Auszeichnungen

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"European Muslim Women of Influence finalists": EMWI / CEDAR

Carla Amina Baghajati wurde für "European Muslim Women of Influence finalists" nominiert.

Details unter: http://www.cedar-emwi.com/welcome

The Institute for Strategic Dialogue (ISD) in partnership with Casa Árabe will host the CEDAR Network's first major public conference and international gala event in Madrid on 30th October 2010.

The gala will feature the announcement of the European Muslim Women of Influence finalists showcasing their inspirational stories.

"Women of Muslim heritage are an integral part of our society. EMWI recognises and celebrates this", Cherie Blair

"Die Initiative feiert den Erfolg muslimischer Frauen in Europa und trägt so zu einem vielseitigen Bild der Muslimin in der Öffentlichkeit dar", Kristiane Backer, ehemalige Moderatorin bei MTV

EMWI is a CEDAR initiative

Britische Moschee erhält Preis für "schönstes Minarett" Europas

Die Moschee in der britischen Stadt Bradford ist von einer interkulturellen Jury mit dem Preis für das "schönste Minarett in Europa" ausgezeichnet worden. Der Preis wird verliehen auch als Reaktion auf das Nein der Schweizer zum Bau neuer Minarette.

Die Moschee im englischen Bradford hat laut interkultureller Jury das "schönste Minarett" in Europa. Dies gab ein Sprecher des "Rates der plurikulturellen Jugend" (COJEP), einer von türkischen Immigranten gegründeten Nichtregierungsorganisation, am Dienstag in Straßburg bekannt. Die britische Moschee habe sich unter 53 anderen muslimischen Gebetshäusern in 13 europäischen Ländern durchgesetzt, erklärte COJEP-Sprecher Veysel Filiz.

Rabbiner und Pfarrer

Der Jury gehörten nach seinen Angaben Vertreter unterschiedlicher Religionen an, unter ihnen ein Rabbiner, eine protestantische Theologin aus der Schweiz und ein Priester der Anglikanischen Kirche. Der COJEP gehört zu einer Reihe von Nichtregierungsorganisationen, die Partner des Europarats und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sind.

Zeichen setzen

Mit dem Preis, der zum ersten Mal verliehen wurde, wollte die Organisation knapp fünf Monate nach dem Nein der Schweizer zum Bau neuer Minarette ein Zeichen setzten. "Minarette dürfen nicht Angst und Vorurteile fördern", betonte Filiz. Moscheen müssten vielmehr "aus den Kellern geholt werden und weithin sichtbar sein". Nur so könne in Europa ein "transparenter" und offener Islam bestehen. "Solange der Islam sich in Kellern versteckt, können wir nicht wissen, was da gesagt und gepredigt wird."

Weitere Informationen:

Jury-Mitglied aus Österreich war Tarafa Baghajati von der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen.

Siehe auch:

http://www.focus.de/panorama/vermischtes/preisverleihung-europas-schoenstes-minarett-steht-in-grossbritannien_aid_500492.html

http://www.saphirnews.com/Le-plus-beau-minaret-d-Europe-est-britannique_a11400.html

http://www5.lefigaro.fr/flash-actu/2010/04/20/97001-20100420FILWWW00515-l-ue-elit-le-plus-beau-minaret-d-europe.php

http://www.leparisien.fr/societe/le-plus-beau-minaret-d-europe-est-a-bradford-20-04-2010-894103.php

Ehrung für Anas Schakfeh - IGGiÖ-Präsident als "Role Model"

Wien (OTS) - Landeshauptmann Dr. Michael Häupl überreichte am Freitag dem Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Anas Schakfeh, das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien. An der Ehrung nahmen neben politischen VertreterInnen des Landes Wien auch zahlreiche BotschafterInnen und hochrangige Repräsentanten von diversen Glaubensgemeinschaften teil. Die Laudatio hielt Dr. Thomas Oliva, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung in Ruhe, der besonders würdigte, dass Schakfeh immer das Prinzip Integration durch Partizipation hochgehalten und gelebt habe.****

Häupl betonte in seiner Begrüßung, dass sich die Stadt Wien bereits über lange Zeit durch eine besondere Form des Zusammenlebens der verschiedenen Religionen ausgezeichnet habe. Die spezielle Qualität und Wertehaltung in einer Gesellschaft mache dabei die gemeinsame Verurteilung des Terrors aus. Er dankte Schakfeh dafür, dass er sich immer schon für das friedliche Miteinander stark gemacht habe. Schakfeh drückte seinen Dank an die Stadt Wien für diese hohe Auszeichnung aus, vor allem dankte er Bürgermeister Häupl persönlich für die gute und verständnisvolle  Kooperation mit der Islamischen Glaubensgemeinschaft und führte als Beispiel die Errichtung des Islamischen Friedhofs an. Er habe in Wien seinen Lebensweg gefunden und sei davon überzeugt, dass nur im Dialog etwas verändert werden könne.

Lebenslauf Anas Schakfeh

Anas Schakfeh wurde 1943 in Syrien geboren. Er studierte in Österreich und war Mitbegründer, Generalsekretär und Vorsitzender der Muslimischen Studentenunion Wien. Seit dem Jahr 2000 ist Schakfeh Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, vorher bereits geschäftsführender Präsident. In dieser Funktion setzt sich Schakfeh stets für den konstruktiven Dialog zwischen den Religionen ein. 2003 initiierte er in Graz die erste europäische Imam-Konferenz, und auch die Gleichberechtigung der Frau in der muslimischen Gesellschaft ist ihm ein Anliegen.

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/ma53/rkfoto/

(Schluss) du


IGGiÖ-Präsident als "Role Model": Schakfeh in Wien ausgezeichnet

Gebürtiger Syrer seit 1999 oberster Vertreter der heimischen Muslime

Wien (APA) - Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ), Anas Schakfeh, ist am Freitag mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien ausgezeichnet worden. Der 67-jährige gebürtige Syrer steht seit 1999 an der Spitze der Vereinigung. Laudator Thomas Oliva lobte den IG-Chef dafür, dass er ein konfliktfreies Miteinander in Wien ermögliche - und betonte: "Sie sind ein Role Model."

Auch Bürgermeister Michael Häupl (S) bedankte sich bei Schakfeh. Dieser seit mitverantwortlich dafür, dass die Kooperation der Religionsgemeinschaften in Wien so gut funktioniere: "Dazu, Herr Präsident, haben sie unendlich viel beigetragen."

Thomas Oliva, ehemaliger Chef der Wiener Industriellenvereinigung und Vorsitzender der Wiener Zuwanderungskommission, verwies auf die Bedeutung von Integration, die durch Partizipation - nicht durch Assimilation - geschehen solle. Eigene Werte müssten nicht aufgegeben werden. "Das hat nichts mit der Errichtung von Parallelgesellschaften zu tun", versicherte Oliva.

Werde Integration als Partizipation, also als Teilnahme verstanden, dann gehöre dazu auch Toleranz. Lediglich gegen Intoleranz müssen man intolerant sein. Oliva erinnerte auch an wichtige "Wegkreuzungen" im Leben des IGGiÖ-Präsidenten - unter anderem an die Imame-Konferenz 2005 in Graz - und auf die Verdienste des Geehrten im Bereich Bildung.

"In Wien zu leben ist nicht nur schön, es ist ein Privileg", versicherte Schakfeh. Und es sei ein besonderer Tag, da er eine Wiener Ehrung erhalte. Er habe in seiner Tätigkeit als Präsident der Glaubensgemeinschaft "natürlich viele Höhen und Tiefen" erlebt, aber er sei dankbar, dass ihm Einiges gelungen sei: "Denn die letzten zehn Jahre waren gekennzeichnet von der Realisierung wichtiger Infrastrukturprojekte."

So sei es etwa möglich gewesen, einen Friedhof für die Muslime zu errichten, erinnerte Schakfeh. Auch konfessionelle Schulen seien gebaut worden. Der IG-Präsident bedankte sich bei Häupl für die Unterstützung dieser Projekte.

Anas Schakfeh ist als Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft oberster Vertreter der österreichischen Muslime. Er arbeitete als Dolmetscher, Religionslehrer und Fachinspektor für den islamischen Religionsunterricht. Seit 1980 ist er österreichischer Staatsbürger. Seit Herbst 1999 steht er an der Spitze der Glaubensgemeinschaft.

Schakfeh wurde am 6. März 1943 in Hama in Syrien geboren. Nach der Reifeprüfung in Damaskus besuchte er das theologische Seminar in seiner Geburtsstadt. 1965 kam er nach Österreich. Er studierte vorerst Medizin und Arabistik und stieg später auf die Dolmetsch-Ausbildung um. Von 1977 bis 1984 war er in diesem Bereich tätig. 1984 wechselte er als Religionslehrer an eine Wiener AHS, im September 1998 wurde er Fachinspektor für den islamischen Religionsunterricht.

Bereits 1987 wurde er zum Vorsitzenden der Religionsgemeinde Wien, Niederösterreich und Burgenland gewählt. 1997 wurde Schakfeh geschäftsführender Präsident der Glaubensgemeinschaft, deren Führung er nach dem Tod seines Vorgängers Ahmad Abdelrahimsai 1999 auch offiziell übernahm. 2007 gab er seinen Rückzug bekannt, ein Nachfolger an der Spitze der Glaubensgemeinschaft wurde aber noch nicht gekürt.

Nationalratspräsidentin Prammer überreicht Demokratiepreis 2008

Lupac-Stiftung zeichnet Volksschule und muslimische Initiative aus

Nationalratspräsidentin Prammer überreicht Demokratiepreis 2008 Lupac-Stiftung zeichnet Volksschule und muslimische Initiative aus

Wien (PK) – Nationalratspräsidentin Barbara Prammer überreichte heute im Rahmen eines Festakts im Parlament den Demokratiepreis 2008. Mit dem von der Margaretha Lupac-Stiftung für Parlamentarismus und Demokratie gestifteten Preis wurden eine Wiener Ganztagsvolksschule und die Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen ausgezeichnet. Sie teilen sich das Preisgeld in der Höhe von 15.000 €.

Nationalratspräsidentin Barbara Prammer hielt bei der Preisverleihung fest, das Kuratorium der Lupac-Stiftung sei mit großer Überzeugung dem Vorschlag der Jury gefolgt. Unter anderem hob sie das Engagement der beiden Preisträger für eine Stärkung des demokratischen Bewusstseins und für Toleranz hervor. Die Demokratie sei ein sehr filigranes Gebilde, meinte Prammer, das eine aktive Zivilgesellschaft brauche, um nachhaltig abgesichert zu werden. Es sei notwendig, einen Kontrapunkt zum zunehmenden politischen Desinteresse zu setzen, die Volksschule Europaschule in der Brigittenau und die Initiative muslimischer Österreicherinnen und Österreicher agierten hier vorbildhaft. In diesem Zusammenhang verwies Prammer auch auf die Notwendigkeit, politische Bildung zu forcieren, wobei sie die Schule und die Politik gleichermaßen gefordert sieht.

Bernhard Perchinig von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften machte darauf aufmerksam, dass 15 Prozent der in Österreich lebenden Menschen nicht in Österreich geboren seien und in den österreichischen Haushalten mehr als 50 Sprachen gesprochen würden. Die soziokulturelle und sprachliche Vielfalt in Österreich ist damit seiner Meinung nach durchaus mit traditionellen Einwanderungsländern wie den USA und Kanada vergleichbar. Hinter den Zahlen stecke eine große Integrationsleistung, unterstrich Perchinig, sowohl seitens der Zugewanderten als auch seitens der einheimischen Bevölkerung.

Eine positive Grundhaltung gegenüber kultureller Vielfalt und ein wertschätzender Umgang mit Verschiedenheit habe sich allerdings erst in den 1980-er Jahren entwickelt, gab Perchinig zu bedenken. Zudem hinke die Integration im Bereich der politischen Teilhabe nach wie vor hinten nach. Politische Parteien und Institutionen öffneten sich nur langsam für ZuwanderInnen. Gleichzeitig ist laut Perchinig die Diskriminierung von Menschen mit anderer Hautfarbe wieder im Zunehmen begriffen. Diese negative Entwicklung könne den Weg Österreichs zu einer offenen Gesellschaft aber nur erschweren und nicht unbegehbar machen, zeigte er sich zuversichtlich. Die beiden Preisträger sind für ihn, wie er sagte, gute Beispiele dafür, wie man mit Vielfalt produktiv umgehen könne.

Oliver Rathkolb, Vorstand des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Wien, begründete die Auswahl der Volksschule Europaschule durch die Jury. Unter den zahlreichen Einreichungen habe es eine Reihe spannender, interessanter und innovativer Bewerbungen gegeben, skizzierte er, die Ganztagsvolksschule sei jedoch nicht zuletzt durch ihr ungewöhnliches Leitbild besonders hervorgestochen. Die Schule schätze etwa kulturelle Vielfalt, wolle zur Weltoffenheit erziehen und unterstütze eigenverantwortliche, demokratische Projektarbeit. Darüber hinaus hob Rathkolb die angebotenen Sprachkurse für Mütter mit Migrationshintergrund und die Wahl von Schülerräten hervor. In jeder Klasse wird jeweils ein Mädchen und ein Bursche gewählt und diese dann in Entscheidungen der Schule eingebunden.

Zweiter Preisträger ist die Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen. Die Initiative besteht seit nunmehr bald zehn Jahren und hat sich, wie die zweite Laudatorin, VfGH-Vizepräsidentin Brigitte Bierlein erklärte, unter anderem eine stärkere Beteiligung von Muslimen am politischen und öffentlichen Leben nach dem Motto "Integration durch Partizipation" zum Ziel gesetzt. Gleichzeitig fungiere sie unter dem Leitgedanken "Nicht über Muslime reden, sondern mit ihnen" als Mittlerin zwischen Religionen und Kulturen. Die Initiative mache deutlich, sagte Bierlein, dass es möglich sei, die Identität als Muslim/in mit dem Bewusstsein der Zugehörigkeit zu Österreich und zu Europa zu verbinden. Als konkrete Projekte der Initiative führte die VfGH-Vizepräsidentin u.a. den Tag der offenen Moschee, Fortbildungsveranstaltungen für die Exekutive, die Förderung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern sowie Schulprojekte an.

Der Demokratiepreis der Margaretha Lupac-Stiftung wurde heuer zum dritten Mal verliehen. Eine Jury unter dem Vorsitz des Politikwissenschafter Manfried Welan wählte die Preisträger aus insgesamt 70 Bewerbungen aus.

Eingerichtet ist die nach ihrer Geldgeberin Margaretha Lupac benannte Stiftung beim Parlament. Ihr Ziel ist es, den Gedanken der Demokratie und des Parlamentarismus zu fördern und das Prinzip der Toleranz im Diskurs über Fragen der Politik, der Kunst und der gesellschaftlichen Entwicklungen zu festigen. Im kommenden Jahr wird die Stiftung wieder einen Wissenschaftspreis ausschreiben.

Der heutige Festakt im Parlament wurde durch das Nexus-Quartett musikalisch umrahmt. (Schluss)

Demokratiepreis: Laudatio Fr. Dr. Brigitte Bierlein im Parlament

Demokratiepreis 2008: Laudatio von Fr. Dr. Brigitte Bierlein, Vizepräsidentin des Verfassungsgerichtshofes anlässlich der Preisverleihung im Parlament am 13. November 2008

Sehr geehrte Frau Präsidentin, Herr Präsident, geschätzte Festgäste!

Es ist mir eine Freude, zum zweiten Preisträger, dem Verein Initiative Muslimischer ÖsterreicherInnen, zu sprechen. Ihre fünf Mitgründer sind anwesend, stellvertretend darf ich den Obmann, Herrn Dipl. Ing. Baghajati, nennen.

"Nicht über Muslime reden, sondern mit ihnen", ist ein wesent­liches Motto der Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, Impulse in gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Bereichen zu geben und Brücken zu bauen.

Die Initiative wurde iJ 1999 zur Förderung der Integration von Muslimen und der Korrektur des oft verzerrten Bildes des Islams in der Öffentlichkeit gegründet. In den fast 10 Jahren ihres Bestehens hat die Initiative einen wesentlichen Beitrag zur gesellschaftlichen Akzeptanz und zur "Integration durch Partizipation" geleistet. Dies ist auch deshalb besonders bedeutend, weil die Arbeit der Initiative durch die tragischen Ereignisse des 11.9.2001 in den USA, die auch in Teilen Europas zu einer verstärkt negativen Haltung gegenüber Angehörigen des Islams geführt hat, nicht gerade erleichtert wurde.

Durch Vernetzung innerhalb der Zivilgesellschaft, u.a. durch Beteiligung am Europäischen Netzwerk gegen Rassismus, durch gezielte Projektarbeit und offenen Dialog lebt die IMÖ Demokratie als eigenständigen Wert vor. Dieser Wert erschöpft sich nach dem Verständnis der Initiative nicht in der Wahrnehmung des Stimmrechts bei Wahlen; vielmehr wird die Teilhabe an der gesellschaftlichen Verantwortung für ein respektvolles Miteinander über Religionen und Kulturen hinweg gefördert und damit ein Zuwachs an Akzeptanz im sozialen Umfeld von Österreicherinnen und Österreichern mit muslimischem Hintergrund erreicht.

Hervorzuheben sind die innovative Medienarbeit der Organisation, frauenspezifische, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern fördernde Projekte, der Tag der Offenen Moschee und Schulprojekte mit Dialogveranstaltungen für Schülerinnen und Schüler, aber auch für Lehrerinnen und Lehrer sowie Fortbildungsveranstaltungen für die Exekutive. Besonders freut mich, dass bereits ein neues Projekt gemeinsam mit der anderen Preisträgerin, der Ganztags­volksschule Europaschule, initiiert wurde; ein schönes Zeichen für die Nachhaltigkeit der Lupac-Stiftung.

In der Tat ist die Förderung des Wissens über die Möglichkeiten der Partizipation an den demokratischen Einrichtungen in Österreich ein wesentlicher Schlüssel zur Integration.

Die IMÖ hat mit ihren ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern erfolgreich den Beweis angetreten, dass die Identität als Muslim/ als Muslimin und die Zugehörigkeit zu Österreich und zu Europa - entgegen weit verbreiteter anderer Meinungen - kompatibel ist. Frauen und Männer arbeiten in der Initiative völlig gleichbe­rechtigt zusammen; die Öffentlichkeitsarbeit und die Vertretung nach außen erfolgt in der IMÖ unter der Ägide einer Frau - ein in muslimischen Organisationen wohl singulärer Ansatz! Ein Grund für den Erfolg der IMÖ liegt im Vertrauen der Basis; die Initiative ist für alle Muslime da, unabhängig von der ethnischen Herkunft oder rechtsschulischen Zugehörigkeit.

Erwähnung verdient auch die Nominierung der IMÖ im Österreichkonvent zur Abgabe einer muslimischen Stellungnahme.

Die IMÖ nimmt ihre Rolle als Mittlerin zwischen Religionen und Kulturen aktiv wahr. Sie hat bei den Imame-Konferenzen in den vergangenen Jahren in Graz und in Wien, die von der Islamischen Glaubensgemeinschaft gemeinsam mit dem österreichischen Außenministerium veranstaltet wurden, entscheidend mitgewirkt. Veranstaltungen der IMÖ im interreligiösen Bereich, gemeinsam mit jüdischen und buddhistischen Organisationen, bieten ein gutes Beispiel dafür, dass das Eintreten gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus sowie für ein respektvolles Miteinander ein wichtiges Anliegen aller Religionen ist.

Europa, einst klassischer Auswanderungskontinent, ist längst zu einem Einwanderungskontinent geworden. Österreich gehört mit einem Anteil von fast 15% im Ausland geborener Bevölkerung - Dr. Perchinig hat darüber in seiner Festansprache schon referiert - weltweit zu den relativ großen Einwanderungsländern.

Ein beachtlicher Teil der MigrantInnen sind Muslime und Musliminnen oder stammen aus Ländern mit islamischer Tradition. Islamische Vielfalt wurde in den letzten Jahrzehnten nach Europa gebracht, der Islam ist auch in Österreich zu einer festen Größe geworden. Inzwischen leben drei Generationen von MigrantInnen hier; der "Gastarbeiterstatus" sollte überwunden sein, Zuwanderer sind zu einem wichtigen Bestandteil des kulturellen, sozialen und politischen Lebens geworden.

Die liberalen Verfassungen Europas eröffnen breite Freiräume für individuelle Lebensgestaltung. Zu den unverzichtbaren Grundlagen zählen die Achtung der Menschenwürde, das Demokratie- und Rechtsstaatsprinzip, Gewaltenteilung, Mehrheitsentscheidung und Minderheitenschutz sowie die Grundrechte, wie Gleichberechtigung der Geschlechter, Meinungs-, Glaubens- und Bekenntnisfreiheit und der Schutz des Privat- und Familienlebens.

Integrationspolitik ist nicht Politik für Migranten, sondern Politik für das gesamte Gemeinwesen; Integration ist ein zweiseitiger Prozess, der Leistungen von Zuwanderern ebenso verlangt wie von der Aufnahmegesellschaft; nicht nur die Eingliederung in eine bestehende Ordnung, sondern auch das "Hineinlassen" ist erforderlich.

Bildungs- und Teilhabemöglichkeiten sind wesentliche Voraus­setzungen für das Gelingen von Integration. Die Islamische Glaubensgemeinschaft hat in Österreich seit 1912 - also bald 100 Jahre -  gesetzlich anerkannten Status, somit günstige Voraussetzungen für einen erfolgreichen Integrationsprozess. Die Arbeit der Initiative in Österreich, einem säkularen pluralistisch-demokratisch begründeten und gerade nicht sekularistischen politischen System, gibt gestaltende Kraft.

Es ist daher in der Tat vereinbar, Muslime, gleichzeitig aber Österreicher und Europäer zu sein. Die Vermittlung dieser Überzeugung ist von großer Bedeutung, um die Jugend auf beiden Seiten - mit und ohne muslimischen Hintergrund - gegen Radikalisierungsversuche zu immunisieren. Der demokratische Rechtsstaat ist nicht als bloßes Konzept, sondern nur in gelebter Praxis zukunftsfähig.

Die IMÖ hat mit ihren Beiträgen demokratiepolitische Partizipation vorgelebt, die Rechte von Frauen gestärkt, offene Kommunikation mit der österreichischen und europäischen Gesellschaft gepflogen, ein positives Bild von Muslimen und Musliminnen gezeichnet und die Jugend in ihre Projekte miteinbezogen; sie hat damit Vorbildwirkung zur Unterstützung eines erfolgreichen Integrationsprozesses, zum friedlichen Miteinander verschiedener Kulturen entfaltet.

"Heimat sind die Menschen, die wir verstehen und die uns verstehen", hat Max Frisch gesagt. In diesem Sinne hat die IMÖ viele einem Stück Heimat in der Demokratie Österreich und in einem starken Europa näher gebracht; dafür gebührt ihr der heute verliehene Preis. Herzlichen Glückwunsch!

Dr. Brigitte Bierlein

Demokratiepreis 2008: Laudatio Fr. Dr. Brigitte Bierlein im Parlament

Laudatio von Fr. Dr. Brigitte Bierlein, Vizepräsidentin des Verfassungsgerichtshofes anlässlich der Preisverleihung im Parlament am 13. November 2008

Sehr geehrte Frau Präsidentin, Herr Präsident, geschätzte Festgäste!

Es ist mir eine Freude, zum zweiten Preisträger, dem Verein Initiative Muslimischer ÖsterreicherInnen, zu sprechen. Ihre fünf Mitgründer sind anwesend, stellvertretend darf ich den Obmann, Herrn Dipl. Ing. Baghajati, nennen.

"Nicht über Muslime reden, sondern mit ihnen", ist ein wesent­liches Motto der Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, Impulse in gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Bereichen zu geben und Brücken zu bauen.

Die Initiative wurde iJ 1999 zur Förderung der Integration von Muslimen und der Korrektur des oft verzerrten Bildes des Islams in der Öffentlichkeit gegründet. In den fast 10 Jahren ihres Bestehens hat die Initiative einen wesentlichen Beitrag zur gesellschaftlichen Akzeptanz und zur "Integration durch Partizipation" geleistet. Dies ist auch deshalb besonders bedeutend, weil die Arbeit der Initiative durch die tragischen Ereignisse des 11.9.2001 in den USA, die auch in Teilen Europas zu einer verstärkt negativen Haltung gegenüber Angehörigen des Islams geführt hat, nicht gerade erleichtert wurde.

Durch Vernetzung innerhalb der Zivilgesellschaft, u.a. durch Beteiligung am Europäischen Netzwerk gegen Rassismus, durch gezielte Projektarbeit und offenen Dialog lebt die IMÖ Demokratie als eigenständigen Wert vor. Dieser Wert erschöpft sich nach dem Verständnis der Initiative nicht in der Wahrnehmung des Stimmrechts bei Wahlen; vielmehr wird die Teilhabe an der gesellschaftlichen Verantwortung für ein respektvolles Miteinander über Religionen und Kulturen hinweg gefördert und damit ein Zuwachs an Akzeptanz im sozialen Umfeld von Österreicherinnen und Österreichern mit muslimischem Hintergrund erreicht.

Hervorzuheben sind die innovative Medienarbeit der Organisation, frauenspezifische, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern fördernde Projekte, der Tag der Offenen Moschee und Schulprojekte mit Dialogveranstaltungen für Schülerinnen und Schüler, aber auch für Lehrerinnen und Lehrer sowie Fortbildungsveranstaltungen für die Exekutive. Besonders freut mich, dass bereits ein neues Projekt gemeinsam mit der anderen Preisträgerin, der Ganztags­volksschule Europaschule, initiiert wurde; ein schönes Zeichen für die Nachhaltigkeit der Lupac-Stiftung.

In der Tat ist die Förderung des Wissens über die Möglichkeiten der Partizipation an den demokratischen Einrichtungen in Österreich ein wesentlicher Schlüssel zur Integration.

Die IMÖ hat mit ihren ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern erfolgreich den Beweis angetreten, dass die Identität als Muslim/ als Muslimin und die Zugehörigkeit zu Österreich und zu Europa - entgegen weit verbreiteter anderer Meinungen - kompatibel ist. Frauen und Männer arbeiten in der Initiative völlig gleichbe­rechtigt zusammen; die Öffentlichkeitsarbeit und die Vertretung nach außen erfolgt in der IMÖ unter der Ägide einer Frau - ein in muslimischen Organisationen wohl singulärer Ansatz! Ein Grund für den Erfolg der IMÖ liegt im Vertrauen der Basis; die Initiative ist für alle Muslime da, unabhängig von der ethnischen Herkunft oder rechtsschulischen Zugehörigkeit.

Erwähnung verdient auch die Nominierung der IMÖ im Österreichkonvent zur Abgabe einer muslimischen Stellungnahme.

Die IMÖ nimmt ihre Rolle als Mittlerin zwischen Religionen und Kulturen aktiv wahr. Sie hat bei den Imame-Konferenzen in den vergangenen Jahren in Graz und in Wien, die von der Islamischen Glaubensgemeinschaft gemeinsam mit dem österreichischen Außenministerium veranstaltet wurden, entscheidend mitgewirkt. Veranstaltungen der IMÖ im interreligiösen Bereich, gemeinsam mit jüdischen und buddhistischen Organisationen, bieten ein gutes Beispiel dafür, dass das Eintreten gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus sowie für ein respektvolles Miteinander ein wichtiges Anliegen aller Religionen ist.

Europa, einst klassischer Auswanderungskontinent, ist längst zu einem Einwanderungskontinent geworden. Österreich gehört mit einem Anteil von fast 15% im Ausland geborener Bevölkerung - Dr. Perchinig hat darüber in seiner Festansprache schon referiert - weltweit zu den relativ großen Einwanderungsländern.

Ein beachtlicher Teil der MigrantInnen sind Muslime und Musliminnen oder stammen aus Ländern mit islamischer Tradition. Islamische Vielfalt wurde in den letzten Jahrzehnten nach Europa gebracht, der Islam ist auch in Österreich zu einer festen Größe geworden. Inzwischen leben drei Generationen von MigrantInnen hier; der "Gastarbeiterstatus" sollte überwunden sein, Zuwanderer sind zu einem wichtigen Bestandteil des kulturellen, sozialen und politischen Lebens geworden.

Die liberalen Verfassungen Europas eröffnen breite Freiräume für individuelle Lebensgestaltung. Zu den unverzichtbaren Grundlagen zählen die Achtung der Menschenwürde, das Demokratie- und Rechtsstaatsprinzip, Gewaltenteilung, Mehrheitsentscheidung und Minderheitenschutz sowie die Grundrechte, wie Gleichberechtigung der Geschlechter, Meinungs-, Glaubens- und Bekenntnisfreiheit und der Schutz des Privat- und Familienlebens.

Integrationspolitik ist nicht Politik für Migranten, sondern Politik für das gesamte Gemeinwesen; Integration ist ein zweiseitiger Prozess, der Leistungen von Zuwanderern ebenso verlangt wie von der Aufnahmegesellschaft; nicht nur die Eingliederung in eine bestehende Ordnung, sondern auch das "Hineinlassen" ist erforderlich.

Bildungs- und Teilhabemöglichkeiten sind wesentliche Voraus­setzungen für das Gelingen von Integration. Die Islamische Glaubensgemeinschaft hat in Österreich seit 1912 - also bald 100 Jahre -  gesetzlich anerkannten Status, somit günstige Voraussetzungen für einen erfolgreichen Integrationsprozess. Die Arbeit der Initiative in Österreich, einem säkularen pluralistisch-demokratisch begründeten und gerade nicht sekularistischen politischen System, gibt gestaltende Kraft.

Es ist daher in der Tat vereinbar, Muslime, gleichzeitig aber Österreicher und Europäer zu sein. Die Vermittlung dieser Überzeugung ist von großer Bedeutung, um die Jugend auf beiden Seiten - mit und ohne muslimischen Hintergrund - gegen Radikalisierungsversuche zu immunisieren. Der demokratische Rechtsstaat ist nicht als bloßes Konzept, sondern nur in gelebter Praxis zukunftsfähig.

Die IMÖ hat mit ihren Beiträgen demokratiepolitische Partizipation vorgelebt, die Rechte von Frauen gestärkt, offene Kommunikation mit der österreichischen und europäischen Gesellschaft gepflogen, ein positives Bild von Muslimen und Musliminnen gezeichnet und die Jugend in ihre Projekte miteinbezogen; sie hat damit Vorbildwirkung zur Unterstützung eines erfolgreichen Integrationsprozesses, zum friedlichen Miteinander verschiedener Kulturen entfaltet.

"Heimat sind die Menschen, die wir verstehen und die uns verstehen", hat Max Frisch gesagt. In diesem Sinne hat die IMÖ viele einem Stück Heimat in der Demokratie Österreich und in einem starken Europa näher gebracht; dafür gebührt ihr der heute verliehene Preis. Herzlichen Glückwunsch!

Dr. Brigitte Bierlein

 

Lupac-Preis an Initiative muslimischer Österreicher und Europaschule

Stiftung für Demokratie überzeugte "Integration durch Partizipation" - Festakt am Donnerstag

Wien (APA) - Die Initiative muslimischer Österreicher und die Volksschule Europaschule teilen sich den diesjährigen Demokratiepreis der Margaretha-Lupac-Stiftung für Parlamentarismus und Demokratie. Die Auszeichnung wird zum dritten Mal vergeben, der Festakt und die Preisverleihung finden am Donnerstag statt. Das Parlament strich in einer Aussendung das Motto "Integration durch Partizipation" der Initiative muslimischer Österreicher hervor.

Die Identität als Muslim mit dem Bewusstsein der Zugehörigkeit zu Österreich zu verbinden, sei ein wichtiges Anliegen der Initiative, hieß es in einer Aussendung des Parlaments. Besonders hervorzuheben seien weiters die Vernetzung innerhalb der Zivilgesellschaft, frauenspezifische Projekte sowie das Interesse, sich am politischen und öffentlichen Leben zu beteiligen. Bei der Volksschule Europaschule in Wien-Brigittenau handle es sich um eine "außergewöhnlich gut strukturierte Schule", wobei nicht nur soziales Lernen thematisiert werde, sondern auch interreligiöser Dialog und zweisprachiger Unterrichts stattfinde.

Die Initiative muslimischer Österreicher kündigte in einer Aussendung ein gemeinsames Projekt mit der Volksschule Europaschule "im Sinne der Interkulturalität und der Bekämpfung von Vorurteilen auf allen Seiten" an. Der Demokratiepreis der Margaretha-Lupac-Stiftung wird alle zwei Jahre vergeben und wurde erstmals im Jahr 2004 ausgeschrieben. Er ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert und kann auf bis zu drei Bewerbungen aufgeteilt werden. In diesem Jahr gab es 70 Einreichungen.

(Schluss) cts/ks

IMÖ erhält Demokratiepreis für Parlamentarismus und Demokratie

Demokratiepreis der Margaretha Lupac-Stiftung für Parlamentarismus und Demokratie geht an die Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen

Die Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen freut sich mitteilen zu dürfen, dass ihr der heurige Demokratiepreis der Margaretha Lupac-Stiftung für Parlamentarismus und Demokratie zugesprochen wurde. Dazu auch die unten angeführte Mitteilung des Parlaments.

Der Festakt und die Preisverleihung finden im Parlament im Beisein von Nationalratspräsidentin Prammer am 13.11.2008 ab 16:00 Uhr statt.

Unsere Initiative teilt sich den Preis mit der Ganztagsvolksschule Europaschule im 20. Bezirk. Da unsere Arbeit über die Jahre von engem Kontakt zu Bildungsinstitutionen und Schulen geprägt war, lag es nahe, hier Kontakt zu knüpfen. Ein gemeinsames Projekt im Sinne der Interkulturalität und der Bekämpfung von Vorurteilen auf allen Seiten ist in Vorbereitung und wird demnächst stattfinden.

Medienvertreter sind willkommen. Eine kurze Anmeldung bei der Pressestelle des Parlaments wäre angeraten. Kamerateams müssen sich gesondert anmelden.

Für die Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen

Tarafa Baghajati,  baghajati [at] aon.at


Demokratiepreis 2008

Der heuer zum dritten Mal vergebene Demokratiepreis der Margaretha Lupac-Stiftung für Parlamentarismus und Demokratie ergeht an die Ganztagsvolksschule Europaschule im 20. Bezirk und an die Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen. Die Preisträger wurden von einer Jury aus 70 Bewerbungen ausgewählt.

Bei der Volksschule Europaschule handelt es sich um eine außergewöhnlich gut strukturierte Schule mit 16 Klassen (sieben auf Grundstufe I und neun auf Grundstufe II), wobei nicht nur soziales Lernen thematisiert wird, sondern auch interreligiöser Dialog gepflegt und der für das Migrationsthema zentrale Bereich des zweisprachigen Unterrichts umgesetzt wird. Projekte, wie die Einrichtung eines Schulrates, soziales Lernen und Friedenserziehung, Kulturcafe und Sprachkurse für Mütter mit Migrationshintergrund sind darauf gerichtet, in besonderer Weise demokratisches Bewusstsein zu fördern. Durch Partnerschulen in Bratislava, Istanbul und Paris werden diese lokalen, nachhaltigen Projekte noch vertieft.

"Nicht über Muslime reden, sondern mit ihnen", ist Ziel der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen, die seit bald zehn Jahren besteht. Die Identität als Muslim/in mit dem Bewusstsein der Zugehörigkeit zu Österreich zu verbinden, ist ein wichtiges Anliegen der Initiative. Besonders hervorzuheben sind die Vernetzung innerhalb der Zivilgesellschaft, frauenspezifische Projekte, Projekte unter dem Motto Integration durch Partizipation sowie das Interesse, sich am politischen und öffentlichen Leben zu beteiligen.

http://www.parlament.gv.at/AK/INFOTHEK/LUPAC/DPREIS/2008/show.psp

Koran-Übersetzer bekommt Platz vor der UNO-City

Benennung - Der Schriftzug 22., Muhammad-Asad-Platz wird ab kommenden Montag das Straßenstück vor dem Haupteingang der Wiener UNO-City zieren.

Damit wird erstmals eine Straße in Österreich ganz bewusst nach einem Muslim benannt. Erstmals wird auch der Name des Propheten Mohammed in einem heimischen Straßennamen zu finden sein.

Während die FPÖ erwartungsgemäß von "Schande und Provokation" spricht, hat der SPÖ-Gemeinderat Omar Al-Rawi in dreijähriger Kleinarbeit die anderen Parteien, den Bezirk und die Kulturkommission überzeugt. Denn Mohammad Asad war ein Brückenbauer zwischen dem Westen und dem Islam.

Geboren wurde Asad als Leopold Weiss im Jahre 1900 in Lemberg (Österreich-Ungarn), wuchs aber großteils auch in Wien auf. 1926 konvertierte Weiss vom Judentum zum Islam, weil er von dessen Einfachheit überzeugt war. Er wurde zunächst Berater des Königshauses Ibn-Saud in Arabien. Nachdem seine gesamte Familie in Konzentrationslagern umgebracht worden war, erhielt Asad die Einladung, am ersten islamischen Staat mitzuarbeiten - Pakistan. 1949 trat Asad in den diplomatischen Dienst von Pakistan ein und wurde in der Folge Botschafter bei der UNO in New York.

Später arbeitete er 17 Jahre lang an seinem größten Werk, einer Übersetzung des Koran ins Englische. Gegen Ende seines Lebens war Asad immer mehr enttäuscht vom Zustand der islamischen Welt und und der Intoleranz der Extremisten. Er starb 1992 in Andalusien.

 

Ehrung für jüdischen Muslimen aus Wien

Internationales Flair fürs neue Straßenschild: Ideengeber Al-Rawi am Platz vor der UNO.

Platz vor der UNO trägt ab Montag den Namen des Islamreformers Muhammad Asad

Wien – Der Platz vor dem Tor zum Sitz der Vereinten Nationen in Wien wird ab kommenden Montag den Namen eines Muslimen tragen: "Dass ein Wiener Straßenschild erstmals an einen Muhammad erinnert, stimmt mich stolz", sagt Omar Al-Rawi, SP-Gemeinderat und Integrationsbeaufragter der Islamischen Glaubensgemeinschaft.

Die Benennung des vorher namenlosen Ortes als "Muhammad-Asad-Platz" – "keine Umbenennung, denn eine solche hätte hohe Folgekosten mit sich gebracht" – gehe auf seine Initiative zurück, erzählt Al-Rawi. Die Stadt Wien honorierte dies: Zur Eröffnung wird u.a. Kulturstadtrat Andreas Mailtah-Pokorny erwartet, beim Empfang im Rathaus wird Bürgermeister Michael Häupl reden.

Mit dem Muhammad-Asad-Platz ehre Wien einen "Mann, der einen wichtigen Teil seines Lebens in dieser Stadt verbracht hat", sagt Al-Rawi. Nämlich Kindheit und Jugend, die der spätere Berater des Gründers des Königsreichs Saudi-Arabien, Ibn Saud, und Mitgründer der Republik Pakistan als Leopold Weiss in der damaligen Hauptstadt des k.u.k-Reichs verbrachte. 1900 in einer jüdischen Familie im galizischen Lemberg geboren, übersiedelten Weiss mit Eltern nach Wien, wo er in die Schule ging und Philosophie studierte.

Die neue Religion

Zum Islam kam der Bürgersohn bei einem Besuch eines Onkels in Jerusalem. Die neue Religion, zu der er 1926 konvertierte, änderte sein Leben von Grund auf. "Asad war ein Vertreter des reformorientierten Denken im Islam", schildert Al-Rawi. Das sei er bis zu seinem Tod 1992 im spanischen Granada geblieben, doch da galt er in vielen islamischen Staaten schon als Ketzer.

(Irene Brickner/DER STANDARD-Printausgabe, 12.4.2008)

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