Unterdrückung geflohen sind.

Europa und Österreich treten auf internationalem Parkett immer als Vorreiter in Sachen Menschenrechte und Humanität auf. Viele Menschen wundern sich zu Recht, dass diese hohen Maßstäbe bevorzugt theoretisch in Bezug auf Situationen außerhalb Europas angelegt werden, während die Standards in der Flüchtlingsfrage im eigenen Land alles andere als vorbildlich sind.

Es steht zu hoffen, dass die Behörden im Konkreten die Inhaftierten freilassen und im Allgemeinen die politische Praxis in Flüchtlingsfragen überdenken und überarbeiten. Es braucht eine menschliche und respektable Lösung für alle Beteiligten. Es ist immer besser, wenn im Zweifelsfall die Menschlichkeit gegen kaltes Exekutieren auch anders auszulegender Paragraphen die Oberhand behält.

Für die Initiative muslimischer Österreicher-innen

Tarafa Baghajati, Obmann

"Flüchtlingsheime sind Wallfahrtsorte – dort ist Gott gegenwärtig"

Die vierte Romaria-Solidaritätswallfahrt führte von Schwechat zum Missionshaus St. Gabriel in Mödling.

"Flüchtlinge sind Wallfahrtsorte, dort ist Gott gegenwärtig", so fasst Pater Franz Helm SVD, "Weltdorfpfarrer" für die Jugendpastoral im Missionshaus St. Gabriel, das Anliegen der 4. Romaria-Wallfahrt zusammen. "Genau darauf wollen wir hinweisen: Dass Engagement für Flüchtlinge für uns als Kirche heute Auftrag und primärer Ort ist."

Über hundert Engagierte und Sympathisanten waren unterwegs, als am Samstag, 27. April 2013, die 4. Romaria vom "Sozialprojekt Zirkelweg derPfarre Schwechat" über das "Don Bosco Flüchtlingswerk" bis zum "Weltdorf St. Gabriel der Steyler Missionare" ging – im Kloster der Steyler Missionare ist ein Wohnheim für AsylwerberInnen der Caritas untergebracht. Menschen aus vielen Pfarren, Ordensgemeinschaften und andere engagierte Personen aus der Flüchtlings- und Asylarbeit, aber auch Flüchtlinge selbst waren mit dabei.

Bereits die 4. Solidaritätswallfahrt

Stationen mit thematischen Impulsen am Weg gab es unter anderem zu den Themen Schubhaft, Asyl kann Gelingen, Fremdenangst, Rassismus, Jugendliche Flüchtlinge, Frauenhandel, Flüchtlingssituation in unserer Welt oder Kinderhandel. Den Abschluss bildete ein "Politisches Abendgebet" in der Hl.-Geist Kirche der Steyler Missionare in St. Gabriel/Mödling.

Der Anlass der Wallfahrt war der österreichische Gedenktag gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, der am 5. Mai begangen wird und an die Befreiung des KZ-Mauthausen am 5. Mai 1945 erinnert. Die Grundidee der "Romaria" stammt aus Brasilien: Dort wurden in den letzten 30 Jahren immer wieder Wallfahrten zu landbesetzenden Bauern durchgeführt, die - von der Regierung im Stich gelassen - mit dem Slogan "Romarias da terra" ums Überleben kämpften.

"Wir wurden überall herzlich willkommen geheißen"

"Am eindrucksvollsten war für mich diesmal die Impuls-Station über Frauenhandel", erzählt Magdalena Haschka, die seitens der Pfarre Schwechat das Sozialprojekt Zirkelweg leitet. "Und als wir dann mit der 'Samba-attac'-Trommlergruppe durch einige Siedlungen gingen, war die Stimmung sicher am Höhepunkt." Ein Bewohner der Gegend meinte, dass er die Gegend noch nie derart belebt erlebt habe. "Wir wurden bei jeder Station herzlich willkommen geheißen – besonders spürbar war das beim Muslimischen Friedhof, wo der Sprecher der Muslime mit berührenden Worten die alle Religionen verbindende Würde aller Menschen betonte."

Ein Zeichen setzen

Pater Franz Helm erzählt: "Europa macht die Grenzen dicht, dadurch haben Flüchtlinge oft einen beschwerlichen und gefährlichen Weg zu gehen." Gerade in Österreich würde in den letzten Jahren versucht, Flüchtlinge mit der Verschärfung von Gesetzen abzuschrecken. Außerdem herrsche - hervorgerufen durch eine populistische Politik - eine negative Grundstimmung gegenüber Asylsuchenden. "Flüchtlinge werden so als Randgruppe zu einem willkommenen Sündenbock. Dem wollen wir entschieden entgegentreten, indem wir direkte Begegnungen zwischen den Menschen fördern."

"Heute ist es entscheidend, dass viele Einzelpersonen und Gruppen deutlich Partei ergreifen, wenn es um oft unmenschliche Entscheide bei Langzeit-Asylwerbenden und laufende Bleiberechtsfälle geht", so auch der Pfarrer von Schwechat, Gerald Gump. "Der heutige Weg zu den sozialen Brennpunkten ist für uns als Christen ein Weg der besonderen Christus-Nähe: Es ist christlicher Kernauftrag, für Arme und auf der Flucht Befindliche da zu sein - für dieses Zentralanliegen des Christentums wollen wir uns erneut stark machen und deutlich dafür eintreten."

(red)

Vollste Solidarität mit dem Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister

Die Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen verurteilt die antisemitischen Ausfälle am 31. August 2012 gegen den Wiener Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister aufs Schärfste. Gleichzeitig versichern wir unsere vollste Solidarität. Mit großer Betroffenheit betrachten wir zudem die Untätigkeit der österreichischen Polizeibeamten vor Ort. Ein solches Verhalten ist nicht hinnehmbar und wir fordern Aufklärung seitens der Polizeiführung und der politischen Verantwortlichen. Opfer rassistischer Beleidigungen und Angriffe haben das Recht von der Exekutive ernst genommen, respektvoll behandelt und geschützt zu werden. Dieses traurige Beispiel zeigt, dass es noch viel zu tun gibt - gegen Rassismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit.

Für die Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen
Tarafa Baghajati, Obmann

Medienberichte zum Thema:

http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/politik/oesterreich/483763_Rabbiner-wurde-wuest-beschimpft-und-die-Polizei-sah-dabei-zu.html

„Na hörn's, heut' is Fußball!“

http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/1285265/Schwedenplatz_Rabbiner-antisemitisch-beschimpft

Solidarität mit der muslimischen Minderheit der Rohingya in Myanmar/Burma

Mit großer Sorge und Trauer verfolgt die Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen die letzten Nachrichten aus Myanmar. Es ist schwer zu begreifen, dass das Ende der Militärdiktatur in Burma nichts Positives für das jahrzehntelang unterdrückte Volk der muslimischen Minderheit der Rohingya mit sich gebracht hat. Nach Uno-Angaben sind die Rohingya das "am meisten verfolgte Volk der Welt". Nun erleben die Rohingya gerade zu Beginn des Fastenmonats Ramadan einen Höhepunkt ihrer Unterdrückung. Hunderttausende sind auf der Flucht. Über eintausend Tote in einem Monat sind eine traurige Bilanz.

Schockierend ist die Aussage von Präsident Thein, wonach die einzige Lösung für die etwa eine Million in Burma lebenden Rohingya sei, in ein Drittland auszuwandern oder in Flüchtlingslager zu ziehen. Diese Aussage bestätigt, dass es sich  hier nicht nur um „ethnische Konflikte“ handelt, sondern um blanken Rassismus gegen Minderheiten im Land, bis hin zur Tendenz eine „ethnische Säuberung“ zu erzwingen. Wir vermissen die Solidarität der Menschenrechtlerin Suu Kyi und ihrer Partei „Nationale Liga für Demokratie“.

Wir fordern die österreichische Regierung und die EU auf, sich für die Menschenrechte der Rohingya einzusetzen. Es ist an der Zeit, dass auch religiöse Institutionen und Persönlichkeiten hier klare Worte in der Öffentlichkeit zu finden. Die dramatische Lage muss internationale Reaktionen hervorrufen. Deutliche Worte des Dalai Lama wären von besonderem Gewicht. Eine selektive Wahrnehmung von Menschenrechtsverletzungen sollte in der Welt ein Ende finden.

Rückfragehinweis:

Tarafa Baghajati,
Obmann der Initiative muslimischer Österreicher-innen

baghajati [at] aon.at 0664-521 50 80

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