Verurteilung zu Peitschenhieben nach Vergewaltigung

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Pressemitteilung der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen

Die Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen distanziert sich scharf bezüglich des medial kolportierten Falles der Verurteilung eines 19 jährigen Vergewaltigungsopfers zu 90 Peitschenhieben  und hat sich inzwischen direkt an saudische Stellen gewandt.

In einem Schreiben an die saudische Botschaft in Österreich und an den saudischen König Abdullah am 08.03.2007 haben wir dargestellt, dass uns für ein solches Fehlurteil jedes Verständnis fehlt. Die Richter in Katif wurden ersucht ihr Urteil zu überdenken und im Sinne unserer Religion zu revidieren. Für eine detaillierte Aussprache in rechtlicher, wissenschaftlicher und theologischer Sicht stünden wir gerne zur Verfügung.

Hier Ausschnitte aus dem Brief:

"Wir können es als Muslime nicht nachvollziehen, dass die Richter der Stadt Katif ein 19-jähriges Vergewaltigungsopfer zu 90 Peitschenhieben verurteilten ... Diese Frau braucht nach der schrecklichen Vergewaltigungserfahrung dringend therapeutischen Beistand von einem kompetenten Expertenteam, zu welchem unbedingt einfühlsame Frauen gehören müssten. Mit einem solchen Fehlurteil wird zusätzlich zur psychischen und physischen Quälerei der Frau ihr und der Gesellschaft der Eindruck vermittelt, selbst an der Vergewaltigung schuld zu sein. Dagegen ist Vergewaltigung ein Verbrechen seitens des Täters und nie des Opfers (...).

(…) wir bitten Sie auch zu bedenken, wie das Image unserer Religion unter Meldungen leidet, wenn Frauen in ihren elementaren Rechten und in ihrer Würde scheinbar religiös legitimiert verletzt werden.“

Wir hoffen, dass Stimmen aus Österreich zur Aufhebung des Urteils führen und überhaupt ein Umdenken bewirken.

Für die Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen

Tarafa Baghajati, Wien 08.03.2007

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Dipl.- Ing. Tarafa Baghajati
Mitgründer der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen,
www.islaminitiative.at
 e-mail : baghajati [at] aon.at
Vizepräsident von ENAR - European Network against Racism
www.enar-eu.org
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Datum: 
Donnerstag, 8 März, 2007
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