Tarafa Baghajati: „Der IGGÖ-Präsident muss unabhängig sein“

Tarafa Baghajati

Die Vertretung der österreichischen Muslime steht vor einem umfassenden Reformprozess.

In der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) stehen die Zeichen auf Neuanfang. Nachdem der Schurarat Neuwahlen beschloss und nach 2,5 Jahren Amtszeit das vorzeitige Ende der Ära von Präsident Ibrahim Olgun einläutete, soll nun ein Reformprozess stattfinden. Im Gespräch mit dem KURIER erklärt Tarafa Baghajati, Imam und Obmann der Initiative Muslimischer Österreicher (IMÖ), vor welchen Herausforderungen der künftige Präsident steht.

Wer auch immer am 8. Dezember zu Olguns Nachfolger gewählt wird, müsse die Bedeutung der Glaubensgemeinschaft erhöhen – bzw. wieder herstellen. „Die IGGÖ muss wieder ein Faktor im Diskurs um Islam und Muslime werden“, meint Baghajati. „Zurzeit sind wir nur mehr Zuschauer.“ So sei die offizielle Vertretung der Muslime in Österreich etwa vor der 15a-Vereinbarung zum Kopftuchverbot im Kindergarten von der Bundesregierung nicht einmal zu Gesprächen eingeladen worden. Olgun sei in der aktuellen politischen Situation „zum Teil überfordert“ gewesen.

Wer immer ihm nachfolgt, habe drei Voraussetzungen zu erfüllen, sagt Baghajati: „Es muss indiskutable Bedingung sein, dass der Präsident und alle Funktionäre an Schlüsselstellen nicht nur kompetent, sondern auch unabhängig sind. Und dass sie strikt die Politik des Verbandes, aus dem sie kommen, von jener der IGGÖ trennen.“ Unabhängigkeit bedeute, dass Entscheidungsträger „ausschließlich im Dienst der österreichischen Muslime stehen und keinen Einfluss aus dem Ausland zulassen“. Die ethnische Zugehörigkeit sei den allgemeinen Bedürfnissen unterzuordnen.

Emanzipation

Dieses Amtsverständnis war bisher nicht klar festgelegt, im Zuge des Reformprozesses gebe es aber Bestrebungen in diese Richtung. „In unserem eigenen Interesse“, wie Baghajati betont. Um für alle Muslime gleichermaßen glaubwürdig zu sein, empfiehlt er dem künftigen Präsidenten, aus dessen Verband austreten.

Es ist durchaus möglich, dass das die der Milli-Görüs-Bewegung nahestehende Islamische Föderation betreffen wird. Denn obwohl bis dato niemand für Olguns Nachfolge kandidiert hat, werden dem Vorsitzenden des Schurarats, Ümit Vural, gute Chancen nachgesagt. Er selbst will das nicht kommentieren.

Vurals Zugehörigkeit zur Islamischen Föderation könnte zwar eine Steilvorlage für externe Kritiker sein. Dass die IGGÖ Schaden nehmen könnte, glaubt Baghajati aber nicht. Mit seiner Emanzipation vom Heimat-Verein würde der künftige Präsident beweisen, dass er kein Befehlsempfänger sei.

Davon abgesehen stellt der IGGÖ-Experte aber klar: „Wir wählen unsere Vertreter nicht auf Bestellung der österreichischen Politik oder der Medien. Das ist unsere interne Angelegenheit.“ Vural, der Reformbereitschaft mitbringe und sich punkto Krisenmanagement ausgezeichnet habe, habe seine volle Unterstützung. Andere ernst zu nehmende Namen hätten sich nicht herauskristallisiert.

Teamarbeit

Geht es nach den Reformwilligen in der IGGÖ könnte sich auch die Arbeitsweise des Präsidenten ändern. „Die Zeiten, in denen einer als alleiniger ‚Führer‘ handelt, müssen vorbei sein“, meint Baghajati. Der nächste Präsident sei gut beraten, sich ein unabhängiges Team der besten Köpfe zusammenzustellen, dass die Themenbereiche Bildung, Integration, Frauen, humanitäre Einsätze und Medien abdeckt.

Und noch mehr sei nicht in Stein gemeißelt, erklärt der IMÖ-Obmann. Etwa könne die IGGÖ „nicht ewig einen Mufti (einen islamischen Rechtsgelehrten; Anm.) beschäftigen, der nicht Deutsch kann“.

Baghajati plädiert weiters für ein freiwilliges Bekenntnis dazu, dass keine Ethnie mehr als 50 Prozent in einem IGGÖ-Gremium hat (Zurzeit sind zirka 60 Prozent des Schurarats türkischstämmig.) und für eine Mindestfrauenquote von 20 und später 30 Prozent. Zudem sollten Muslime, die keinem Verband angehören, die Möglichkeit zur Mitarbeit in der IGGÖ bekommen.

(kurier.at) | Stand: ‎15‎.‎11‎.‎2018, 6:00 | Autor: Bernhard Ichner

https://kurier.at/chronik/wien/neuwahlen-der-iggoe-praesident-muss-unabhaengig-sein/400324362

IGGÖ zu Kopftuch in Schulen: „Haben bewährte Praxis“

Kindern das Kopftuchtragen zu untersagen ist für die Schulamtsleiterin der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Carla Amina Baghajati, keine Lösung. Muslime hätten eine „bewährte Praxis“, mit solchen Fällen umzugehen, sagte sie gegenüber religion.ORF.at.

Die Regierung will ein Verbot durchsetzen. Am Mittwoch soll der Gesetzesvorschlag der Regierungsparteien für ein Kopftuchverbot in Volksschulen im Unterrichtsausschuss behandelt werden. Der Text besagt, dass "das Tragen weltanschaulich oder religiös geprägter Bekleidung, mit der eine Verhüllung des Hauptes verbunden ist“, Kindern bis zum Alter von zehn Jahren untersagt werden soll.

Begründet wird das geplante Verbot im Initiativantrag von ÖVP und FPÖ mit „der sozialen Integration von Kindern gemäß den lokalen Gebräuchen und Sitten, der Wahrung der verfassungsrechtlichen Grundwerte und Bildungsziele der Bundesverfassung sowie der Gleichstellung von Mann und Frau“. Auch wird darin argumentiert, dass die „Rechte des Kindes im Vordergrund stehen“ müssen.

„Bewährte Praxis“

Für Baghajati ist dies eine für Musliminnen und Muslime verletzende Argumentation: „Es tut einfach weh, wenn ein Gesetz vermittelt, es müssen die eigenen Kinder vor den Eltern geschützt werden“, sagte sie am Dienstag im Gespräch mit religion.ORF.at. Ein Verbot hält sie für den falschen Weg auf Kinder zu reagieren, die mit einem Kopftuch in die Schule kommen.

Es gebe in der muslimischen Gemeinde eine „bewährte Praxis“, wie bei Fällen von freiwilligem wie auch erzwungenem Kopftuchtragen umgegangen wird. Die IGGÖ argumentierte bereits bei dem Kopftuchverbot für Kindergartenkinder damit, dass es sich um einen Eingriff des „zur religiös-weltanschaulichen Neutralität“ verpflichteten Staates in innere Angelenheiten einer Religionsgemeinschaft handle.

Kopfttuchtragende „nicht zur Heldin machen“

Innermuslimisch würde jedenfalls schon lange ein bisher wenig beachteter Diskurs zwischen Müttern stattfinden, erklärte Baghajati gegenüber religion.ORF.at. Muslimische Frauen setzen sich intensiv damit auseinander und tauschen sich darüber aus, wie Eltern damit umgehen sollen, wenn das Kind etwa schon mit acht Jahren ein Kopftuch tragen will, sagte Baghajati. Empfohlen werde mittlerweile, dem Mädchen zu sagen: „Wir haben dich lieb, ob du ein Kopftuch trägst oder nicht. Wenn du es ausprobieren möchtest, dann ja. Wenn du dich nicht wohl fühlst, dann nimm es wieder runter.“

Früher habe man von Müttern noch öfter gehört: „Je früher desto besser“, damit sich das Kind an das Kopftuch gewöhne, erklärte Baghajati. „Das hat man reflektiert“. Entscheidend sei es, das Kind beim „Mündigwerden“ zu unterstützen und „wenn ein Mädchen ein Kopftuch trägt, sie nicht zu einer Heldin zu machen.“ In den vergangenen 20 Jahren habe sich diesbezüglich sehr viel weiterentwickelt. Bestätigt sieht sich Baghajati dadurch, dass es sich bei kopftuchtragenden Volksschulmädchen um „ein absolutes Randphänomen“ handelt. „Die Regierung spricht hier nie von Zahlen“.

Sendungshinweis

Mehr zum Thmea Kopftuchverbot hören Sie in der Sendung „Praxis - Religion und Gesellschaft“, 16.1.2019; 16.05 Uhr, Ö1.

Einem Mädchen, das für das Kopftuch aus islamischer Sicht eigentlich noch nicht reif ist, einfach Nein zu sagen, hält Baghajati allerdings nicht für sinnvoll. Sie verweist auf das Recht des Kindes auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit, das es zu achten gelte.

Dialog bei Druck durch Eltern

Musliminnen, die selbst ein Kopftuch tragen, berichten mitunter, ihre jungen Töchter würden es den Müttern gleichtun und freiwillig ihr Haar bedecken wollen. An der Skepsis vieler Nicht-Muslime ändert das nichts. Auch Expertinnen und Experten, die der Ansicht sind ein Kopftuchverbot sei der falsche Zugang, um diesem Phänomen zu begegnen, gehen oftmals automatisch davon aus, dass auf die Kinder zumindest Druck, wenn nicht sogar Zwang, ausgeübt wird.

Dass es Eltern gibt, die Mädchen das Kopftuch verordnen, bestreitet die IGGÖ-Schulamtsleiterin nicht. So sei es aber bisher üblich, den wahren Beweggrund der Mädchen herauszufinden - gemeinsam mit den Verantwortlichen in der Schule sowie den islamischen Religionslehrern und schließlich auch im Gespräch mit den Eltern. In Kooperation mit dem Schulamt der IGGÖ habe man Eltern bereits überzeugen können, „dass es nicht in Ordnung ist, das Mädchen zu zwingen“.

„Egal, was du ausdrücken willst“

Auf die Vermittlungstätigkeit der IGGÖ dürfte die Regierung allerdings nicht setzen wollen. Nachdem sie im vergangenen Jahr ein Kopftuchverbot in Kindergärten eingeführt hat, ist nun die Volksschule an der Reihe. Ein Kopftuchverbot befreie die Kinder vor potenziellem Zwang, sagen Befürworter des Gesetzes. Ein Verbot verletzte das Selbstbestimmungsrecht junger Mädchen, sagen Kritikerinnen und Kritiker.

Für Baghajati ist das Verbot jedenfalls auch frauenpolitisch bedenklich. Denn in der Begründung im Gesetzesantrag heißt es: „Der Begriff weltanschaulich und religiös geprägter Bekleidung stellt darauf ab, wie eine Bekleidung von einem objektiven Betrachter gesehen wird. Es kommt dabei nicht auf die persönliche Absicht des Trägers an. Entscheidend ist, wie diese von Dritten rezipiert wird.“ Den Trägerinnen, also muslimischen Frauen richte man damit aus, „was du selbst ausdrücken willst, ist völlig egal. Es zählt, was der andere sehen möchte.“ Der Betrachter der Frau entscheidet. Ein Blick auf Frauen, so Baghajati, den man eigentlich überwunden glaubte.

Clara Akinyosoye, religion.ORF.at

https://religion.orf.at/stories/2958832/

Kathbild/Franz Josef Rupprecht: Carla Amina Baghajati

Verwirrung um islamische Begriffe

Gastkommentar von Tarafa Baghajati in der Furche, Juni 2017

Nun sind der Islam und die Muslime in Österreich endgültig angekommen. Islamische Positionierungen und deren Ausloten um angemessene Begrifflichkeiten werden bis hin zum Boulevard debattiert. Musliminnen und Muslime tragen ihre Meinungsdifferenzen dabei auch öffentlich vor. Wie und welche theologische Begriffe im "nicht muslimischen" Umfeld so verwendet werden können, dass dies zur Aufklärung und nicht zur weiteren Verwirrung beiträgt ist kein akademischer Diskurs mehr.

Was ist eigentlich passiert und wozu die ganze Aufregung um den Beschluss des Beratungsrates der IGGÖ (Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich)? Natürlich braucht jede religiöse Gemeinschaft auch ein Fachgremium, das für die theologischen Belange verantwortlich ist. Insbesondere braucht es Antworten für neue Fragestellungen, die aus neuen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen entstehen. Aber benötigt das Thema Kopftuch wirklich eine religiöse Beratung? Sind hier Neuigkeiten eingetreten? Haben muslimische Frauen danach gefragt?

Seit über zwanzig Jahren argumentiert die IGGÖ, dass die Haarbedeckung der Frauen eine religiöse Praxis ist, der Begriff „Gebot“ wurde ebenfalls immer wieder verwendet. Sie bezieht sich dabei auf einen weitgehenden Konsens unter Gelehrten von einst und heute, sunnitisch wie schiitisch. Unmissverständlich und bei jeder Gelegenheit wurde betont, dass dies die alleinige und selbstständige Entscheidung der Frau ist und somit der Begriff „Selbstbestimmungsrecht der Frau“ auch innermuslimisch positiv etabliert. Im gleichen Atemzug wurde betont, dass eine nicht kopftuchtragende Muslimin nicht nur genauso zur muslimischen Gemeinschaft gehört, sondern sie auch eine gute Muslimin sein kann. Die Haarbedeckung wurde nie als ein Glaubensdogma und schon gar nicht als eine Doktrin hingestellt.

Hier hebt sich die Haltung der IGGÖ positiv von jenen ab, die das Kopftuch am liebsten als das alleinige Merkmal einer muslimischen Frauen sehen wollen und bevormundend den Frauen das Gefühl vermitteln, ohne Kopftuch nicht dazugehören zu können. Hier würde gar in den Raum gestellt, eine solche Frau sei irgendwie „sündhaft“.

Genau in diesem Punkt entstand nach dem Papier des Beratungsrates Verwirrung, weil im Titel zunächst von einem "Kopftuchgebot" die Rede war. Jedes europäische Ohr würde ohne viel weiter zu lesen an eine dogmatische Verpflichtung denken. Assoziationen zu den Zehn Geboten und ihrer absoluten Verbindlichkeit tun sich auf. Dazu wird bei vielen der christliche Sündenbegriff aktiviert und der Gedanke an die päpstliche Übermacht im Mittelalter in Erinnerung gerufen. Dass ein Beschluss über ein Frauenthema von lauter Männern, an der Spitze der Mufti, unterzeichnet worden war, sorgte zusätzlich für Kopfschütteln.

Bei einem informellen Treffen mit einem Mitglied des Beratungsrates wurde die Situation offen angesprochen. Welcher Eindruck muss entstehen, wenn als erste öffentliche Fatwa eine zum Kopftuch erscheint? Kann man den Islam einfach als eine Religion von Geboten und Verboten präsentieren? Werden wir mit einer solchen Methodik unserer Religion gerecht? Sind wirklich halal - erlaubt und haram - verboten so glasklar, dass eine Antwort mit ja oder nein immer möglich ist? Ist Sünde gleich Sünde im Islam? Oder gibt es da nicht wichtige Abstufungen von sehr kleinen menschlichen Verfehlungen über Übertretungen bis hin zur schwerwiegenden Taten, die womöglich sogar ein Verbrechen darstellen können?

Beim Kopftuch muss festgehalten werden, dass auch in der konservativsten Auslegung ein Nichttragen bei niemandem als eine große Verfehlung oder gar eine große Sünde, also  "kabira" bezeichnet wird. Um beim äußeren Erscheinungsbild zu bleiben ein "männliches" Beispiel. Sucht ein muslimischer Mann in der klassischen theologischen Literatur Auskunft über die Stellung des Barttragens, so findet er unzählige theologische Belege und darauf bauende Fatwas, dass das komplette Rasieren des Barthaares nicht erlaubt, also haram sei. Gleichzeitig ist das kaum ein Thema. Wir finden Imame und sogar Muftis mit rasiertem Bart, ohne dass sie als "Sünder" oder auch nur Träger einer Verfehlung und somit nicht glaubwürdig bezeichnet werden. Die Oberschenkel des Mannes sollten ebenfalls bedeckt werden. Doch muslimische Sportler mit "nackten" Oberschenkeln erregen keinen Anstoß. Warum ist es bei den Frauen immer anders? Und warum müssen Diskurse fast immer auf den Köpfen der Frauen geführt werden?

Natürlich ließe sich hier anmerken, zum Kopftuchtragen könne man immerhin zwei Koranverse (24:31 und 33:59) anführen. Sollte jemand der Meinung sein, dass diese Stellen nicht unbedingt eine Haarbedeckung verlangen, so würde sich diese Meinung noch im Rahmen des Islams bewegen. Ehe jemand von einem nicht zu diskutierenden Gebot spricht, sollte genau dies reflektiert werden.  Um dies zu verdeutlichen, sei an Bereiche der Glaubenspraxis erinnert, für die der Begriff „Gebot“ viel eher zutrifft. Falls jemand die fünf rituellen Gebete im Islam als "Pflicht“ oder „Glaubenssäule" leugnete, das Fasten im Ramadan als islamisch unwichtig bezeichnete oder das Essen von Schweinefleisch oder das Trinken von Alkohol als religiös zu legitimieren ansähe, dann könnte sich diese Person zwar auf Meinungsfreiheit berufen und auch auf Glaubensfreiheit, würde sich allerdings mit diesen Ansichten nicht mehr innerhalb des Islams bewegen.  Wie erginge es nun einem Muslim oder einer Muslimin, die die „Kopftuchverse“ nicht als absolute Verpflichtung zur Haarbedeckung liest? Gälte diese Person als "Leugner/in der Schrift Allahs"? Ich meine nicht! Wer außerhalb des muslimischen Mainstreams in dieser Frage denkt, ist nicht gleich ein Apologet. Dies ist umso mehr in einer Zeit zu unterstreichen, wo das mutwillige Deklarieren anderer zu „Ungläubigen“ schreckliche Folgen zeigt.

Wir brauchen innermuslimische Fähigkeit zu Pluralismus und Denkfreudigkeit statt Profilierungssucht. Als solche kommen die Belehrungen muslimischer Universitätsprofessoren an den Mufti der IGGÖ hinüber. Es ist legitim, Quellen aus dem 9. Jahrhundert zu verwenden.  Man muss auch nicht just die eine Lieblingsthese eines US-Professors zitieren, um ernst genommen zu werden.  Natürlich müssen in der islamischen Theologie auch alte historische Texte herangezogen werden. Und natürlich darf ein Mufti die Mainstream-Meinung samt Belegen verkünden. Festzuhalten ist allerdings folgendes: Für die Fatwa gab es weder eine muslimische Anfrage, noch eine Notwendigkeit. Zweitens lag die Problematik in der Schwäche des Textes bei der Formulierung und in der Art und Weise der Kommunikation. Drittens hat der Beratungsrat ausschließlich eine beratende Funktion. Er ist keinesfalls eine Art Kontrollinstanz wie ein "Wächterrat".

Wir müssen als Muslime vor allem klarstellen, dass der Konflikt um dieses  Stück Stoff in keiner Weise theologischer, sondern eine gesellschaftlicher Natur ist. Wenn muslimische Frauen es aus ihrer religiösen Überzeugung heraus tragen möchten, dann ist ihre Religionsfreiheit zu respektieren und jede Behinderung am Karrierewege ist eine eindeutige Diskriminierung, die in einer offenen und freien Gesellschaft keinen Platz bekommen dürfte und schon gar nicht in den Gesetzestexten und Verordnungen. Ein gelassener Umgang mit dem Thema würde  uns viel weiter bringen als die fast allseits vorhandene Verkrampfung.

Auch für die Berufe, die eine Uniform benötigen muss klargestellt, dass es sich hier nicht um das Kopftuch geht und niemand besteht darauf, sondern um eine zurückhaltende, farblich und modisch der Uniform passende Haarbedeckung, wie heute in den Spitälern für Ärztinnen und Pflegerinnen. Auch in Ländern wir England und Kanada gehört das längst erfolgreich zum Alltag. Das französische Model wäre für Österreich alles andere als ein geeignetes Vorbild.

Tarafa Baghajati

Tag der offenen Moschee

Tag der offenen Moschee

Wahlumfrage Nationalratswahlen 2017: Einladung zur Pressekonferenz der IMÖ

Pressekonferenz der IMÖ

den 2. Oktober, 10:00 Uhr im Presseklub Concordia,

Bankgasse 8, 1010 Wien

Muslime fordern von Parteien klare Statements zum Thema Islam

Präsentation und Analyse der Antworten auf den Fragenkatalog der IMÖ

 

Am Podium:

Dipl. Ing. Tarafa Baghajati,

Obmann der IMÖ, Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen, 2008 Trägerin des Demokratiepreises der Margarete Lupac Stiftung des österreichischen Parlaments

Univ. Prof. Richard Potz,

Rechtswissenschaftler mit Schwerpunkt auf Rechtsphilosophie, Religions- und Kulturrecht, Experte zum Islamgesetz

Dr. Astrid Mattes,

Plattform „Religion and Transformation in Contemporary Society”, Trägerin des Dissertationspreises für Migrationsforschung 2016 der Österreichischen Akademie der Wissenschaften - ÖAW

Zehn Fragen rund um das Thema Islam und Muslime in Österreich versandte die Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen an die Spitzenkandidatin und -kandidaten der Parteien im Parlament. In dieser Pressekonferenz werden die Antworten präsentiert und durch Univ. Prof. Richard Potz und Dr. Mattes analysiert. Auf die Fragen der  Journalisten gehen wir gerne ein.

Von den rund 700.000 Musliminnen und Muslimen in Österreich sind sehr viele österreichische Staatsbürger /innen. Sie bilden damit eine bedeutende Wählergruppe und verfolgen den Wahlkampf mit großem Interesse. Denn ähnlich wie bei der Wahl zum Bundespräsidenten 2016 geht es um eine Richtungsentscheidung, von der sich Musliminnen und Muslime besonders betroffen fühlen.

Im Wahlkampf ist das Thema Islam sehr präsent. Viele Musliminnen und Muslime haben aber bisher den Eindruck, dass in den Debatten über die Terrorgefahr, Islamismus und Flüchtlinge komplexe Thematiken zu wenig differenziert behandelt werden. Pauschalierende  Zuschreibungen über „den Islam“ und „die Muslime“ sind die Folge.  Populistisch zu Feindbildern überzeichnet verstärken sie Ängste und Ressentiments und gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen hat in diesem Kontext zentrale Fragen gesammelt, um sie den Spitzenkandidatinnen und – kandidaten der verschiedenen Parteien vorzulegen und die Antworten zu veröffentlichen. Auf diese Weise wollen wir einen Beitrag zu einer fundierten Wahlentscheidung und zu einer Verbesserung der politischen Auseinandersetzung leisten.

Rückfragehinweis:

Tarafa Baghajati,
Obmann der IMÖ, Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen

"Ein Verbot bedient die Propaganda der Extremisten"

"Ein Verbot bedient die Propaganda der Extremisten

Carla Amina Baghajati, 50, trat 1989 vom Christentum zum Islam über. Die gebürtige Deutsche, Buchautorin und vierfache Mutter ist die Frauenbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich. Mit dem KURIER sprach sie über die Sinnhaftigkeit eines Burka-Verbots.

KURIER: Was halten Sie von einem "Burka-Verbot", also einem Verbot der Vollverschleierung, wie es in Deutschland und Österreich diskutiert wird?

Carla Amina Baghajati: Ich persönlich habe keine Sympathien für den Gesichtsschleier und auch innermuslimisch wird der Gesichtsschleier von Frauen sehr emotional gesehen. Der Tenor dabei ist eher ablehnend. Es heißt, das bringt uns allen noch mehr Probleme, das löst starke Aversionen aus.

Ein Verbot des Gesichtsschleiers finde ich kontraproduktiv in mehrfacher Hinsicht. Wir haben in Österreich eigentlich keine Burka-Trägerinnen. Bei dem Wort Burka läuft bei jedem der selbe Film ab, auch bei Muslimen: Taliban, Unterdrückung, Benachteiligung. Frauen mit Gesichtsschleier sind eine verschwindende Minderheit, am ehesten sieht man sie bei uns als Touristinnen in der Kärntnerstraße oder in Zell am See und ich frage mich, ob eine Wirtschaftspartei (ÖVP, Anm.) die wirklich vergraulen will.

Was spricht noch gegen ein Verbot?

In der Bevölkerung gibt es Verunsicherung nach jedem Terroranschlag, auch in der muslimischen, und es gibt auch eine gewisse Ratlosigkeit. Bei einem Burka-Verbot geht es darum, gewisse Teile der Bevölkerung zu bedienen, indem man Stärke zeigt, aber es ist eher ein zweifelhafter Katalysator für diffuse Ängste gegen "die Muslime".

Bei einem Verbot gibt es auch immer Solidarisierungseffekte und da erreicht man dann das Gegenteil von dem, was man wollte. Ein Verbot ist zudem gedacht als Ansage gegen islamistisches Gedankengut, bedient aber gerade die Propaganda extremistischer Gruppen: "Seht, wir sind ausgegrenzt, der Westen misst bei der Religionsfreiheit mit zweierlei Maß."In Österreich gibt es durch ein Urteil des Obersten Gerichtshofes außerdem eine Handhabe. (Der OGH hatte Anfang Juli die Klage einer Muslima abgewiesen, die gekündigt worden war, weil sie bei ihrer Arbeit in einer Notariatskanzlei Gesichtsschleier tragen wollte, Anm.) Der OGH stellte fest, dass die Angestellte zwar nicht wegen eines Kopftuches schikaniert werden durfte, hat dem Arbeitgeber aber recht gegeben, dass ihr Gesichtsschleier einen Kündigungsgrund bilden dürfe. Ein generelles Verbot riecht nach Populismus.

Wie sehen Muslime derartige Debatten?

Die Debatte um ein Verbot des Gesichtsschleiers ist innermuslimisch eine Chance, einen Diskurs zu führen. Das funktioniert besser als Verbote. Es ist dabei aber wichtig, manche Argumente der Befürworter des Gesichtsschleiers entschieden in die Schranken zu weisen, wenn es etwa heißt: "Das Gesicht einer Frau bringt Unruhe in die Gesellschaft, weil sie so schön ist."

In Frankreich, wo es bereits ein Burka-Verbot gibt, gibt es Schätzungen zufolge 2000 voll verschleierte Frauen.

In Österreich gibt es Trägerinnen von Gesichtsschleiern in größeren Städten, es gab eine Zeit, da gab es etwa in Graz mehr als in Wien. Ich kenne persönlich aber mehr Frauen, die den Gesichtsschleier abgelegt haben, als solche, die sich entschieden, ihn aufzusetzen.

Welche Gründe hatten die?

Das waren oft Frauen, die konvertiert waren und aus einem spirituellen Bedürfnis heraus Regeln sehr streng ausgelegt haben. Sie haben dann an den Reaktionen gemerkt, ich tue dem Image des Islam und dem Islam an sich nichts Gutes. Und eine Vollverschleierung ist auch nichts, was unbedingt vorgeschrieben ist. Ich kenne eine Konvertitin, die wurde nach dem Verlassen eines Geschäftes von der Polizei empfangen, weil eine Verkäuferin gedacht hatte, die Frau habe etwas gestohlen. Die Frau verzichtete von da an auf den Gesichtsschleier.

(kurier) Erstellt am 20.08.2016, 07:50

Was es mit islamischen Begräbnissen auf sich hat

Was es mit islamischen Begräbnissen auf sich hat

Nach den Attentaten in Deutschland und Frankreich wurden unter Muslimen Stimmen laut, den Mördern ein islamisches Begräbnis zu verweigern. Diese Entscheidung erntete auch Kritik.

Der Osnabrücker Religionssoziologe und Islamexperte Rauf Ceylan wendet sich in der jüngsten ZEIT-Beilage „Christ & Welt“ gegen das Vorhaben von Moscheegemeinden, den Attentätern von Würzburg und Ansbach in Deutschland sowie im französischen Rouen eine islamische Bestattung zu verweigern. Mohamed Abu El Qomsan, Bayern-Beauftragter des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) hatte sich dafür ausgesprochen, dass Attentätern sowohl ein Begräbnis auf einem islamischen Friedhof als auch eine islamische Zeremonie verweigert werden sollte. Laut Ceylan entspricht das auch der Mehrheitsmeinung unter Muslimen.

„Schwerste Sanktion des Islams“

Allerdings trifft diese „schwerste Sanktion des Islams“ laut Ceylan vor allem die Hinterbliebenen. „Familien sollten nicht mitbestraft werden. Sie sind schon bestraft genug“, sagt er. Die Moscheen hätten nur diese Möglichkeit, um die geforderte Distanzierung vom Terror zum Ausdruck zu bringen. Islamische Theologen und Seelsorger sollten aber ihre Position überdenken, so der Wissenschaftler, der als Sohn kurdischer Migranten in Duisburg geboren wurde.

Grabstein am islamischen Friedhof im Zentralfriedhof

APA/Herbert Pfarrhofer

Grabstein auf dem islamischen Teil des Wiener Zentralfriedhofs

Wendet sich jemand vom Islam ab, ist die nichtislamische Bestattung logische Folge. Islamistische Attentäter hingegen würden sich dezidiert als Muslime verstehen. Ihre Schuld vergrößere sich zwar dadurch, dass sie sich für ihre Verbrechen auf Gott berufen, aber „auch schlechte Muslime bleiben Muslime“, so Ceylan.

Imam: Nicht in IS-Duktus fallen

Tarafa Baghajati, Imam und Obmann der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen gibt im Gespräch mit religion.ORF.at Ceylan insofern Recht, als auch er sagt, dass niemand jemand anderem absprechen könne, Muslim zu sein. Zudem müsse die islamische Community darauf achten, nicht in den Duktus der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zu geraten, die stets in „gläubig“ und „ungläubig“ unterteile. Der IS rechtfertigt seine Taten scheinbar theologisch durch den Kampf gegen Ungläubige.

Die Position des ZMD sei aber vollkommen richtig, so Baghajati. Denn als offizielle Vertretung der Muslime könne man islamistische Attentäter nicht durch ein muslimisches Begräbnis würdigen. Er wendet sich aber gegen ein generelles Verbot und würde es der Familie überlassen, eine islamische Zeremonie abzuhalten. Denn dazu braucht es im Islam keinen Geistlichen, auch nahe Verwandte können die Gebete leiten.

Tarafa Baghajati

ORF/Marcus Marschalek: Tarafa Baghajati

Eine neue Dimension nach dem Tod

Grundsätzlich beginne mit dem Eintritt des Todes eine neue Dimension, in der die Beziehung zu den Menschen abbreche und nur die zu Gott übrigbleibe. „War jemand ein guter Mensch, ist er vor Gott gut, wenn er schlecht war, schlecht. Punkt“, sagt Baghajati. Wie jemand zu Tode kommt oder begraben wird, sei letztlich irrelevant, so Baghajati. Für die Gemeinschaft allerdings sei es von großer Bedeutung, wie und ob jemand begraben werde. Denn wie die Seele die Zeit zwischen dem Tod und dem Tag des jüngsten Gerichts verbringe, wisse niemand, daher werde für sie gebetet, so der Imam.

Im Islam wird die ordnungsgemäße Beerdigung Verstorbener als wichtig erachtet, da die Toten nach muslimischer Auffassung zu Allah zurückkehren. Bereits die sterbende Person wird mit Gebeten auf ihrem Weg begleitet. Nach dem Eintritt des Todes wird der Leichnam von Glaubensangehörigen rituell gewaschen. Männer werden von einem Mann, Frauen von einer Frau dreimal mit heißem Wasser und Seife gewaschen.

Danach wird die Person eingekleidet beziehungsweise in Tücher gehüllt. Darauf erfolgt die rasche Bestattung. Der Tote liegt dabei auf der rechten Seite und blickt Richtung Mekka. Muslimische Friedhöfe sind so angelegt, dass die Gebetsrichtung eingehalten werden kann. Die einzig gültige Art der Bestattung im Islam ist die Erdbestattung - möglichst ohne Sarg.

Islamische Gräber am islamischen Friedhof in Wien 23.

IGGiÖ: Der islamische Friedhof im 23. Bezirk in Wien

Rasche Beisetzung am Ort des Todes

Der Islam empfiehlt die Beisetzung innerhalb von 24 Stunden am Ort des Todes. Seit einigen Jahren gibt es in Österreich eigene islamische Friedhöfe und muslimische Abteilungen innerhalb anderer Friedhöfe. Hierzulande sind mindestens 48 Stunden Wartezeit vor der Beerdigung, sowie ein Sarg vorgeschrieben. Hier wird häufig auf naturbelassene Weichholzsärge zurückgegriffen.

Ließen sich lange Zeit Muslime in ihre Heimatländer oder die ihrer Eltern überführen und dort begraben, steigen die Bestattungen an den Orten, wo ein Großteil der Lebenszeit verbracht wurde. Für die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) sind die islamischen Friedhöfe deshalb auch ein Zeichen der Integration.

Die Ächtung Verstorbener hat übrigens eine lange Tradition. In der Antike wurden Namen und Bildnisse verhasster Personen aus Schriften und Darstellungen entfernt, um deren Andenken zu zerstören. Auch im Römischen Reich wurde die „Damnatio memoriae“ (lateinisch für „Verdammung des Andenkens“) praktiziert.

Nina Goldmann, religion.ORF.at

Arabic: Friday speech (Freitag Predigt) 08.07.2016

طرفة بغجاتي: فقه الجهاد و الإستشهاد بين التخوين و التكفير

خطبة الجمعة في مسجد الشورى في العاصمة النمساوية ڤيينا بتاريخ 8/7/2016 - 3 شوال 1437
السبب المباشر للخطبة: عمليات التفجيرات الإنتحارية الأخيرة في اسطنبول و بغداد و دكا (بنغلادش) و آخرها الإعتداء على حرم رسول الله في المدينة المنورة على صاحبها أفضل السلام. 
الأسئلة و الأفكار المطروحة:
- لماذا يتهرب كل فريق من مسؤوليته و يلقي اللوم على الفريق الآخر؟
- أي فكر هذا يستطيع أن يقنع الشباب بأن هذا العمل هو استشهادي بل و أسرع طريق إلى الجنة
- الفهم الأعوج لمبدأ: من اجتهد فأخطأ فله أجر - هل للمجتهد في سفك الدماء أجر أم ألف وزر؟
- الموقف من استهداف المدنيين بغضرالنظر عن دينهم و قوميتهم و مذهبهم و طائفتهم!
- دور العائلة في تربية الأطفال و الشباب و ضرورة تعزيز السلم في الخطاب الإسلامي!
- أمثلة من آيات الجهاد التي لا تعني بالضرورة جهاد الحرب و السلاح

https://www.youtube.com/watch?v=csjLgXoKfGQ

Arabic: Can Muslims greet non-muslims on their festivals

الأستاذ طرفة بغجاتي يكتب : المسلمون و الأعياد

و مازلنا نتناقش فيما إذا كان يجوز لنا تهنئة غير المسلمين بأعيادهم و للأسف يُخلط في هذا النقاش الحابل بالنابل.

طرفة بغجاتي داعية إسلامي وناشط حقوقي ومحلل سياسي - النمسا

طرفة بغجاتي داعية إسلامي وناشط حقوقي ومحلل سياسي – النمسا

المشكلة هنا أننا نخلط العامل الديني بالإجتماعي و الأمر العقدي بالعرفي. مراجعة بسيطة و سريعة للفتاوى التي تقول بالمنع من ابن تيمية قديماً إلى بن باز و الألباني حديثاً تنطلق من منطلق المحاباة في العقيدة و الإقرار بدين الآخر و أحقيته فهم يعتمدون على أن التهنئة بعيد الميلاد مثلا يعني إقرارا بالصليب و اعترافا بالتثليث أو أن فيها ذل و تحقير للنفس المسلمة و نحن نقول أيضاً إن كان الأمر كذلك ففتواهم صحيحة و لكن اليوم لا علاقة لهذا بالموضوع كله فعندما يهنئنا مسيحي بالعيد أو برمضان فلا يخطر ببال أحد أنه يريد أن يسلم أو يحاول التذلل لنا و عندما نهنؤهم فأيضاً أمر عرفي بحت و اجتماعي فيه قسط و احترام متبادل فلا علاقة لكل الفتاوى المانعة بما نتحدث عنه اليوم، هذا بالنسبة للأعياد مثل الميلاد و الفصح عند المسيحيين و الفطر و الأضحى عندنا فلا حرج من التهنئة المتبادلة بل على العكس هذا جميل و معبر عن التناغم الإجتماعي و التسامح الديني و تقبل الآخر كما هو و لا ينقص هذا من دين أي إنسان و لا من عقيدته شئ بل العكس فهذا هو القسط و التضامن و التكافل. و هذا كلام لم نخترعه بل قال به غالبية العلماء المعاصرين و منهم القرضاوي و بن بية و علماء الأزهر على ما بين المذكورين من خلاف في أمور أخرى و خاصة السياسية منها و قبلهم قال بهذا فقيه الشام مصطفى الزرقا.
هذا بالنسبة للأعياد الدينية أما الأعياد الدنوية مثل رأس السنة فهذا للجميع أمر عرفي إجتماعي لا علاقة له بالدين أصلاً و يتبع للأعراف و التقاليد و العادات و من الخطأ أصلاً إقحامه و جعله أمر ديني مثله مثل الأيام و المناسبات الأخرى الوطنية و الشخصية.
و من هذا المنطلق كل عام و أنتم جميعاً بخير مسلمين و غير مسلمين و جعل الله عام ٢٠١٦ عام عدل و سلام و إخاء.
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Schärfste Verurteilung des Terroranschlags in Orlando

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich verurteilt mit größter Entschiedenheit den grausamen Anschlag auf ein Homosexuellenlokal in Orlando, dem mehr als fünfzig Menschen zum Opfer fielen.

Einmal mehr müssen wir mit Trauer und Entsetzen erleben, welche schrecklichen Folgen blindwütiger Hass zeigen kann, wenn er gepaart ist mit fanatischen Fantasien sich zum Herrn über Leben und Tod aufzuwerfen. Nichts kann diese verheerende Gewaltorgie rechtfertigen – erst recht keine religiöse Argumentation. So ist sehr zu begrüßen, dass die größte muslimische Vertretung in den USA sich rasch mit einer deutlichen Verurteilung zu Wort meldete.

Demokratische und offene Gesellschaften müssen sich in ihrer Vielfalt solidarisch zeigen und ihren inneren Zusammenhalt stärken. Nur so kann einer bedrohlichen Spirale von gegenseitigem Misstrauen, Hass und  dem Auseinanderdriften der Gesellschaft entgegen gewirkt werden. Das volle Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Angehörigen.

Rückfragehinweis:

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Carla Amina Baghajati
Medienreferentin der IGGiÖ 

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