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APA-Zu Schakfeh: Al Rawi fordert Entschuldigung von FPÖ und BZÖ

SP-Politiker und Islam-Funktionär: "Islamfeindliche Agitation einstellen" - SP-Deutsch gegen "Hassprediger in FP-Zentrale"

Wien (APA) - Der Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft und Wiener SP-Abgeordnete Omar Al Rawi fordert eine Entschuldigung von FPÖ und BZÖ. Diese hatten islamische Gebetshäuser als "Brutstätten des radikalen Islams" bzw. "Widerstandsnester" demokratiefeindlicher Parallelgesellschaften bezeichnet. Damit sei "ein neuer Tiefpunkt" in der Debatte erreicht, kritisierte Al Rawi gegenüber der APA: "Gerade im Fastenmonat Ramadan den Muslimen auszurichten was man von ihren Gebetsräumen hält, ist ein Schlag ins Gesicht der in Österreich 500.000 lebenden Musliminnen und Muslime."

Gerade der Fastenmonat sei ein guter Anlass, miteinander ins Gespräch zu kommen und Vorurteile abzubauen, so Al Rawi: "Anstatt mit solche Hetze und Pauschalierungen zu agieren, sollten diese Politiker endlich ihre Islamfeindliche Agitation einstellen und sich für die Entgleisungen entschuldigen."

Der Wiener SP-Landesparteisekretär Christian Deutsch kritisierte auch die Forderung von FP-Generalsekretär Harald Vilimsky nach einem "Zuwanderungsverbot" für Menschen aus dem islamischen Raum. "Wenn es bei uns Hassprediger gibt, dann in Straches FPÖ-Parteizentrale", so Deutsch in einer Aussendung. Mit derartigen "Verbalentgleisungen" gefährde die FPÖ das internationale Ansehen Österreichs, den Tourismusstandort "und das friedliche Zusammenleben bis hin zur allgemeinen Sicherheit".

(Schluss) has

APA127    2010-08-22/12:34


Original Aussendung von Al-Rawi

Entsetzt und schockiert weise ich Aussagen von Harald Vilimsky und Gerald Grosz auf das schärfste zurück, wonach Islamische Gebetshäuser als "Brutstätten des radikalen Islams" bzw. "Widerstandsnester einer demokratiefeindlichen und menschenverachtenden Parallelgesellschaft" dargestellt und beschrieben werden.

Nach  den schrecklichen Plakate "Wiener Blut", ist nun ein neuer Tiefpunkt der Rhetorik in der FPÖ / BZÖ Debatte eingelangt.

Gerade im Fastenmonat Ramadan den Muslimen auszurichten was man von ihren Gebetsräumen hält, ist ein Schlag ins Gesicht der in Österreich 500.000 lebenden Muslimminen und Muslime.

Die Fastenzeit hat für Muslime eine besondere Bedeutung.

Spiritualität, Hilfsbereitschaft, Solidarität, Nächstenliebe und Spendenbereitschaft sowie intensive Andacht und die innere Einkehr stehen im Mittelpunkt dieses Fastenmonats. 
In den letzten Jahren haben Vereine und Moscheen diese Gelegenheit genutzt um Nachbarn und Freunde zum gemeinsamen "IFTAR / Fastenbrechen  nach Einbruch der Dunkelheit" einzuladen. 
Somit bietet der Ramadan die Gelegenheit  das Miteinander auch über religiöse und ethnische Grenzen hinweg zu fördern und die gegenseitige Achtung zu stärken.
Dies ist ein guter Anlass, miteinander ins Gespräch zu kommen und Vorurteile abzubauen.

Anstatt mit solche Hetze und Pauschalierungen zu agieren, sollten diese Politiker endlich ihre Islamfeindliche Agitation einstellen und sich für die Entgleisungen entschuldigen.

Dipl.Ing. Omar Al-Rawi 
Integrationsbeauftragter der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich 

Jörg Haider - ein Freund der Moslems? Leserbrief Baghajati in der Wienerzeitung

Zum Artikel von Arian Faal, 14. Oktober 2008:

Es wäre für eine ausführliche Berichterstattung wichtig, die Meinung der österreichischen Muslime zu hören oder zumindest zu erwähnen. Leider kann die Feststellung "Ein Freund der Moslems" auch unter Anführungszeichen nicht bestätigt werden. Es ist natürlich jetzt der falsche Zeitpunkt, dies zu thematisieren, es bleibt aber trotz Anteilnahme und Mitgefühl am tragischen Tod Jörg Haiders ein Faktum, dass unter seiner Führung Islamfeindlichkeit salonfähig gemacht wurde.

Unter seiner Führung wurden die ersten Gesetze gegen Moscheebauten erlassen. Die Aussage "Österreich den Österreichern" im letzten BZÖ-Wahlkampf impliziert nicht gerade eine Anerkennung der muslimischen Bürger Österreichs beziehungsweise anderer Minderheiten.

Es bleibt die Hoffnung, dass sich in Österreich irgendwann eine Partei ähnlich wie die FDP in Deutschland etabliert und mit liberalen Ansätzen den rechten Ansätzen von FPÖ/BZÖ Konkurrenz macht, anders als Heide Schmidt, die FPÖ/BZÖ offenbar keinerlei Stimmen gekostet hat. Das BZÖ hätte meines Erachtens im Moment die besten Chancen, sich in dieser Richtung zu entwickeln, ob die jetzigen Protagonisten den Mut dazu aufbringen, bleibt aber zweifelhaft.

DI Tarafa Baghajati 1140 Wien

Al-Rawi: Vergleich mit Westenthaler/BZÖ, Spende an Kinderchor Hilal

Causa "Halbmonde statt Gipfelkreuze": Westenthaler/BZÖ müssen für Projekte der Islamischen Glaubensgemeinschaft spenden

Wien (SPW) - Von einem geschlossenen Vergleich mit BZÖ-Obmann Peter Westenthaler vor dem Handelsgericht Wien berichtete am Donnerstag der Wiener SPÖ-Gemeinderat und Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich Omar Al-Rawi dem Pressedienst der SPÖ Wien. Die rechtsgültigen Unterschriften seien am Donnerstag Vormittag vor dem Handelsgericht Wien erfolgt. Westenthaler und das BZÖ verpflichten sich demzufolge "die Verbreitung der Behauptung, der Kläger (Anm.: Omar Al-Rawi) hätte die Anbringung von Halbmonden statt Gipfelkreuzen auf österreichischem Berggipfeln gefordert sowie gleichartiger kreditschädigender Tatsachenbehauptungen ab sofort zu unterlassen". Unter anderem müssen Westenthaler und BZÖ Al-Rawi laut Vergleich nun 3.000 Euro mit der Widmung "Spende für Jugend- und Sozialprojekte der Islamischen Glaubensgemeinschaft" zukommen lassen. In diesem Zusammenhang kündigte der Wiener SPÖ-Gemeinderat an, dass nach erfolgter Überweisung ein Teil dieses Betrages an den islamischen Kinderchor Hilal (dt.: Halbmond) gehen wird.****

Den Vergleich nahm Al-Rawi für ein Plädoyer zum Anlass, dass "endlich Schluss mit dem Schüren von Ressentiments gegenüber muslimischen Mitmenschen sein" müsse. Dabei sprach er auch die jüngst vom Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider angezettelte und nun von Westenthaler fortgeführte "Moscheen-Debatte" an: "Eine rein populistisch motivierte Pseudo-Diskussion, die nichts anderes zum Ziel hat, als Vorurteile zu schüren und Menschen gegeneinander auszuspielen", so der Befund von Al-Rawi, der dieses irrationale Verhalten der BZÖ-Politiker aufs Schärfste verurteilte.

Im Endeffekt habe, so Al-Rawi, der erfolgte Vergleich mit Westenthaler und BZÖ nun gezeigt, dass "man mit menschenverachtender Aufhusserei ohnedies nicht weit kommt": "Die Menschen interessiert dieses Auseinanderdividieren nicht, sie wollen ein gemeinsames harmonisches Zusammenleben und dafür werde ich mich auch in Zukunft mit aller Vehemenz einsetzen", schloss Al-Rawi. (Schluss) ah

Rückfragehinweis:

Pressedienst der SPÖ-Wien
Tel.: ++43/ 01/ 53 427-222
wien.presse [at] spoe.at (mailto:)
http://www.wien.spoe.at

 

 

 

Schweitzer Tagesanzeiger - Haider will nun Moscheen ganz verbieten

Jörg Haiders BZÖ startet eine Initiative gegen Minarette - und weist jede Parallele mit der SVP empört von sich.

Eine Moschee mit Minarett entspreche «nicht unserer Kultur, unserer baulichen Tradition und unserer Wertehaltung». So begründete heute in Klagenfurt der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (BZÖ) seine jüngste Initiative, den Bau von Moscheen verbieten zu lassen.

Noch im Herbst will Haider Anträge zur Änderung der Bauordnung, des Ortsbildpflegegesetzes und des Gemeindeplanungsgesetzes einbringen. Eine fremde Baukultur dürfe nicht zum sichtbaren Wahrzeichen einer «religiösen Tendenz in unserem Land werden», so Haider.

Befürworter eines Türkei-Beitritts

Anlass für das geplante Moscheenverbot ist der Antrag der Islamischen Gemeinde in der Kärntner Kleinstadt Spittal an der Drau, in einem leeren Gebäude ein Gebetshaus einzurichten. Ein Minarett ist allerdings nicht vorgesehen, die Fassade des Hauses soll nicht verändert werden. Haider behauptet jedoch, dass mit der Widmung die Tür zu einem schleichenden Umbau in eine Moschee geöffnet werde. Durch die Gesetzesänderungen sollen Moscheen und Minarette als Störung des Ortsbildes definiert werden. Für ihre Errichtung wären dann Sondergenehmigungen notwendig. Allerdings dürfte das BZÖ («Bündnis Zukunft Österreich») im Landesparlament für diesen Vorschlag kaum eine Mehrheit finden.

Haider rühmte sich oft seiner guten Kontakte zur islamischen Welt, er machte sich für den Beitritt der Türkei zur EU stark und empfing erst vor zwei Wochen Saif al-Islam Qadhafi, den Sohn des libyschen Diktators. Seine ehemalige Partei FPÖ wirft ihm deshalb jetzt «Doppelzüngigkeit» vor. Das Verbot von Moscheen will sie trotzdem unterstützen und setzt noch eine Drohung hinzu: Reiche eine Änderung der Bauordnung nicht aus, «dann werden wir die Schaufel nehmen und niederreissen, was uns stört», sagt Karlheinz Klement, Vorsitzender der FPÖ-Kärnten.

Die Freiheitlichen müssen starke Töne spucken, denn in Kärnten wird kommendes Jahr gewählt, und Haider reisst mit der Moscheediskussion ein klassisches FPÖ-Thema an sich. Nach der Abspaltung des BZÖ 2005 konnten die geschwächten Freiheitlichen unter ihrem neuen Vorsitzenden Heinz-Christian Strache mit einem besonders ausländer- und islamfeindlichen Kurs wieder Tritt fassen. Bei den vergangenen Parlamentswahlen erzielte Strache mit dem Slogan «Daham statt Islam» (Daheim statt Islam) ein unerwartet gutes Ergebnis. Danach verschwand das Thema Moscheen aber aus den österreichischen Medien. Strache wich nach Deutschland aus und beteiligte sich in Köln an der Kampagne gegen den Bau einer Moschee.

Vergleich mit antisemitischer Hetze

Omar al-Rawi, Integrationsbeauftragter der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Wien, spricht nun von einer «Besorgnis erregenden Entwicklung» und erinnert an Aspekte der antisemitischen Hetze der Zwischenkriegszeit, als das orientalische Aussehen mancher Synagogen als Vorwand für deren Zerstörung diente: «Ein Klima, in dem Islamfeindlichkeit gedeihen kann, lässt auch Antisemitismus zu.»

Die jüngste Moscheendiskussion in Kärnten sieht der Sozialdemokrat Rawi in Verbindung mit der Schweizer Initiative gegen den Bau von Minaretten. Haider könne schwer ertragen, längere Zeit nicht in den Medien präsent zu sein, «da hat er sich halt abgeschaut, was die Schweizer Volkspartei so macht.» Der Verdacht des Ideenklau wird in Klagenfurt sofort zurückgewiesen: Die SVP sei für das BZÖ nie ein Vorbild gewesen, sagt Haiders Sprecher Stefan Petzner: «Die Schweizer reden nur vom Minarettverbot. Wir aber handeln.» Rund 400'000 Muslime leben in Österreich, die Hälfte davon in Wien. Kärnten hat mit 11'000 Muslimen die zweitniedrigste Quote des Landes. Das Verhältnis des Staates zu der religiösen Minderheit galt bis jetzt als vorbildlich in Europa. Seit 1912 ist der Islam als Religionsgemeinschaft staatlich anerkannt, in den Schulen wird islamischer Religionsunterricht als Freifach angeboten, Religionslehrer und Imame werden auf einer pädagogischen Akademie ausgebildet.

In ganz Österreich gibt es rund 200 Gebetshäuser, aber nur eine Moschee in Wien, die mit ihren Minaretten schon von Weitem als solche erkennbar ist. Im kleinen Tiroler Ort Telfs versuchte die FPÖ mit einer Bürgerinitiative den Bau einer Moschee mit Minarett zu verhindern. Das gelang zwar nicht ganz, doch die Höhe des Minaretts musste radikal verringert werden. Ausserdem darf vom Turm aus niemals ein Muezzin zum Gebet rufen. Im niederösterreichischen Bad Vöslau wurde der Bau eines islamischen Zentrums nur ohne Minarette genehmigt. Omar al-Rawi vergleich die Lage der Muslime deshalb mit jenen der Protestanten in Österreich vor 300 Jahren: «Kaiser Josef II. erliess zwar ein Toleranzedikt, aber protestantische Kirchen durften damals nicht wie Kirchen aussehen, und das Glockenläuten war verboten.»

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