Replik auf Thomas Schmidingers Artikel vom 01. Jänner 2009

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Samstag, 3 Januar, 2009
Replik auf Thomas Schmidingers Artikel vom 01. Jänner 2009

Replik auf Thomas Schmidingers Artikel vom 01. Jänner 2009

Leserbrief, veröffentlicht in „Die Presse“, 03.01.2009 (Originalversion)

In seinem Artikel „Reflexartige Proteste“ gegen die Islamische Glaubensgemeinschaft, gegen muslimische Vereine und gegen unsere Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen fällt Thomas Schmidinger wieder einmal durch mangelnde Recherche und selektive Wahrnehmung durch.

Inzwischen haben über 85 Organisationen und Vereine eine Erklärung unterzeichnet, die einen sofortigen Stopp der israelischen Aggression gegen Gaza und seine Zivilbevölkerung verlangt. Schmidinger erweckt den Eindruck, dass es sich nur um islamische und arabische Gruppen handelt. Bewusst unterschlägt er die Tatsache, dass die Unterzeichner eine multireligiöse und multiethnische Plattform bilden. Die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost wie Frauen in Schwarz sind dabei, zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen ebenfalls.

Kritik in den „eigenen“ Reihen nötig

Auch hier brilliert Thomas Schmidinger nicht durch sachliche Analyse. Solidaritätserklärungen, die in einer Zeit der hagelnden Bomben, wo die Anzahl der zivilen Opfer minutlich steigt, verfasst werden, sind keine politische Analysen, sondern ein Ausdruck der Anteilnahme  mit den Opfern und eine Aufforderung an die Weltgemeinschaft und Weltpolitik sofort für ein Ende zu intervenieren. Aus dieser Erklärung eine Parteinahme für die Hamas herauszulesen, grenzt anhand der tragischen Situation vor Ort an Geschmackslosigkeit.

Hamas wurde auf unserer Hompepage und in diversen Publikationen von mir nicht nur wegen des Hineinziehens von Zivilisten in den Kampf kritisiert, sondern überhaupt politisch. Auch an das will sich Schmidinger offenbar nicht mehr erinnern.

Die Ereignisse in Gaza eignen sich nicht, um politische Streitigkeiten weiterzuführen. Es steht Schmidinger aber frei, mit den unterzeichnenden regierungsnahen irakischen Organisationen einen Diskurs zu führen, da er offenbar dort gute Kontakte hat und sich seit Jahren anbiedert. Es steht ihm auch frei als Vorstandmitglied von “Österreichisch-Irakische Freundschaft, IRAQUNA” sich intern mit seiner Kritik an den arabischen und irakischen Organisationen zu melden. Von solchen Versuchen eines Diskurses ist Schmidinger meilenweit entfernt.

Tarafa Baghajati,
Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen

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