Islamische Seelsorge im Gefängnis wird vereinheitlicht

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Freitag, 29 Januar, 2010
Islamische Seelsorge im Gefängnis wird vereinheitlicht

Derzeit befinden sich rund 1300 Muslime in Österreichs Gefängnissen. Ihre Seelsorger brauchen Matura, gute Deutsch- und Rechtskenntnisse. Künftig soll in allen Gefängnissen muslimische Seelsorge möglich sein.

Die islamische Seelsorge in Gefängnissen wird österreichweit vereinheitlicht. Diese Woche haben Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (ÖVP) und Anas Schakfeh, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ), eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet, hieß es am Freitag in einer Aussendung. Diese enthält unter anderem Mindeststandards für die islamischen Seelsorger, wie Cornelia Leitner, Referentin im Kabinett der Ministerin, erklärte.

Mit rund 1300 Insassen sind Muslime laut Justizministerium derzeit die zweitgrößte Glaubensgruppe in den Strafvollzugsanstalten. Bisher, so Leitner, habe es in Bezug auf die ehrenamtliche religiöse Betreuung lediglich lokale und regionale Kooperationen gegeben, regelmäßige Besuche von muslimischen Seelsorgern seien nur in zehn Gefängnissen angeboten worden. Mit der neuen Vereinbarung werde die Betreuung nun österreichweit vereinheitlicht. Ziel sei es, in allen Anstalten, wo Bedarf besteht, ein entsprechendes Angebot bereitzustellen.

Festgelegt wurden aber auch Mindeststandards für die Seelsorger und Voraussetzungen für die Gefangenenbetreuung, betonte Leitner. Dazu gehörten beispielsweise Maturareife, gute Deutschkenntnisse, um die Gottesdienste auf Deutsch halten zu können, oder Einschulungen über die Grundsätze des Strafvollzugs. Dies sei notwendig, um Glaubensausübung und Sicherheit optimal verbinden zu können, erklärte Leitner.

Bandion-Ortner hob in der Aussendung die große Bedeutung der seelsorgerischen Betreuung auf dem Weg zur Resozialisierung hervor. Auch Schakfeh zeigte sich erfreut, dass ein wichtiger Schritt zur weiteren Institutionalisierung der muslimischen Seelsorge getan worden sei.

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