IMÖ - Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen

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Tarafa Baghajati

Dipl. Ing Omar Al-Rawi

 

Landtagsabgeordneter und Gemeinderat sowie Mitgründer der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen.

Steckbrief

Name: DI Omar Al Rawi

Geboren: 8. Mai 1961 in Bagdad

Verheiratet seit 1988,  4 Kinder

Sprachen: Deutsch, Englisch, Arabisch

In Österreich: seit 1978, 1988 Österreichische Stattsbürgerschaft .

Studium: ab Wintersemester 1978 an der Technischen Universität Wien (Bauingenieurwesen) in Österreich,      erfolgreicher Abschluss 1990

Lebenslauf

1978-1990

Politische Aktivität im Rahmen der Hochschülerschaft

1990-1991

Zivildienst beim Arbeitersamariterbund Österreich, gewählter Sprecher der Zivildiener

1991-1992

Tätigkeit in der Bauindustrie

1992-1996

Betriebsrat bei der Hofman & Maculan AG. Vorsitzender während des schwierigen Jahres 1996 (Insolvenz), große Anstrengungen zur Rettung des Unternehmens und der Arbeitsplätze durch politisches Lobbying, Koordination mit der AK und Suche nach einem Investor im  arabischen Raum. Erfolgreicher Abschluss eines Projektes in Zusammenarbeit mit dem AMS. Rettung von über 1500 Arbeitsplätzen durch Übernahme der Firma durch die ERA-Bau.

1997-1999

Betriebsratsvorsitzender bei der ERA-Bau AG in Wien, Einführung der Gleitzeit, Erreichen weitreichender sozialer Leistungen durch den Betriebsrat .

September 1999

Integrationsbeauftragter der Islamischenglaubensgemeinschaft.

November 1999

Mitinitiator der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen, aktive Teilnahme, bzw. Organisation von verschiedenen Projekten: „Tag der offenen Tür“ im Islamischen Zentrum, Symposium „Islam und Europa“, Straßenfeste als Ort ungezwungener Begegnung, Teilnehmer beim Forum „Runder Tisch - Innenministerium“ und in der Arbeitsgruppe der AK, Mitglied der Delegation der Islamischen Glaubensgemeinschaft bei den drei Weisen, Podiumsdiskussionen rund ums Thema Islam, Migration, Fremdenfeindlichkeit, und Integration. Auftritte in Talk Shows, Medienarbeit – Gastkommentare und Kontakte, aktive Unterstützung beim Integrationskreis Florisdorf und im Personenkommitee der Initiative „Land der Menschen“. Interreligiosedialog, Auftritte in der Wichtigsten Sendungen des ORF, ZIB 1, 2 und 3 sowie der Sendungen “Betrifft“ zum Thema “Integrationsvertrag“ und “Report“ zum Thema “11. September“.

Oktober 2000

Betriebsrat bei der STRABAG Bau AG.

März 2001

Kandidat für den Wiener Gemeinderat, und mit 2558 Vorzugsstimmen das dritt beste Ergebnis in Wien Hinter Bürgermeister Häupl und Patrik-Pable eingefahren.

Die Wichtigsten Botschaften meines Wahlkampfes:

„Meine Mutter ist Österreicherin, mein Vater Iraker. Die Schule besuchte ich in Bagdad, studiert habe ich in Wien. Ich bin es gewohnt, Brücken zwischen verschiedenen Kulturen zu schlagen und unterschiedliche Menschen zusammenzubringen. Als Betriebsrat habe ich mich für die Rechte der ArbeitnehmerInnen eingesetzt.

Bei Integrationsprojekten habe ich gezeigt:

Wir Migranten brauchen uns nicht blindlings „anzupassen“!

Wir gestalten unsere Heimat Österreich aktiv mit!

Wir als Betroffene haben Ideen, wie ein Miteinander in einer offenen Gesellschaft funktioniert!

Omar Al-Rawi tritt an für

  • Gleiche Rechte für alle Menschen – hier geborene und zugewanderte, am Arbeitsplatz, im gesellschaftlichen Umfeld, im Wohnungsbereich

  • Stärkung der Frauen in der Gesellschaft, vor allem Frauen die unter mehrfacher Diskriminierung als Schwarzafrikanerin, Muslimin leiden

  • Förderung der Mehrsprachigkeit

  • Verbesserung eines speziellen sozialen Netzes für Minderheiten

  • Einrichtung eines islamischen Friedhofes

  • Schaffung eines Antidiskriminierungsgesetzes

Daher bitte ich Sie/Dich um eine Vorzugsstimme.

Eine VORZUGSSTIMME für OMAR AL-RAWI ist eine

  • Stimme für gegenseitiges Verständnis und Respekt

  • Stimme für Minderheiten in der Gesellschaft

  • Stimme für den interkulturellen und interreligiösen Dialog

Juli 2002

Einzug in den Wiener Landtag und Gemeinderat.

Seit 2009

Vorsitzender des Unvereinbarkeitsausschusses im Wiener Gemeinderat.

Weitere Informationen

Wahlumfrage Nationalratswahlen 2017: Einladung zur Pressekonferenz der IMÖ

Pressekonferenz der IMÖ

den 2. Oktober, 10:00 Uhr im Presseklub Concordia,

Bankgasse 8, 1010 Wien

Muslime fordern von Parteien klare Statements zum Thema Islam

Präsentation und Analyse der Antworten auf den Fragenkatalog der IMÖ

 

Am Podium:

Dipl. Ing. Tarafa Baghajati,

Obmann der IMÖ, Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen, 2008 Trägerin des Demokratiepreises der Margarete Lupac Stiftung des österreichischen Parlaments

Univ. Prof. Richard Potz,

Rechtswissenschaftler mit Schwerpunkt auf Rechtsphilosophie, Religions- und Kulturrecht, Experte zum Islamgesetz

Dr. Astrid Mattes,

Plattform „Religion and Transformation in Contemporary Society”, Trägerin des Dissertationspreises für Migrationsforschung 2016 der Österreichischen Akademie der Wissenschaften - ÖAW

Zehn Fragen rund um das Thema Islam und Muslime in Österreich versandte die Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen an die Spitzenkandidatin und -kandidaten der Parteien im Parlament. In dieser Pressekonferenz werden die Antworten präsentiert und durch Univ. Prof. Richard Potz und Dr. Mattes analysiert. Auf die Fragen der  Journalisten gehen wir gerne ein.

Von den rund 700.000 Musliminnen und Muslimen in Österreich sind sehr viele österreichische Staatsbürger /innen. Sie bilden damit eine bedeutende Wählergruppe und verfolgen den Wahlkampf mit großem Interesse. Denn ähnlich wie bei der Wahl zum Bundespräsidenten 2016 geht es um eine Richtungsentscheidung, von der sich Musliminnen und Muslime besonders betroffen fühlen.

Im Wahlkampf ist das Thema Islam sehr präsent. Viele Musliminnen und Muslime haben aber bisher den Eindruck, dass in den Debatten über die Terrorgefahr, Islamismus und Flüchtlinge komplexe Thematiken zu wenig differenziert behandelt werden. Pauschalierende  Zuschreibungen über „den Islam“ und „die Muslime“ sind die Folge.  Populistisch zu Feindbildern überzeichnet verstärken sie Ängste und Ressentiments und gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen hat in diesem Kontext zentrale Fragen gesammelt, um sie den Spitzenkandidatinnen und – kandidaten der verschiedenen Parteien vorzulegen und die Antworten zu veröffentlichen. Auf diese Weise wollen wir einen Beitrag zu einer fundierten Wahlentscheidung und zu einer Verbesserung der politischen Auseinandersetzung leisten.

Rückfragehinweis:

Tarafa Baghajati,
Obmann der IMÖ, Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen

Syrisches Drama: Ausländische Einmischung stoppen

Wien (APA) - Die Einmischung ausländischer Akteure in Syrien müsse ein Ende nehmen, die Syrer müssten an einem Tisch gemeinsam über ihre Zukunft entscheiden. Darüber herrschte bei einer Diskussion von Nahost-Experten in Wien am Donnerstagabend weitgehend Einigkeit. Uneinig war das Podium, ob Machthaber Bashar al-Assad an der Schaffung eines „neuen Syrien“ mitwirken solle/dürfe.

In Syrien gehe es um eine Ost-West-Konfrontation, brachte es die in Damaskus lebende deutsche Journalistin Karin Leukefeld im vollbesetzten Presseclub Concordia auf den Punkt. „Die ausländische Einmischung muss aufhören“, forderte die Autorin des Buchs „Flächenbrand. Syrien, Irak, die Arabische Welt und der Islamische Staat“. Sie verwies auf Thinktanks, die Pläne über eine Aufteilung Syriens wälzen. Die ausländischen Mächte, von den USA über Israel, bis zu Russland und den arabischen Staaten, hätten nicht das Wohl der Syrer im Auge.

Fritz Edlinger, Generalsekretär der Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen, zeichnete ein drastisches Bild: „Syrien ist alle nahöstlichen Probleme zum Quadrat.“ Das Land sei das Produkt einer „fremdbestimmten Gesetzgebung“, bezog sich Edlinger auf die Neuordnung des Nahen Ostens nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches und auf das Völkerbund-Mandat Frankreichs. „Es geht schon lange nicht mehr um Syrien, sondern die arabischen Bruderstaaten haben diesen Krieg programmiert.“ Viele nützten die Situation aus, Gruppen der Opposition genauso wie im Regime.

Tarafa Baghajati, aus Syrien gebürtiger Obmann der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen, erläuterte in der von der Vereinigung für Medienkultur organisierten Diskussion, das Assad-Regime habe voll Brutalität auf die Forderungen des Arabischen Frühlings geantwortet und keinen Kompromiss angeboten. Jetzt gehe es nicht mehr um Assad: „Dieser gab das Kommando an den Iran, später an Russland ab.“ Das Resümee Baghajatis: „Heute muss Frieden ohne Assad geschaffen werden.“ Leukefeld sieht das anders: „Für eine Lösung braucht man anfangs auch Assad.“

Hart mit den USA ins Gericht ging Maamoun Chawki, Sprecher der Unabhängigen Syrer in Österreich. Auch warnte er vor dem Agieren Israels. Schon in Afghanistan habe Washington versucht, „Krieg zu inszenieren“, später in Syrien und in Libyen. Akteure wie Saudi-Arabien, Katar, USA ließen den Krieg eskalieren. Heute seien Terroristen am Werk, die von ausländischen Mächten unterstützt werden. Alle Welt befasse sich mit den Terroristen des „Islamischen Staates“, nicht aber jenen der „Al Nusra“. Beide, aber auch andere politische Kräfte, zielten auf eine Fortsetzung des Krieges. Viele Bewaffnete hätten im Zuge des Konflikts aus rein finanziellen Gründen die Seiten gewechselt, seien von der Freien Syrischen Armee (FSA) zu den Islamisten-Rebellen übergelaufen.

Chawki sieht nur eine Option: „Wir müssen uns an einen Tisch setzen und in die Zukunft blicken.“ Die Syrer müssten selbst über ihre Zukunft entscheiden. Die meisten wünschten sich einen säkularen Staat, ein Zurück zur historischen Koexistenz von Muslimen und Christen. Salma Reda, Sprecherin der syrischen Studierenden in Wien, stellte fest, in Syrien habe man ein anderes Verständnis von Demokratie. Die Studentin, die zuletzt 2011 heimreiste, kritisierte, viele Gruppen hätten Assad a priori von einer Verhandlungslösung ausgeschlossen.

Die Wirtschaftskomponente des Nahost-Kriegs hob Nahost-Expertin und Buchautorin Karin Kneissl hervor. Der Krieg habe direkt mit den Erdölressourcen zu tun. Auch asiatische Mächte wie China seien hier involviert. Nicht zuletzt wegen des Öls „agiert Russland im Tandem mit dem Iran und China.“ Kneissl erläuterte auch den Umstand, dass Assad seine Gegner als „Terroristen“ bezeichne. Eine solche Wortwahl sei autoritären Herrschern eigen, gelte genauso für Ägyptens gestürzten Staatschef Hosni Mubarak wie den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Als Moderator Udo Bachmair, Präsident der Vereinigung für Medienkultur, die Frage nach der Einschätzung der Zukunft Syriens stellte, erhitzten sich die Gemüter auf dem Podium. Alle Syrer wünschten sich „ein neues Syrien“, er sei optimistisch, meinte Baghajati. Dem widersprach Edlinger heftig; er befürchtet für 2016 „eine weitere Eskalation“ und die Ausweitung auf andere arabische Gebiete. Die Türkei spiele eine üble Rolle, sei auf dem Weg zu einem islamistischen Staat. Auch Saudi-Arabien komme eine Täterrolle zu. Edlinger: „Die Täter sitzen in Washington, in Ankara und in Mekka.“ Russland habe nicht interveniert, sondern gemäß seinem Beistandspakt gehandelt.

Kneissl äußerte in ihrem Schlusswort zu der Diskussion - Titel: „Das syrische Drama, Wege aus dem Dilemma“ - „eine gewisse Zuversicht“. Frieden sehe sie für Syrien zwar nicht, aber doch „eine klare Entschlossenheit“, dem Vormarsch der Islamisten Einhalt zu gebieten. Sie verwies auf die Beispiele Bosnien und Libanon: In beiden Fällen endeten die Kämpfe mit einem Schweigen der Waffen, allerdings kam es zu keinem Friedensschluss.

Solidarität mit den Flüchtlingen im Servitenkloster

Die Nachricht von den Festnahmen und geplanten Abschiebungen hat in uns große Bestürzung ausgelöst. Wir ersuchen das Innenministerium Menschlichkeit walten zu lassen, die bevorstehenden Abschiebungen zu stoppen und die Inhaftierten wieder freizulassen. Sollten die verantwortlichen Stellen bedauerlicherweise ein humanitäres Bleiberecht für ausgeschlossen halten, so ist zumindest eine Duldung rechtlich jederzeit möglich. Wie bereits Kardinal Schönborn richtig bemerkt hat, dürfen Rechtsstaatlichkeit und Menschlichkeit nicht im Widerspruch zueinander stehen!

Nach wie vor stehen wir voll und ganz hinter folgenden Forderungen der Flüchtlinge, die wir hier nochmals bekräftigen wollen:

1) Keine Abschiebung in Länder, in denen den Betroffenen Gefahr droht. Selbst in Fällen, in denen keine explizite politische Verfolgung festgestellt werden kann, dürfen Zivilisten, die sich hierher gerettet haben, nicht in Kriegswirren abgeschoben werden. Es ist nicht nachvollziehbar, dass das Außenministerium Gebiete für gefährlich erklärt und das Innenministerium gerade in diese Gebiete Menschen abschieben möchte.

2) Die Dauer der Asylverfahren muss beschleunigt werden. Es kann nicht sein, dass Menschen jahrelang hingehalten und zur Untätigkeit gezwungen werden. Wer legal hier lebt, soll legal arbeiten dürfen. Die Politik wird aufgefordert sich hier zu bewegen und für eine überfällige Änderung der Gesetzeslage zu sorgen.

3) Nicht abschiebbare Personen, die einen negativen Asylbescheid erhalten haben, sollen weiter in der Grundversorgung bleiben - was derzeit lediglich in Wien so gehandhabt wird. Zudem müssen auch für diese Menschen persönliche Perspektiven eröffnet werden.

4) Humanitäres Bleiberecht aktiv betreiben: Menschen, die bereits lange hier leben; voll integrierte Familien dürfen nicht mehr abgeschoben werden.

5) Formen der Selbstorganisation von Flüchtlingen sollten zugelassen und unterstützt werden. Wie alle anderen Menschen auch sollen AsylwerberInnen die Möglichkeit haben, sich zu organisieren, auszutauschen und ihre Anliegen artikulieren zu können. Denn genau das ist das Rückgrat unserer Demokratie, in die die Flüchtlinge vor politischer Unterdrückung geflohen sind.

Europa und Österreich treten auf internationalem Parkett immer als Vorreiter in Sachen Menschenrechte und Humanität auf. Viele Menschen wundern sich zu Recht, dass diese hohen Maßstäbe bevorzugt theoretisch in Bezug auf Situationen außerhalb Europas angelegt werden, während die Standards in der Flüchtlingsfrage im eigenen Land alles andere als vorbildlich sind.

Es steht zu hoffen, dass die Behörden im Konkreten die Inhaftierten freilassen und im Allgemeinen die politische Praxis in Flüchtlingsfragen überdenken und überarbeiten. Es braucht eine menschliche und respektable Lösung für alle Beteiligten. Es ist immer besser, wenn im Zweifelsfall die Menschlichkeit gegen kaltes Exekutieren auch anders auszulegender Paragraphen die Oberhand behält.

Für die Initiative muslimischer Österreicher-innen

Tarafa Baghajati, Obmann

"European Muslim Women of Influence finalists": EMWI / CEDAR

Carla Amina Baghajati wurde für "European Muslim Women of Influence finalists" nominiert.

Details unter: http://www.cedar-emwi.com/welcome

The Institute for Strategic Dialogue (ISD) in partnership with Casa Árabe will host the CEDAR Network's first major public conference and international gala event in Madrid on 30th October 2010.

The gala will feature the announcement of the European Muslim Women of Influence finalists showcasing their inspirational stories.

"Women of Muslim heritage are an integral part of our society. EMWI recognises and celebrates this", Cherie Blair

"Die Initiative feiert den Erfolg muslimischer Frauen in Europa und trägt so zu einem vielseitigen Bild der Muslimin in der Öffentlichkeit dar", Kristiane Backer, ehemalige Moderatorin bei MTV

EMWI is a CEDAR initiative

Tag der Nachbarschaft – Venediger Au - Schura-Moschee

Tag der Nachbarschaft – Venediger Au - Schura-Moschee

Karriere: Kopftuch & Beruf - ein Widerspruch?

Für Musliminnen auf Jobsuche wird das Bekenntnis, ein Kopftuch auch bei der Arbeit tragen zu wollen, häufig zum Hemmschuh. Ihre Bewerbung wird oft abgelehnt, manche kommen bei muslimischen Arbeitgebern unter.

WIEN. „Die Arbeitswelt ist ein Schlüssel für die Integration in die österreichische Gesellschaft, der Zutritt in die Arbeitswelt ist insbesondere für Musliminnen erschwert. Ein Kopftuch macht Musliminnen sichtbar,“ sagt Amina Baghajati, Pressesprecherin der Islamischen Glaubensgemeinschaft. „In der neuen Generation ist sicher ein Pool junger Frauen, die in die Arbeitswelt gehen wird, auf den Unis gibt es immer mehr junge Frauen mit Kopftuch, da kommt ein Thema auf die Gesellschaft zu.“

Architektin Seyda Beyaz Ince, 28, behauptet, dass sie schon „auf der Suche nach einer Praktikumsstelle“ wegen ihres Kopftuchs „immer wieder“ auf Abweisung gestoßen sei. Und nicht erst da: „Meine Freundin und ich waren im Abschlussjahr 2006 an der Technischen Universität Wien die einzigen Studentinnen mit Kopftuch.“ Die 28-Jährige sucht nach wie vor, während ihre Freundin mittlerweile in einer türkischen Firma Arbeit gefunden hat.

„Für viele Frauen ist es der einzige Weg, sich bei muslimischen Arbeitgebern zu bewerben“, meint Hüseyin Ünal, Besitzer der „Etsan“-Supermarktkette. „Wir bekommen vermehrt Bewerbungen von Frauen mit Kopftuch. Aufgrund ihres Kopftuchs wurden sie anderswo nicht angestellt.“

Hilfe aus der Community

Ähnlich Mustafa Catalbas, Vorsitzender des Verbandes unabhängiger muslimischer Industrieller und Unternehmer: „Die muslimischen Geschäftsmänner wollen Frauen in ihrer schwierigen Situation unterstützen und ihnen Arbeitsplätze verschaffen.“ Für Hatice Kocak, 26, waren bei ihren Bewerbungen als Verkaufsfrau in großen Lebensmittel-, Elektronik- oder Kleidergeschäften die Türen verschlossen. Kocak: „Mir blieb als einzige Möglichkeit, in einem türkischen Laden zu arbeiten.“

Corinna Tinkler, Pressesprecherin und Leiterin der Unternehmenskommunikation von Rewe International (Merkur, Billa, Bipa), meint zur Kopftuchdebatte: „Wie im Handel üblich, haben unsere Filialmitarbeiterinnen eine Arbeitskleidung. Wir wissen, dass unseren Kundinnen einheitliche Arbeitskleidung sehr wichtig ist. Wir müssen deshalb dem auch Rechnung tragen. Mit den Bewerberinnen wird im Erstgespräch ausführlich die zukünftige Tätigkeit besprochen, Teil des Gespräches ist auch die Arbeitskleidung. Es liegt nun im Ermessen jedes einzelnen Bewerbers, was für ihn möglich ist oder nicht.“

Job schon nach zwei Wochen

Je höher die Qualifikation, desto weniger ist das Kopftuch Hindernis: „Zwei Wochen nach Beendigung meines Medizinstudiums an der Uni Wien habe ich an der Universitätsklinik im Allgemeinen Krankenhaus eine Arbeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin bekommen“, berichtet Aysegül Ilhan. Die 25-Jährige lebt erst seit 2002 in Österreich, meint aber dennoch, dass „ich mich in Österreich zu Hause fühle, weil hier der Islam eine anerkannte Religion ist.“ In ihrer zweijährigen Berufspraxis sei sie noch mit keinen Vorurteilen konfrontiert gewesen.

Für Ayse Tandogan schaut die Arbeitswelt mit Kopftuch ein wenig anders aus. „Schon seit 20 Jahren bin ich mit Kopftuch als Putzfrau tätig, ich habe sowohl in großen Firmen als auch in privaten Haushalten gearbeitet“, so Tandogan. Sie erzählt, auf Toleranz dem Kopftuch gegenüber, Ignoranz und schließlich auch offene Ablehnung gestoßen zu sein. „Ich habe jahrelang darauf verzichten müssen, ein Kopftuch zu tragen.“

„Wir wollen junge muslimische Frauen mit den nötigen ,Soft Skills‘ für die Arbeitswelt ausstatten“, so Rodaina El Batnigi, Projektleiterin von „Fatima“. Diese Organisation bietet jungen Musliminnen Seminare zu Diskussionstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Teamführung, Organisation und Planung an.

El Batnigi: „Wir sind geborene Österreicherinnen mit unterschiedlichen Wurzeln.“ Es sei wichtig, „neben dem Studium die sozialen Fähigkeiten junger Musliminnen zu unterstützen, um sie auf die Arbeitswelt gut vorzubereiten und ihnen zu ermöglichen, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten“. Im Idealfall sollten sie zu Multiplikatorinnen werden, um in der eigenen Community, aber auch in der Mehrheitsgesellschaft Veränderungen zu bewirken.

Zeynep Elibol, Direktorin der berufsorientierten islamischen Fachschule für soziale Bildung: „Wir wollen nicht, dass Migrantinnen jung heiraten und keinen Beruf erlernen, wir wollen sie in ihrer Selbstverwirklichung fördern.“

„Eine Muslimin mit Kopftuch, die in der Arbeitswelt Fuß gefasst hat, ist ein Symbol dafür, dass es kein Widerspruch ist, Kopftuch zu tragen und in der Arbeitswelt integriert zu sein“, meint Amina Baghajati. „In Österreich ist ein umfassender Dialog nötig – ohne Verdächtigung und Ressentiments gegenüber Musliminnen.“ Integration sei keine Einbahnstraße, „alle Seiten müssen beteiligt sein“.

© DiePresse.com

Islamfeindliche Demonstration gegen Moscheebau:

Islamfeindliche Demonstration gegen Moscheebau:

Österreichische Muslime verurteilen "mörderische" Gaza-Angriffe

Gemeinsame Erklärung veröffentlicht - Aufruf zu Großdemonstration

Wien (APA) - Österreichische Muslime haben am Sonntag in einer von mehreren Organisation unterzeichneten gemeinsamen Erklärung "das mörderische Vorgehen der israelischen Armee gegen die wehrlose Bevölkerung von Gaza auf das schärfste verurteilt".

Die Erklärung wurde der APA von Tarafa Baghajati von der "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" übermittelt.

Vor den Augen der Welt würden "Zivilisten kaltblütig bombardiert", heißt es in dem Schreiben. Es handle sich um Zivilisten, "die seit über 18 Monaten durch die Abriegelung von Gaza förmlich ausgehungert" worden seien und deren "katastrophale humanitäre Situation eigentlich eines Aufschreis der Weltöffentlichkeit bedurft hätte".

Hinter jedem der Hunderten Toten stünden "ein menschliches Schicksal und trauernde verzweifelte Hinterbliebene", heißt es in der Erklärung weiter. Zahlreiche Frauen und Kinder seien unter den Getöteten. Den ungezählten Verletzten könne in den besonders von der israelischen Blockade betroffenen Spitälern kaum die erforderliche medizinische Hilfe geleistet werden.

Auch das Töten von Beamten und Polizisten sei ein "Kriegsverbrechen", auch wenn sie Uniformierte seien. "Diese sind keine bewaffneten Kämpfer, sondern Angehörige des Verwaltungsapparats" wird in der Erklärung betont.

Die Unterzeichner fordern die Weltgemeinschaft auf, "allen voran die arabischen Staaten, die EU, die UNO sowie den neuen US Präsidenten Barak Obama, alles in ihrer Macht stehende zu unternehmen, um dieses Blutbad schleunigst zu beenden." Auch die europäische und die österreichische Zivilgesellschaft und die Politik müssten ihre Solidarität mit der leidenden palästinensischen Bevölkerung deutlich auszudrücken.

An die Medien wird appelliert, "eine sachliche Berichterstattung zu führen". Die "schrecklichen Bilder", die in diversen internationalen Sendern ausgestrahlt würden, müssten "aus journalistischer Informationspflicht" gezeigt werden. Die "vorbildliche Initiative" "Licht ins Dunkel" wird gebeten, mit einem Teil der gesammelten Spenden den Spitälern in Gaza zu helfen.

Schließlich appellieren die Unterzeichner der Erklärung "an die palästinensische Organisationen, den Versöhnungsprozess voranzutreiben und zu vertiefen, um die Einheit des palästinensischen Volkes zu bestärken".

Auf die Beendigung der Waffenruhe durch die Hamas und die auf Israel gefeuerten Kassam-Raketen wird in der Erklärung kein Bezug genommen.

Für kommenden Freitag wird "zu einer großen Demonstration" aufgerufen. Details dazu sollen noch bekanntgegeben werden.

(Schluss) zaa

 

 

 

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