Westenthaler Peter

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"Kipferlsturm" am Peilstein

Aktion von Christen, Muslimen; BZÖ gegen Alpenverein

Neuhaus - Rund 50 Christen und Muslime marschierten am Samstag auf den 718 Meter hohen Peilstein, um oben Kipferln zu verteilen und damit an eine Polit-Groteske zu erinnern. Mit dabei bei der Aktion der "Plattform Christen und Muslime": Anas Schakfeh, Präsident der islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, seine Sprecherin Amina Baghajati, die Vorsitzende der "Muslimischen Frauen in Österreich", Daniela Abu-Subhieh, der Wiener SP-Gemeinderat Omar Al-Rawi sowie Ex-ORF-Korrespondent Paul Schulmeister und Heinz Nussbaumer, Ex-Pressesprecher des verstorbenen Bundespräsidenten Thomas Klestil

Der Alpenverein (ÖAV), hatte BZÖ-Obmann Westenthaler im Wahlkampf 2006 vermeldet, unterstütze eine Forderung radikaler Muslime, wonach auf Bergen Gipfelkreuze durch Halbmonde ersetzt werden. Westenthalers "Beweis": Ein Brief, in dem ÖAV-Vizepräsident Andreas Ermacora dieses Ansinnen guthieß.

Bloß: Der Brief war die Fälschung eines Scherzboldes. Aber Westenthaler rückte auch nicht davon ab, nachdem Muslime wie Alpenverein erklärt hatten, dass seine Angst unbegründet sei.

Sicherheitshalber erklärte Anas Schakfeh am Peilstein-Gipfel aber nochmals: Niemand stelle die Insignien alpenländischer Gipfelidentität infrage. Ein wenig abseits schmunzelte ein Mann in sich hinein: Der Journalist Gert Millmann, Ex-Sprecher des neuen SPÖ-Chefs Werner Faymann, hatte jenen Brief geschrieben. "Die Posse", sagte Millmann, gehe weiter: "Westenthaler will seine Prozesskosten bei mir einklagen, weil er sich von mir getäuscht fühlt."

Gleich am Sonntag fand "die Posse" ihre Fortsetzung: BZÖ-Generalsekretär Gerald Grosz kritisierte den Alpenverein für dessen "Verharmlosung des expansiven Islam". Die Ausschreitungen nach dem EURO-Viertelfinalspiel Kroatien - Türkei "sollten für die blindesten und dümmsten Gutmenschen ein Signal sein", sagte Grosz.

Multireligiöser Gipfelsturm erfolgreich

Die "Plattform Christen und Muslime" lud zu einer gemeinsamen Wanderung im Andenken an die Halbmond-Affäre vor zwei Jahren.

Dutzende Frauen und Männer fanden sich am Samstagvormittag in der Teichanlage Neuhaus ein, um den Peilstein gemeinsam zu bezwingen. In einer groß angelegten Wanderung sollte an die Aussagen von BZÖ-Politiker Peter Westenthaler erinnert werden, der im vergangenen Wahlkampf einen gefälschten Brief in einer TV-Sendung vorlas.

Darin soll der SPÖ-Landtagsagbeordnete Omar al-Rawi vom Österreichischen Alpenverein die Bestätigung erhalten haben, dass in Zukunft Gipfelkreuze mit hölzernen Halbmonden ausgetauscht werden.

Persönlichkeiten wie Heinz Nußbaumer, Peter Pawlowsky, Paul Schulmeister und Susanne Heine wanderten gemeinsam mit muslimischen Vertretern wie Omar al-Rawi, Anas Schakfeh und Carla Amina Baghajati und zahlreichen begeisterten Sympathisant/innen.

Kipferl als Antwort

Während dem Aufstieg lasen die Veranstalter/innen immer wieder kurze spirituelle Texte vor, ehe am Gipfel die Festreden folgten. Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Anas Schakfeh, betonte dabei das gute Zusammenleben und verwies auf die Vorbildrolle Österreichs in der Welt.

Als Antwort auf Peter Westenthaler, der bis heute vom Inhalt des Briefes überzeugt ist, wurden von allen Teilnehmer/innen kleine Halbmond-Kipferl verspeist. Auf einer Berghütte wurde schließlich mit musikalischer Untermalung von Bard.Allah und bekannten Hüttenspezialitäten der erfolgreiche Aufstieg ausgiebig gefeiert.

Al-Rawi: Vergleich mit Westenthaler/BZÖ, Spende an Kinderchor Hilal

Causa "Halbmonde statt Gipfelkreuze": Westenthaler/BZÖ müssen für Projekte der Islamischen Glaubensgemeinschaft spenden

Wien (SPW) - Von einem geschlossenen Vergleich mit BZÖ-Obmann Peter Westenthaler vor dem Handelsgericht Wien berichtete am Donnerstag der Wiener SPÖ-Gemeinderat und Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich Omar Al-Rawi dem Pressedienst der SPÖ Wien. Die rechtsgültigen Unterschriften seien am Donnerstag Vormittag vor dem Handelsgericht Wien erfolgt. Westenthaler und das BZÖ verpflichten sich demzufolge "die Verbreitung der Behauptung, der Kläger (Anm.: Omar Al-Rawi) hätte die Anbringung von Halbmonden statt Gipfelkreuzen auf österreichischem Berggipfeln gefordert sowie gleichartiger kreditschädigender Tatsachenbehauptungen ab sofort zu unterlassen". Unter anderem müssen Westenthaler und BZÖ Al-Rawi laut Vergleich nun 3.000 Euro mit der Widmung "Spende für Jugend- und Sozialprojekte der Islamischen Glaubensgemeinschaft" zukommen lassen. In diesem Zusammenhang kündigte der Wiener SPÖ-Gemeinderat an, dass nach erfolgter Überweisung ein Teil dieses Betrages an den islamischen Kinderchor Hilal (dt.: Halbmond) gehen wird.****

Den Vergleich nahm Al-Rawi für ein Plädoyer zum Anlass, dass "endlich Schluss mit dem Schüren von Ressentiments gegenüber muslimischen Mitmenschen sein" müsse. Dabei sprach er auch die jüngst vom Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider angezettelte und nun von Westenthaler fortgeführte "Moscheen-Debatte" an: "Eine rein populistisch motivierte Pseudo-Diskussion, die nichts anderes zum Ziel hat, als Vorurteile zu schüren und Menschen gegeneinander auszuspielen", so der Befund von Al-Rawi, der dieses irrationale Verhalten der BZÖ-Politiker aufs Schärfste verurteilte.

Im Endeffekt habe, so Al-Rawi, der erfolgte Vergleich mit Westenthaler und BZÖ nun gezeigt, dass "man mit menschenverachtender Aufhusserei ohnedies nicht weit kommt": "Die Menschen interessiert dieses Auseinanderdividieren nicht, sie wollen ein gemeinsames harmonisches Zusammenleben und dafür werde ich mich auch in Zukunft mit aller Vehemenz einsetzen", schloss Al-Rawi. (Schluss) ah

Rückfragehinweis:

Pressedienst der SPÖ-Wien
Tel.: ++43/ 01/ 53 427-222
wien.presse [at] spoe.at (mailto:)
http://www.wien.spoe.at

 

 

 

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