Pawlowsky Peter

Diese Homepage wurde mit einem neuem CMS aufgesetzt und befindet sich daher in Arbeit ...

Plattform "Christen und Muslime" zu Gast im Stift Altenburg

Die im Jahr 2006 von Dr. Paul Schulmeister und Dr. Peter Pawlowsky initiierte Plattform Christen und Muslime besuchte auf Initiative von Botschafter a. D. Dr. Walter Greinert mit rund 20 Teilnehmern am 9. Mai das Benediktinerkloster Stift Altenburg.

Christlich-Muslimischer Dialog ist den Benediktinern von Altenburg eingrundsätzliches Anliegen. Der im Jahr 2006 eröffnete „Garten der Religionen“ zeugt davon ebenso wie die Vienna International Christian-Islamic Summer University, die im Jahr 2008 zum ersten Mal in Altenburg stattfand.

Neben den beiden Initiatoren der Plattform, Dr. Paul Schulmeister und Dr. Peter Pawlowsky, konnte Abt Christian Haidinger OSB als Hausherr des Klosters vor allem Carla Amina Baghajati, die Medienreferentin der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich und Mitgründerin der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen, sowie deren Ehemann Dipl. Ing Tarafa Baghajati, Mitgründer der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen und Member of ENAR's Advisory Council of Eminent Experts, ENAR - European Network against Racism, herzlich willkommen heißen. Besondere Gäste waren auch Prof. Mag. Dr. Ingeborg Gabriel, Vorständin des Instituts für Sozialethik der Katholischen Fakultät der Universität Wien mit dem international anerkannten Fachmann für Interreligiösen Dialog, Prof. DDDr. Leonard Swidler von der Temple University of Philadelphia USA.

Nach einem Rundgang durch die in Europa einzigartigen Ausgrabungen des Alten Klosters in Verbindung mit herausragender zeitgenössischer Architektur und die einmalige barocke Bibliothek nahmen die Gäste am Mittagsgebet der Mönchsgemeinschaft in der Stiftskirche teil.

Beim gemeinsamen Mittagstisch, zu dem Abt Christian die Gäste in guter benediktinischer Tradition einlud, entwickelten sich erste „interreligiöse“ Gespräche und Begegnungen auch mit den Gastgebern.

Am Nachmittag übernahm P. Michael Hüttl OSB vom Stift Altenburg die Herausforderung, den Muslimischen Gästen nicht nur die Konzilserklärung „Nostra Aetate“, die sich mit der Haltung der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen beschäftigt, zu erläutern, sondern auch den im „Garten der Religionen“ dargestellten Islamischen Glaubenszugang aus christlicher Sicht.

Beim gemeinsamen Abschluss im „Salettl“ rezitierten Tarafa Baghajati und Carla Amina Baghajati aus dem Koran und Peter Pawlowsky las aus den Apophthegmata Patrum. 

In Ihren Dankesworten hob Frau Carla Amina Baghajati vor allem die Bedeutung der christlichen Werte für die geschichtliche Entwicklung Österreichs heraus, die auch von den Muslimen anerkannt und geschätzt wird. Diese geschichtliche Bedeutung sei in den Räumen und Ausgrabungen des Klosters Altenburg ebenso eindrucksvoll erlebbar, wie das Bemühen, einander wertschätzend wahr und ernst zu nehmen im „Garten der Religionen“.

Kommentar zum Artikel „Christen im Irak“

Der Krieg im Gaza-Streifen hat die Vorgänge im Irak in den Hintergrund gedrängt. Ich möchte dennoch nicht versäumen, Tarafa Baghajati für seine Analyse vom 29. 12. zu danken. Seine differenzierte Sicht auf die Lage der Christen im Irak widerspricht sowohl der fremdenfeindlichen Politik unserer Innenministerin, als auch dem selektiven Vorstoß von Kardinal Schönborn. Als Christ trete auch ich dafür ein, dass den bedrängten Glaubensgeschwistern im Irak geholfen wird, aber es wäre zu fragen, auf welche Weise ihnen so geholfen werden kann, dass sie ihre Heimat nicht verlieren. Eine derartige Hilfe wird immer selektiv sein und kann sich auf Christen im Irak konzentrieren; wo es aber um Flüchtlinge und Vertriebene geht, muss sich jede Selektion nach Herkunft oder Religion aufhören. Ich würde mir wünschen, dass christliche Kommentare zu muslimischen Problemen immer so überlegt und menschenfreundlich ausfallen, wie dieser Kommentar aus muslimischer Feder zur Lebensfrage einer christlichen Minderheit in einem islamischen Land.

Dr. Peter Pawlowsky

Multireligiöser Gipfelsturm erfolgreich

Die "Plattform Christen und Muslime" lud zu einer gemeinsamen Wanderung im Andenken an die Halbmond-Affäre vor zwei Jahren.

Dutzende Frauen und Männer fanden sich am Samstagvormittag in der Teichanlage Neuhaus ein, um den Peilstein gemeinsam zu bezwingen. In einer groß angelegten Wanderung sollte an die Aussagen von BZÖ-Politiker Peter Westenthaler erinnert werden, der im vergangenen Wahlkampf einen gefälschten Brief in einer TV-Sendung vorlas.

Darin soll der SPÖ-Landtagsagbeordnete Omar al-Rawi vom Österreichischen Alpenverein die Bestätigung erhalten haben, dass in Zukunft Gipfelkreuze mit hölzernen Halbmonden ausgetauscht werden.

Persönlichkeiten wie Heinz Nußbaumer, Peter Pawlowsky, Paul Schulmeister und Susanne Heine wanderten gemeinsam mit muslimischen Vertretern wie Omar al-Rawi, Anas Schakfeh und Carla Amina Baghajati und zahlreichen begeisterten Sympathisant/innen.

Kipferl als Antwort

Während dem Aufstieg lasen die Veranstalter/innen immer wieder kurze spirituelle Texte vor, ehe am Gipfel die Festreden folgten. Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Anas Schakfeh, betonte dabei das gute Zusammenleben und verwies auf die Vorbildrolle Österreichs in der Welt.

Als Antwort auf Peter Westenthaler, der bis heute vom Inhalt des Briefes überzeugt ist, wurden von allen Teilnehmer/innen kleine Halbmond-Kipferl verspeist. Auf einer Berghütte wurde schließlich mit musikalischer Untermalung von Bard.Allah und bekannten Hüttenspezialitäten der erfolgreiche Aufstieg ausgiebig gefeiert.

Plattform "Christen und Muslime" in der Schura-Moschee

Muslime luden Initiatoren der „Plattform Christen und Muslime“ zum Freitaggebet in ihre Moschee

Nußbaumer: Christen und Muslime haben als Geschwister eine unzerstörbare Nähe – Pawlowsky: Sorge vor kommendem Wahlkampf – Schulmeister: Brandstifter dürfen keine Chance erhalten!

Mehr als 500 Muslime waren zum traditionellen Freitagsgebet in der Wiener Shura-Moschee (2,. Bezirk an der Lasallestraße) versammelt, als Scheich Adnan Ibrahim die drei christlichen Gäste vorstellte: Prof. Heinz Nußbaumer, Dr. Peter Pawlowsky und Dr. Paul Schulmeister – die Initiatoren der „Plattform Christen und Muslime“. 

Begrüßung durch Scheich Adnan Ibrahim

Er stellte die drei Gäste als „Weise“ in Österreich vor und dankte ihnen für ihr Engagement. Dabei unterstrich er, dass die Initiative zur Gründung der Plattform von christlicher Seite ausgegangen war, ohne dass man dabei auf einen persönlichen Vorteil bedacht gewesen wäre oder dies in irgendeiner Weise „nötig gehabt hätte“. Im Vordergrund ständen das gute Zusammenleben und der gegenseitige Respekt zwischen Menschen unterschiedlicher Religion. Insbesondere nach der von vielen als Rückschlag empfundenen Stimmung nach dem so genannten Karikaturenstreit sei dies zu fördern.

Scheich Adnan betonte auch, dass Christen den Muslimen besonders nahe stünden. Im Koran werde dies in Beziehung zur Bescheidenheit gesetzt, die als charakteristisch für die Christen gelten könne.

Persönliche Vorstellung der Plattform und der drei Gäste von Tarafa Baghajati

Tarafa Baghajati von der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen rief kurz Eckpunkte aus der Biographie der Gäste ins Gedächtnis, um ihre herausragende Rolle auch für den gesellschaftspolitischen und religiösen Diskurs zu würdigen. Er bemerkte, dass das Zustandekommen der Plattform auch das Ergebnis des langjährigen intensiven interreligiösen Dialogs sei. Sich zu kennen und so ein Verhältnis des Vertrauens aufzubauen, mache ein gemeinsames Eintreten erst möglich.

Zusammenfassende Übersetzung der Rede Scheich Adnans durch Omar Al Rawi

Der Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft schloss mit der Bemerkung, dass es an sich absolut unüblich sei in einer Moschee oder einem muslimischen Gebetsraum zu klatschen – dies aber heute gebrochen wurde, weil die Anwesenden einfach zeigen wollte, wie sehr sie die Worte der Gäste und das Anliegen der Plattform schätzten.


Hier der veröffentlichte Beitrag in der KAP www.kathpress.at mit einigen weiteren Detailinformationen:

"Christen und Muslime haben einen gemeinsamen Vater"

Muslime luden Initiatoren der "Plattform Christen und Muslime" zum Freitagsgebet in Leopoldstädter Moschee – Nußbaumer: Ob Religionen trennen oder zusammenführen, obliegt der Verantwortung jedes einzelnen - Pawlowsky äußert Sorge vor kommendem Wahlkampf - Schulmeister: Brandstiftern keine Chance geben

http://www.kathpress.at/content/site/home/database/6017.html?SWS=3e63fdf5d58

Wien, 18.6.06 (KAP) "Christen und Muslime haben einen gemeinsamen Vater": Das betonte der katholische Publizist Prof. Heinz Nußbaumer vor rund 500 Muslimen in der Shura-Moschee in Wien-Leopoldstadt, wo er und zwei weitere Initiatoren der "Plattform Christen und Muslime" - Peter Pawlowsky und Paul Schulmeister – Gäste beim Freitagsgebet waren. Wer Gott in die Mitte seines Lebens stelle, könne seinen Glauben gar nicht als trennend und spaltend empfinden, betonte Nußbaumer. Unter Christen und Muslime gebe es wie unter Geschwistern zwar Differenzen und auch Streit, "aber immer auch eine unzerstörbare Nähe", so Nußbaumer.

Leider wüssten Christen und Muslime zu wenig vom Glauben des jeweils anderen. Eine Mehrheit habe die Pflicht, sich um die Gedankenwelt der Minderheiten zu kümmern. Aber auch der Rückzug einer Minderheit in die Isolation wäre kein Beitrag zum Miteinander. Kardinal Franz König habe immer gesagt, dass man nur von festen Fundamenten aus Brücken zueinander bauen kann, betonte der Publizist: "Wir würden also nichts dadurch gewinnen, sollten wir in der Treue zu unserer eigenen Religion schwankend werden".

Immer wieder würden gläubige Menschen gefragt, "ob die Religion die tiefere Ursache für so viel Argwohn und Gegnerschaft in der Welt ist oder ob sie die Rettung aus all dem sein könnte, was uns trennt". Nußbaumer wörtlich: "Ich meine, es gibt darauf nur eine ehrliche Antwort: Beides ist möglich. Wir selbst sind es, die darüber entscheiden. Gott hat uns Menschen in die Freiheit entlassen. Aber auch in die Verantwortung. Wir gestalten heute, was morgen Geschichte sein wird".

Er selbst habe von Muslimen viel gelernt, so Nußbaumer weiter. Auf seinen vielen Reisen durch die islamische Welt habe er eine "ganz andere islamische Wirklichkeit" erlebt als jene, die ihm in den westlichen Medien gegenüber trete. Nußbaumer schloss seine Ausführungen mit einem Gebet aus dem ersten gemeinsamen Gebetbuch von Juden, Christen und Muslime in Deutschland.

"Gastgeber" Scheich Adnan Ibrahim stellte die drei christlichen Gäste in der Shura-Moschee als "Weise" in Österreich vor und dankte ihnen für ihr Engagement. Dabei würdigte er, dass die Initiative zur Gründung der "Plattform" von christlicher Seite ausgegangen war. Im Vordergrund stünden das gute Zusammenleben und der gegenseitige Respekt zwischen Menschen unterschiedlicher Religion.

Der frühere Leiter der ORF-TV-Abteilung Religion, Peter Pawlowsky, erinnerte daran, dass mit dem Engagement für ein friedliches Zusammenleben von Christen und Muslimen auch "eine österreichische Tradition verteidigt" werde: "Muslime haben bei uns seit einem Jahrhundert Heimatrecht". Um die politische Anerkennung der Religionsgemeinschaften beneide das Ausland Österreich. Gerade in den letzten Monaten hätten sich jedoch "gegenseitige Vorwürfe, Unterstellungen und Verunglimpfungen" gehäuft. "Und es ist zu befürchten, dass sich das im Wahlkampf noch steigert und zuspitzt", sagte der Publizist. Wählerstimmen durch das Schüren von Angst und Vorurteilen zu fangen, sei "zwar leider eine verbreitete Strategie, hat aber mit einer seriösen Vorstellung von Demokratie nichts zu tun".

In seinem Schlusswort erinnerte Paul Schulmeister von Präsidium der Katholischen Aktion an den Anlass zur Gründung der "Plattform Christen und Muslime", den in Dänemark entstandenen "Karikaturenstreit". In Österreich sollten "Brandstifter" keine Chance erhalten. Christen und Muslime in Österreich müssten sich als Bürger einer gemeinsamen Heimat verstehen. Als Demokraten müssten sie auf der Basis gemeinsamer Grundwerte der Verfassung solidarisch handeln, um Ausländerfeindlichkeit gerade in Wahlkampfzeiten abzuwehren, betonte Schulmeister.

(Informationen: Internet: www.christenundmuslime.at).

Share
RSS - Pawlowsky Peter abonnieren