Muslimische Jugendliche besuchen die Ausstellung über Angelo Soliman

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Donnerstag, 26 Januar, 2012
APA
Muslimische Jugendliche besuchen die Ausstellung über Angelo Soliman

Wien - Eine Gruppe von rund 30 muslimischen Jugendlichen besuchte gemeinsam mit dem Wiener SP-Gemeinderat Omar Al-Rawi die Ausstellung "Angelo Soliman" im Wien Museum. Dessen Schicksal bewegte alle: als Afrikaner zum fürstlichen Kammerdiener und Lehrer adeliger Kinder aufgestiegen, wurde er spätestens in seinem Tod zum "Ausstellungsstück" degradiert. Damit verknüpft wurde ein kaum bekanntes und sehr zwiespältiges Kapitel österreichischer Geschichte vom 17. bis ins 20. Jahrhundert: Leben und Wirken von AfrikanerInnen in Österreich. 

Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen im Rahmen von Go 4 Culture organisiert. Unter den SchülerInnen und StudentInnen war auch eine Gruppe der Islamischen Fachschule für soziale Bildung, die derzeit ein Genderprojekt mit dem Wien Museum durchführt. SP-Gemeinderat Omar Al-Rawi unterstrich die Wichtigkeit, sich mit dem Thema Diskriminierung eingehend auseinanderzusetzen: "So wie hier im detailliert aufgezeigten Beispiel der AfrikanerInnen, muss die ganze Dimension der Diskriminierungsmechanismen zutage gefördert werden. Rassismus hat viele Gesichter und äußert sich immer wieder gegen dunkelhäutige Menschen und in letzter Zeit auch vermehrt durch steigende Islamfeindlichkeit." 

Zu Beginn des Besuchs richtete der Kulturreferent der Islamischen Religionsgemeinde Wien, Tarafa Baghajati, das Wort an die Jugendlichen: "Alle reden über Integration. Ihr seid aber als ÖsterreicherInnen ein voll integrierter Teil der Gesellschaft. Es geht vielmehr um den sozialen Zusammenhalt, der auch durch kulturellen Austausch gefördert werden soll."

(Schluss)

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